Feuer in Heßlerschule

Feuer in früherer Heßlerschule in Altenessen wurde gelegt

Das Tor zum Hof der ehemaligen Heßlerschule ist mit einer Kette und einem Schloss gesichert. 

Das Tor zum Hof der ehemaligen Heßlerschule ist mit einer Kette und einem Schloss gesichert. 

Foto: Dietmar Mauer

Essen-Altenessen.   Das Feuer in der früheren Heßlerschule im Februar wurde gelegt. Die Vereine waren vorher raus. Nur einer hatte noch Gegenstände im ersten Stock.

Am späten Abend des 19. Februar schlugen die Flammen aus dem ersten Stock der leer stehenden Heßlerschule. Die Löscharbeiten zogen sich bis tief in die Nacht. Der erste Verdacht der Polizei hat sich nun bestätigt. „Es war Brandstiftung“, so Polizeisprecher Christoph Wickhorst auf Nachfrage dieser Zeitung. Im ersten Stock seien von den Experten Brandspuren gesichert worden.

Nachdem das Gebäude an der Heßlerstraße nicht mehr als Grundschule genutzt wurde, wählten es mehrere Vereine zu ihrem Domizil. Die meisten von ihnen hatten, nachdem bekannt wurde, dass die Schule abgerissen werden soll, bereits eine neue Bleibe gefunden. „Die Türkische Gemeinde Rhein Ruhr NRW, das Forum der Russlanddeutschen und der Türkische Elternverband Essen und Umgebung zum Beispiel sind im KD 11/13-Zentrum untergekommen und damit Altenessen treu geblieben“, sagt Oktay Sürücü, Geschäftsführer des Essener Verbundes der Immigrantenvereine.


Alle Vereine waren aus der Heßlerschule ausgezogen

Das KD 11/13-Zentrum, das frühere Walter-Wolff-Haus, wurde im vergangenen Jahr eröffnet und versteht sich als interkultureller Ort. Andere, wie der Kultur- und Solidaritätsverein aus Bartin seien woanders fündig geworden.

Alle Vereine waren aus der Heßlerschule ausgezogen, die meisten hatten auch ihre Räume leer geräumt. „Der Umzug des Slowenischen Sport- und Kulturvereins Bled e.V. stand kurz bevor“, sagt Oktay Sürücü. Gegenstände des Vereins lagerten aber noch im ersten Stock. Wie groß der Schaden ist, kann nicht gesagt werden. Vom Vorstand des Vereins, der um die 60 Mitglieder haben soll, war am Mittwoch niemand zu erreichen.

Vorwurf der schweren Brandstiftung

Auch Oktay Sürücü weiß nichts Konkretes darüber, wie es mit dem Slowenischen Kulturverein weitergehen wird. „Das braucht Zeit. Mitglieder des Vereins haben mir gesagt, dass sie sich erst einmal wieder fangen müssen.“ Ein Platz im KD 11/13-Zentrum wäre denkbar. Aber nicht nur das. „Wir sichern dem Verein – wie es unter Nachbarn und Freunden jeder Kultur ist – unsere uneingeschränkte Hilfe, Solidarität und Unterstützung in diesen schweren Zeit zu. Wenn Hilfe gebraucht wird, sind wir da“, so Sürücü.

Der Vorwurf lautet schwere Brandstiftung

Mit der Gewissheit, dass es sich um Brandstiftung gehandelt habe, endet für die Polizei der Fall nicht. Brandstiftung ist ein so genanntes Offizialdelikt, das auch ohne Anzeige verfolgt wird. Der Vorwurf lautet allerdings sogar schwere Brandstiftung. Nachbarn bestätigten der Polizei, dass in den leerstehenden Räumen der Schule zeitweise Menschen übernachtet hätten. „Möglicherweise waren also Personen gefährdet“, so Christoph Wickhorst.

Paragraf 306a des Strafgesetzbuches sieht hierfür eine Mindeststrafe von einem Jahr vor.

>>> Auf dem Gelände sollen Wohnungen entstehen

  • Die Sicherung des Gebäudes durch die Stadt gehörte zur Vorbereitung des Abrisses. Dass die Heßlerschule und ihre kleine Sporthalle der Abrissbirne zum Opfer fallen werden, ist entschieden.
  • Auf den knapp 20.000 Quadratmetern sollen Wohnungen entstehen. 39 Einfamilien-Reihenhäuser, Doppelhäuser bzw. Einfamilienhäuser sollen hier gebaut werden und die Lücke in der Bebauung schließen.

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