4. Kurz-Stumm-Filmfestival

Filmfestival für Hörende und Nicht-Hörende auf Zeche Carl

Simone Bury und Richard Poser vom Organisationsteam.mit zwei Trophäen, die vergeben werden

Simone Bury und Richard Poser vom Organisationsteam.mit zwei Trophäen, die vergeben werden

Foto: Dietmar Mauer

Essen-Altenessen.   Filme ohne Sprache gibt es an zwei Tagen beim Kurz-Stumm-Filmfestival zu sehen. Nicht einmal Gebärdensprache ist erlaubt – nur Bilder und Musik.

Das 4. Kurz-Stumm-Filmfestival findet im Mai zum vierten Mal in der Zeche Carl statt. Simone Bury (31) vom Diakonischen Werk gehört zu den Initiatoren. Sie erinnert sich an den Anfang und beschreibt die Entwicklung des ungewöhnlichen Festivals.

Wie kam es dazu, dass sie mit anderen dieses Festival ins Leben riefen? Was war die Grundidee?

Ich habe viele Jahre mit hörgeschädigten Kindern gearbeitet und mit ihnen auch Filme gedreht. Irgendwann kam die Idee, dass Filme ohne Sprache für alle interessant sein können. Das Festival kann und soll Hörende und Nicht-Hörende zusammenbringen.

Tschechische Filmkünstlerin sorgt für Internationalität

Wieviel Beiträge liegen bisher für 2019 vor? Welche Rolle spielen Social Media zum Bekanntwerden der Veranstaltung?

Wir sind noch in der heißen Phase. Im Moment sind es um die 20 Anmeldungen. Wir hoffen aber, dass die Zahl sich noch verdoppeln wird. Social Media ist für unser Festival natürlich sehr wichtig, um es bekannt zu machen. Das bezieht sich nicht nur auf Filmemacher, sondern auch auf Zuschauer. Über Social Media hat eine Jugendgruppe aus Berlin zu uns Kontakt aufgenommen und nachgefragt, wie sie Plätze reservieren könne.

Inge-Severin-Stiftung und Diakoniewerk fördern

Wer sind die bisherigen Teilnehmer, wo kommen sie her?

Es ist ein hoher Anteil von Filmstudierenden dabei, aber ebenso sind Kinder - und Jugendgruppen vertreten. In diesem Jahr sind wir auch erstmals international. Eine Filmkünstlerin aus Tschechien ist dabei. Für die 1. Liga der Filmschaffenden ist allerdings das Preisgeld zu niedrig.

Geld ist ein gutes Thema. Sie und einige andere engagieren sich ehrenamtlich. Trotzdem müssen Kosten beglichen werden. Was kostet das Festival? Woher kommen die Mittel?

Hauptsponsor ist die Inge-Severin-Stiftung. Außerdem unterstützt das Diakoniewerk das Festival. Müssten wir alles bezahlen, käme eine fünfstellige Summe heraus. Durch viel ehrenamtliches Engagement, aber auch Entgegenkommen der Zeche Carl, wird die Summe kleiner.

Der beste Film wird mit 500 Euro prämiert

Welches Thema hat das Festival 2019 und wie kam es dazu?

Das Thema heißt: Gelb. Gelb kommt als eine der drei Grundfarben im Festival-Logo vor. Außerdem sind wir immer bemüht, weit gefasste Themen geben, die der Fantasie keine Grenzen setzen.

Welche Preise werden in diesem Jahr vergeben?

Für den besten Film gibt es 500 Euro. Das „beste Gelb“, der Film, der das Thema am besten getroffen hat, wird mit 300 Euro honoriert. Erstmals gibt es einen Wettbewerb für Filme, deren Produktion bis 150 Euro gekostet hat. Der Gewinner bekommt 300 Euro. Diese drei Preise werden von einer Jury vergeben, in der drei Hörende und drei Nicht-Hörende sitzen. Außerdem wählt das Publikum am Freitag und Samstag jeweils seinen Lieblingsfilm, für den kein Geldpreis ausgelobt wird.

Bei Filmemachern sind Nicht-Hörende die Minderheit

Wieviel Besucher erwarten Sie?

Nach den Erfahrungen rechnen wir mit 200 bis 250 Besuchern pro Tag.

Wo steht das Festival?

In der Jury sitzen Hörende und Nicht-Hörende zu gleichen Teilen. Im Orga-Team haben wir bisher noch keinen Nicht-Hörenden. Das ist schade, weil wir Hörende zwar versuchen können, uns so gut wie möglich in die Situation hinein zu versetzen, aber schöner wäre es, die Einschätzung aus erster Hand zu erfahren. Auch bei den Filmemachern sind Nichthörende noch eine Minderheit.

>>> Freier Eintritt an beiden Tagen in der Zeche Carl

Das 4. Kurz-Stumm-Filmfestival findet am Freitag, 17. Mai, ab 18.30 Uhr und Samstag, 18. Mai, ab 17.30 Uhr in der Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, statt. Der Eintritt ist frei. Veranstalter sind das Diakoniewerk Essen und die Evangelische Jugend.

Festivalbeiträge dürfen zwischen einer und elf Minuten lang sein. Sie dürfen keine Laut-, keine Gebärdensprache und keine Untertitel enthalten. – Musik und Geräusche sind erlaubt.

Wer noch einen Film in den Wettbewerb des Festivals schicken will, findet im Internet unter www.kurz-stumm-filmfestival nähere Informationen. Einsendeschluss ist der 31. März.

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