Schulneubau

Für Parkplatz am Nord-Ost-Bad sollen 14 Bäume nicht weichen

Foto: Hans Blossey

Essen-Schonnebeck.   SPD Stoppenberg befürchtet, dass für provisorischen Parkplatz nun doch neun Bäume gefällt werden sollen. Denn eine Ratsvorlage macht sie stutzig.

Im Essener Norden ist jede Grünfläche und jeder Baum wichtig. Denn so reich gesegnet mit ihnen sind die Stadtbezirke nördlich der A 40 nicht, als dass man leichtfertig auf sie verzichten möchte. Und schon gar nicht für weitere Parkplätze. Deshalb ist auch das relativ kleine Dreieck zwischen der Straße Schonnebeckhöfe und dem Nord-Ost-Bad nicht unwichtig. Hier sind – offenbar weiterhin – neun Bäume in Gefahr.

Liegt es am beginnenden Kommunalwahlkampf oder wurden die Stoppenberger Ortspolitiker nur durch einen Vortrag in der Januar-Sitzung der Bezirksvertretung aufgeschreckt? Anlass war damals der Bericht über die bald anlaufende Abfuhr des asbesthaltigen Bodens von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule über eine provisorische Baustraße sowie die dadurch notwendige Verlegung von Lehrerparkplätzen. Als die Stadt ankündigte, dass auf der Grünfläche vor dem Hallenbad 41 Parkplätze angelegt und dafür neun 40 Jahre alte Bäume gefällt werden sollen, regte sich lautstarker Protest sowohl in der SPD- als auch in der CDU-Fraktion. Die Verwaltung reagierte prompt und verkündete schon am nächsten Tag, dass weniger Parkplätze angelegt werden und dafür die Bäume stehen bleiben können.

Erwähnung des „Ideenteils“ macht SPD stutzig

Doch damit ist die Geschichte nicht beendet. Denn nun erinnert man sich in der SPD-Fraktion, dass es bei der Planung der neuen Schule einen „Ideenteil“ gab. Sein Ziel war es, „das Stadtteilquartier attraktiv zu gestalten und die angrenzende Fläche des Stadtbades Nord-Ost in Verbindung zum neuen Schulgelände zu setzen“. Konkret durch „die Ausweitung der Schulparkplätze südwestlich des Stadtbades“. In typischer Planersprache wird von einer „attraktiven Vorplatzsituation mit Aufenthaltsqualität“ gesprochen. Das alles solle aber nur kommen, wenn das Land einen Zuschuss gibt.

Vorlage wurde wieder zurückgeogen

Nach Informationen von SPD-Ratsfrau Heike Brandherm wurde dieser Zuschuss bislang nicht beantragt. Doch stutzig machte sie, dass die Verwaltung eine Vorlage für den Bauausschuss unter anderem über den „Ideenteil“ der Gustav-Heinemann-Gesamtschule-Planung ankündigte, um sie dann doch wieder von der Tagesordnung zu nehmen. Für den Fall, dass quasi durch die Hintertür die ersten Parkplatz-Ideen inklusive Baumfällungen erneut ins Spiel gebracht werden sollen, kündigt SPD-Fraktionssprecher Andre Vollmer weiteren Widerstand an. „Auf der zweiten Bürgerversammlung wurde versprochen, dass die Bäume in die Planung eingezogen werden. Wir werden uns nicht über den Tisch ziehen lassen.“

Von Beigeordneter Simone Raskob (Bauen, Umwelt) gab es am Montag keine Stellungnahme.

REALISIERUNGSTEIL UND IDEENTEIL

  • Vor vier Jahren wurden Architekten von der Stadt aufgefordert, sich Konzepte für das neue Schulgebäude und seine Außenanlagen auszudenken. Diesen Wettbewerb nannte die Stadt „Realisierungsteil“.
  • Im „Ideenteil“ sollten Konzepte für die Einbindung des Schulgebäudes in den Stadtteil entwickelt werden. Von der Umsetzung ging man damals angesichts des fehlenden Geldes aber noch nicht aus.

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