Müllhalden

Immer mehr wilde Müllkippen verärgern Bürger in Essen-Karnap

Eine der 23 Müllkippen, die Denis Gollan in Karnap gefunden hat. Diese lag an der Karnaper Straße 243, in der Nähe eines Netto-Marktes.

Eine der 23 Müllkippen, die Denis Gollan in Karnap gefunden hat. Diese lag an der Karnaper Straße 243, in der Nähe eines Netto-Marktes.

Foto: Dennis Gollan

Karnap.  Alleine an einem Tag wurden in Essen-Karnap 23 wilde illegale Müllkippen festgestellt. Es muss was geschehen, fordern die Karnaper Bürger.

23 wilde Müllkippen an nur einem Tag: Das ist die Bilanz, die Denis Gollan am vergangenen Sonntag ziehen musste. Der Karnaper hat vor zwei Jahren die Facebook-Gruppe „Gegen die Vermüllung des Stadtteils Karnap“ gegründet. Denn schon lange ist ihm die Vermüllung in seinem Stadtteil ein Dorn im Auge.

Die Gruppe habe er damals gegründet, damit die Bürger eine Chance bekommen, die Standorte, an denen sie Müllkippen finden, zu sammeln und als Bildmaterial in die Gruppe zu posten. „Ich sammle die Bilder am Abend und packe sie alle in den Mängelmelder der Stadt“, so Gollan. „Es ist ein Service, den ich den Leuten bieten will, die sich ebenfalls mit der Vermüllung des Stadtteils auseinandersetzen.“ Die 23 neuen Standorte hat er noch am Sonntagabend der EBE gemeldet, die die Beseitigung der Müllkippen zusicherte.

Mängelmelder-App hält Verstöße im Essener Stadtgebiet fest

In der Mängelmelder-App der Stadt werden alle Stadtteile und Verstöße in den jeweiligen Quartieren festgehalten. Diese hat Gollan analysiert und festgestellt: Die Müllproblematik sei kein Stadtproblem, sondern eins der Stadtteile nördlich der A40. Nach der Analyse habe sich gezeigt, dass vor allem die Standorte im Norden von illegalen Müllkippen betroffen sind.

Der Spitzenwert liegt bei 732 Einträgen der Postleitzahl 45143 (Altendorf, Bochold, Nordviertel,Westviertel). Diese Stadtteile werden gefolgt von 580 Einträgen bei der Postleitzahl 45329 (Karnap, Altenessen-Nord,Vogelheim). Zum Vergleich: Die südlich gelegenen Stadtteile wie Burgaltendorf kommen auf 45 Einträge, Kettwig auf 72 Einträge. „Wenn man den recherchierten Adressen Glauben schenken darf, existiert wohl ein soziokulturelles Problem“, sagt Gollan. Ob man hieraus ein Nord-Süd-Gefälle ablesen kann, sollte zumindest hinterfragt werden, so Gollan.

Dem Ordnungsamt ist ein Nord-Süd-Gefälle nicht bekannt

Dem Ordnungsamt hingegen ist ein solches Nord-Süd-Gefälle nicht bekannt. Hinweise zu illegalen Müllablagerungen erreichen das Ordnungsamt aus allen Stadtteilen, eine Bündelung in einem bestimmten Stadtteil sei der Behörde nicht bekannt, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. „Allerdings gibt es im gesamten Stadtgebiet bestimmte Bereiche, auf denen Menschen ihren Müll eher illegal ablagern, wie Container-Standorte oder schlecht einsehbare Grünflächen/ Straßengrün.“

Die Hinweise erreichen das Ordnungsamt über verschiedene Kanäle – telefonisch, per Post, per Mail oder über den Mängelmelder. Vor allem die Hinweise über die App erfolgten häufig an Stellen, an denen mehr Fußgänger unterwegs seien und diese dort entdecken, sagt die Sprecherin. „Ansonsten muss man zum Mängelmelder sagen, dass die einzelnen Meldungen nach einer gewissen Zeit nach Bearbeitung aus der App entfernt werden.“ Die App liefere deshalb keine Möglichkeiten zur statistischen Auswertung, da sie ausschließlich als schneller und barrierefreier Informationszugang gedacht sei, erklärt die Stadtsprecherin.

Das Ablagern von Müll ist eine Ordnungswidrigkeit und wird vom Ordnungsamt geahndet. Im August wurde der Bußgeldkatalog aktualisiert und die Bußgelder erhöht. Für die illegale Entsorgung beispielsweise für Sperrmüll im kleineren Umfang wird eine Strafe von 150 Euro fällig.

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