Verkehr

In Essen-Altenessen steht der Verkehr still

Die Lokalpolitiker Martin Schlauch (li.) und Uwe Kutzner stehen am Mittag an der Lierfeldstraße in Essen. Hinter ihnen staut sich der Verkehr Richtung Altenessener Straße.

Die Lokalpolitiker Martin Schlauch (li.) und Uwe Kutzner stehen am Mittag an der Lierfeldstraße in Essen. Hinter ihnen staut sich der Verkehr Richtung Altenessener Straße.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Mit dem Bau des neuen Einkaufszentrums am Altenessener Bahnhof hat sich die Verkehrssituation noch verschärft. Politiker machen Vorschläge

Seit der Errichtung des Süd-Karrees in Altenessen, dem neuen kleinen Einkaufszentrum am Bahnhof, kommt es immer wieder zu Verkehrsstörungen im gesamten Bereich. Deswegen haben die Fraktionen von SPD, CDU und FDP gemeinsam Vorschläge erarbeitet, um die Situation zu entschärfen. Die müssen nun von der Verwaltung geprüft werden.

Es ist gerade einmal 14 Uhr an einem Donnerstag – und rund um das neue Süd-Karree geht gar nichts mehr. Auf der Lierfeldstraße staut sich der Verkehr bis zur kleinen Brücke über die Berne, wer auf den Parkplatz des Einkaufszentrums fahren will oder ihn verlassen möchte, der muss viel Geduld mitbringen. „Hier muss dringend gehandelt werden“, sagt Uwe Kutzner. Der CDU-Politiker sitzt für Altenessen-Süd im Rat und beobachtet das Verkehrschaos schon länger mit Sorgen.

Genauso wie sein Kollege Martin Schlauch von der SPD. Beide plädieren dafür, an der Zufahrt zum Parkplatz einen Kreisverkehr zu bauen. Platz dafür gäbe es, direkt an der Kurve befindet sich ein großes verwildertes städtisches Grundstück.

Ampeln sind nicht aufeinander abgestimmt

Dafür müssten die neuen Ampeln kurz vor der Parkplatz-Zufahrt wieder abgebaut werden – kein Problem, denn laut der beiden Politiker machen sie sowieso keinen großen Sinn und tragen nicht zur Entschärfung der Verkehrssituation bei. Zudem sind sie nicht einmal mit der Ampelanlage an der Altenessener Straße abgestimmt: Zeigt die eine Ampel Grün, schaltet die andere auf Rot. „Das führt dazu, dass der Stau nur noch länger wird und sich bis über die große Kreuzung zieht“, sagt Kutzner.

Neuer Standort der Bushaltestelle ist suboptimal

Besonders schlimm sei die Situation am späten Nachmittag und am Samstag. „Dann steht hier alles still“, hat Martin Schlauch schon selbst erfahren. Stillstand an einem der größten Verkehrsknotenpunkte in der Stadt. Verschärft wird die Situation noch durch den Linienbus, der sich über die schmale Brücke Richtung Altenessener Straße quält. Denn mit dem Bau des Süd-Karrees wurde auch die Bushaltestelle verlegt. Der neue Standort der Bushaltestelle ist suboptimal: Er befindet sich nicht mehr direkt an der Kreuzung Altenessener/Hövel- und Lierfeldstraße, sondern ein paar Meter weiter auf der Lierfeldstraße.

Das führt zum einen dazu, dass Umsteigemöglichkeiten und Abfahrtshinweiser für die Fahrgäste, die aus der U-Bahn kommen, nicht direkt zu erkennen sind. „Das kann gefährlich werden. Viele rennen einfach, ohne zu schauen, über die Altenessener Straße, um den Bus noch zu erwischen“, hat Kutzner beobachtet.

Rechtsabbiegerspur seit Wochen gesperrt

Um das Chaos perfekt zu machen, entfällt auch noch die Beschleunigungsspur der Busse. Die müssten sich in die Rechtsabbiegerschlange einfädeln, obwohl sie geradeaus in die Hövelstraße fahren wollen.

„Das geht derzeit nicht. Die Busse müssen direkt auf die Spur in der Mitte, weil die Rechtsabbiegerspur seit Monaten aus unerfindlichen Gründen gesperrt ist“, sagt Uwe Kutzner, „das funktioniert aber nur reibungslos, wenn ein Autofahrer den Linienbus freundlicherweise vorlässt“.

Wie seine Kollegen von FDP und SPD ist er mit der Verkehrssituation vor Ort mehr als unzufrieden. „Hier hat jemand ohne Sinn und Verstand geplant“, sagt er. Die drei Parteien plädieren unter anderem dafür, die Haltestelle wieder an ihren ursprünglichen Ort zu verlegen und eine Vorrangschaltung für den Bus einzurichten.

Den ganzen Katalog ihrer Verbesserungsvorschläge haben sie jetzt an die Verwaltung weitergegeben, die das bis zur nächsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses Ende Januar prüfen wird. Was in ihrer Liste fehlt, sind Verschönerungsvorschläge. So bräuchte das gläserne Aufzughaus an der U-Bahn-Haltestelle direkt am Süd-Karree dringend eine Renovierung. Und an der Umrandung der Haltestelle sind bereits alle Fliesen abgefallen. „Das ist nicht Sache der Ruhrbahn, sondern fällt in die Verantwortung der Stadt“, erklärt Kutzner. Und die ist bekanntlich in Sachen Geld klamm.

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