Integration

Integrationsarbeit im Essener Norden beeindruckt Serap Güler

Die Staatssekretärin für Integration, Serap Güler (2. v.l.), besucht auf Einladung von Turgay Tahtabas (Bildungswerk Zukunft) auch die Integrationskurse der Neue Arbeit der Diakonie im KD 11/13.

Die Staatssekretärin für Integration, Serap Güler (2. v.l.), besucht auf Einladung von Turgay Tahtabas (Bildungswerk Zukunft) auch die Integrationskurse der Neue Arbeit der Diakonie im KD 11/13.

Foto: Socrates Tassos

Essener Norden.   Zukunft Bildungswerk hat Staatssekretärin Serap Güler zu Gast. Geschäftsführer Turgay Tahtabas zeigt Projekte zwischen Karnap und Frillendorf.

Nadia lebt mit ihrer Familie bereits seit 14 Jahren in Essen. Doch die gebürtige Irakerin, deren Muttersprache Türkisch ist, spricht kaum Deutsch. „Einer meiner Söhne, der schon das Gymnasium besucht, hilft mir immer“, erzählt die mehrfache Mutter. Dass sie das überhaupt formulieren kann, hat sie dem Integrationskurs im Karl-Denkhaus-Haus in Altenessen zu verdanken. Denn nachdem sie sich viele Jahre nur um ihre Familie gekümmert hat, findet Nadia nun endlich Zeit, mit Hilfe der Neuen Arbeit in der Diakonie Essen etwas für sich selbst zu tun.

Gelegenheit, darüber zu sprechen, gibt am Donnerstag die Stippvisite von Serap Güler, Staatssekretärin im Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Die 38-Jährige besichtigt immer wieder Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen und fuhr nun gemeinsam mit Turgay Tahtabas durch den Essener Norden. An der Huthstraße in Frillendorf führt dessen „Zukunft Bildungswerk“ zwei Deutschkurse mit Kinderbetreuung durch. „Hier sind auch viele Teilnehmerinnen, die noch nicht anerkannten Asylbewerberstatus und daher keine Berechtigung zu Integrationskursen haben“, weist er auf die Besonderheit der Kurse hin.

Besuch im KD 11/13 in Altenessen

Anders im Paul-Humbug-Gemeindehaus in Altenessen: Hier werden Kinder ohne Kita-Platz in einer Spielgruppe betreut, bis sie vielleicht doch noch einen Platz bekommen. Eine weitere Station war das evangelische Gemeindehaus in Karnap, wo ebenfalls zwei Deutschkurse mit Kinderbetreuung durchgeführt werden.

Nach dieser Rundfahrt wurde der abschließende Besuch des KD 11/13 in Altenessen eine Herausforderung für die Aufnahmefähigkeit der Politikerin. Das „Zentrum für Kooperation und Inklusion“ beherbergt inzwischen 15 Institutionen. „Wir üben hier das Zusammenleben der unterschiedlichsten Kulturen, und es funktioniert“, sagt Geschäftsführerin Kristina Wendland nicht ohne Stolz. Über den Tag verteilt, nehmen täglich etwa 100 Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern an den Sprachkursen teil. „Dass jetzt im Ramadan auch so viele Frauen kommen, zeigt ihre Wertschätzung für die Kurse“, lobte Serap Güler.

Ehrenamtliche Arbeit wird in Düsseldorf anerkannt

Erfreut über den Besuch der Staatssekretärin ist auch Dr. Agnieszka Bitner-Szurawitzki. Sie ist Ehrenamtskoordinatorin der cse-gGmbH, die von der Caritas und dem Sozialdienst katholischer Frauen gegründet wurde. Sie stellt allerdings mit kritischem Unterton fest: „Schön, dass langsam in der Landesregierung ankommt, welche ehrenamtliche Arbeit in Essen geleistet wird.“ Doch diese Bemerkung kontert Staatssekretärin Serap Güler recht lässig mit Hinweis auf den Regierungswechsel: „Das hat sich seit 2017 geändert Es geht nicht an Düsseldorf vorbei, was hier passiert.“

Und dann blickt sie auf Turgay Tahtabas, der ebenso wie ihre Familie aus dem Kohlerevier von Zonguldak am Schwarzen Meer stammt. „Ich kenne Herrn Tahtabas. Schließlich habe ich ihn für den Landesverdienstorden vorgeschlagen . . .“

>>GEMEINSAMER RUNDGANG DURCH ALTENESSEN-SÜD

Einen Rundgang durch Altenessen-Süd unternimmt das KD 11/13 gemeinsam mit der Altenessen-Konferenz. „Damit wollen wir auch die Schwellenangst überwinden“, sagt Geschäftsführerin Kristina Wendland.

Treffpunkt ist am Donnerstag, 6. Juni, um 17 Uhr die Geschäftsstelle des Kindeschutzbundes an der Altenessener Straße 271 a. Eingeladen sind alle Bürger, speziell aber auch die aus dem Essener Süden.

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