Quartiershausmeister

Hausmeister kümmern sich um die Quartiere im Norden

Alle vier Quartiershausmeister aus Altenessen-Süd kommen zusammen.

Alle vier Quartiershausmeister aus Altenessen-Süd kommen zusammen.

Foto: Julia Tillmann

Essen-Altenessen/Nordviertel.   Oft ist es der Müll, der die Quartiershausmeister in Altenessen und im Nordviertel auf den Plan ruft. Doch sie kümmern sich um viel mehr.

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Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) schuf im November 2015 den Job des Quartiershausmeisters. Zwar arbeiten Sabrina Schrang (34), Stefan Maass (52), Ralf Weißke (56) und Harald Dieringer (60) – die vier teilen sich zwei Stellen – heute für die Caritas SkF Essen gGmbH (CSE), an ihrer Aufgabe hat sich jedoch nichts geändert. Sie kümmern sich um Altenessen-Süd und das Nordviertel – und um die Menschen im Quartier.

„Wir ersetzen nicht die EBE und sind auch nicht das Ordnungsamt“, sagt Stefan Kleinjohann, der als Fachbereichsleiter der CSE für das Projekt zuständig ist. Es gehe vielmehr darum, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und mit ihnen zu schauen, wie man etwas für die Quartiere tun kann. „Dabei geht es nicht nur um die Sauberkeit, sondern allgemein um eine Verbesserung im Stadtteil“, sagt Kleinjohann.

Sauberkeit immer wieder ein Thema

Und dennoch ist Sauberkeit immer wieder ein Thema. Das erfuhr auch Stefan Maass, der von Beginn an auf den Straßen Altenessens unterwegs ist. „Am Anfang musste ich zunächst einmal Ansprechpartner suchen, als in einer Bürgersprechstunde Protest gegen den Sperrmüll vor von Osteuropäern bewohnten Häusern laut wurde“, erinnert er sich. Mit Hilfe von Sozialarbeitern kam Stefan Maass in die Wohnungen, räumte mit den Bewohnern den Keller auf und sorgte für den Abtransport. „Ich gehe dort als Partner und Unterstützer hin“, sagt der 52-Jährige. Und so wird er wohl auch gesehen. Zunächst war sein Vertrag auf zwei Jahre begrenzt. Zum Ende hin sammelten Bewohner rund um die Ellernstraße insgesamt 300 Unterschriften für seinen Verbleib. Stefan Maass war gerührt.

Die Situation im Stadtteil habe sich gebessert. „Ich habe aber gelernt, dass man immer dranbleiben muss und dass es sich lohnt.“ Manchmal ist aber auch er mit seinem Latein am Ende. So wie bei einem Garagenhof an der Altenessener Straße, der nach einer Komplett-Reinigung wieder total vermüllt ist. Da hat er nun das Ordnungsamt eingeschaltet.

Manchmal auch der lebendige Kummerkasten

Sabrina Schrang, die seit fünf Jahren im Nordviertel wohnt und ebenfalls seit 2015 dabei ist, wird als Kümmererin längst akzeptiert. Oft werde sie angesprochen, wenn sie privat im Nordviertel unterwegs ist und nicht sofort an dem roten Sweatshirt oder der dunkelblauen Jacke mit der Aufschrift „Quartiershausmeister“ zu erkennen ist.

Wenn sie selbst nicht helfen kann, vermittelt sie Hilfe. Wenn möglich, sollen aber die Bürger aktiviert werden. Manchmal ist sie aber auch der lebendige Kummerkasten. „Man trifft auch Menschen, die froh sind, wenn man ihnen mal zehn Minuten nur zuhört.“ Sabrina Schrangs Zwischenfazit: „Es hat sich einiges verbessert. Mit dem Müll war es früher schon schlimmer. Es gebe aber weiterhin etwas zu tun.“ Und da will sie gern weiter machen.

Miteinander statt gegeneinander

Ralf Weißke und Harald Dieringer, der erst seit knapp einem Jahr dabei ist, sind ebenfalls mit Engagement bei der Sache. „Was ich besonders an meinem Job mag, ist die Förderung des Miteinanders statt des Gegeneinanders“, sagt Ralf Weißke. Er ist maßgeblich beim Zustandekommen und Wirken des Bewohnerstammtischs im Nordviertel beteiligt und kümmert sich um das FlizMobil. Zudem betreut er ein Hobbyfußballteam, das aus Flüchtlingen besteht, und arbeitet im Vorstand des Vereins „Buntes Nordviertel“ mit.

Bis Mai 2018 wurde das Projekt von der EU gefördert. Bis Ende 2018 gibt es städtische Fördermittel. Und auch danach scheint es weiterzugehen. Es gibt den politischen Willen, das Projekt fortzuführen, ja sogar weitere Quartiere einzubeziehen. Der Norden als positive Blaupause für andere Stadtteile – das kommt auch nicht so häufig vor. „Es laufen Gespräche, wie es finanziert werden kann“, sagt Stefan Kleinjohann.

Hohe Kontinuität fester Personen

Es funktioniere gut. Das komme durch die hohe Kontinuität fester Personen, die zudem im Idealfall im Stadtteil wohnen. Es funktioniere nur durch Beziehungsarbeit.

Das werden Sabrina Schrang, Stefan Maass, Ralf Weißke und Harald Dieringer wohl gern vernehmen.

>>> Quartiershausmeister auch per Mail erreichbar

Das eigentliche Revier der Quartiershausmeister sind die Straßen in ihren jeweiligen Stadtvierteln. Sie sind zusätzlich aber auch per E-Mail zu erreichen.

Die Adressen lauten: harald.dieringer@cse.ruhr; stefan.maass@cse.ruhr; sabrina.schrang@cse.ruhr; ralf.weisske@cse.ruhr.

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