Weihnachten

Essener Fliz-Mobil deckt Weihnachten den Tisch für Familien

Das Fliz-Mobil-Weihnachtsteam: Johanna Voß (Mitte) und ihre ehrenamtlichen Helfer bereiten die Feier für 200 Leute vor.

Das Fliz-Mobil-Weihnachtsteam: Johanna Voß (Mitte) und ihre ehrenamtlichen Helfer bereiten die Feier für 200 Leute vor.

Foto: Madeleine Hesse / FUNKE Foto Services

Essen-Nordviertel.  Über 200 Menschen erleben eine besondere Weihnachtsfeier in der Essener St.-Gertrud-Kirche: mit Krippenspiel, festlicher Tafel und Bescherung.

Freude schenken und Gemeinschaft erleben im festlichen Rahmen: Alle Jahre wieder bittet das Fliz-Mobil des CSE am Heiligen Abend sozial schwache Familien im Pfarrsaal der St.-Gertrud-Kirche in der Essener Innenstadt zu Tisch.

Es wird gerade viel gearbeitet in der Küche der wuchtigen St. Gertrud-Kirche am Rande der nördlichen Innenstadt: Kiloweise Kartoffeln und Zwiebeln werden geschält, Mayonnaise wird angerührt, Gurken werden geschnitten und hartgekochte Eier gepellt. Bis zum Heiligabend müssen 50 Kilo Kartoffelsalat fertig sein. „Das ist längst nicht alles“, sagt Ernst Wacker, „es gibt noch Nudelsalat, Würstchen, Käse- und Aufschnittplatten, Obst und Gemüse und diverse andere Salate“.

Gesunde Ernährung, Bewegung und Hilfestellung bei Problemen

Der 67-Jährige ist so was wie die Seele des Fliz-Mobils. Seit sieben Jahren kocht er ehrenamtlich mindestens zwei Mal wöchentlich für das soziale Projekt. Und deckt gemeinsam mit dem Fliz-Team in der nördlichen Innenstadt und in Kray den Tisch für Familien und Kinder. Ganz nebenbei werden dort ohne erhobenen Zeigefinger Themen wie ausgewogene Ernährung und Bewegung vermittelt.

Dazu gibt es auch noch individuelle, niederschwellige Sozialberatung. „So werden manche Probleme, die es bei den Familien im Quartier gibt, schon gelöst, bevor sie zu groß werden“, sagt Johanna Voß. Die 24-Jährige hat 2013 als Honorarkraft beim Fliz-Mobil angefangen und ist geblieben. Inzwischen gehört sie zum festen Team des Projektes des CSE, einem Zusammenschluss der Caritas Essen und des Sozialdienstes katholischer Frauen.

Die Lebensmittel, die gemeinsam verarbeitet und verzehrt werden, kommen von der „Essener Tafel“, reicht es nicht, wird auch schon mal etwas dazu gekauft. Möglich machen das viele kleine und große Spender. Darauf ist das Fliz-Mobil auch bei seiner Weihnachtsfeier, die nun schon zum siebten Mal stattfindet, angewiesen.

Wunschzettel werden eingesammelt

„Im Vorfeld sammeln wir schon bei den Familien, die Heiligabend kommen, Wunschzettel ein“, erklärt Johanna Voß. 200 Personen haben sich angemeldet. Ihre Geschenke werden in diesem Jahr von Evonik und der Unternehmerfamilie Sutter gesponsert. Aber auch wer ohne Anmeldung kommt, geht nicht mit leeren Händen. Für Überraschungsgäste gibt es natürlich ebenso ein Paket.

Es sind vor allen Familien aus sozial schwachen Verhältnissen, die zur Weihnachtsfeier kommen. Darunter viele, „die gar nicht wissen, wie man Weihnachten feiert, die das auch als Kinder in ihren Familien nie erlebt haben“, sagt Johanna Voß. Aber auch arme Familien, die am Ende des Monats kein Geld mehr fürs Fest übrig haben, sind dabei. Die meisten sind bereits Stammgäste beim Familien- und Kindertisch.

Der ganze Saal der St.-Gertrud-Kirche wird festlich geschmückt

Darunter auch die siebenjährige Alina, die mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Celina schon zum „Inventar“ gehört. „Wir haben ihr beim Großwerden zugeschaut“, sagt Johanna Voß und lacht. Beide Mädchen sind schon ganz aufgeregt und freuen sich aufs Fest. „Am schönsten sind die Weihnachtslieder, die wir alle zusammen singen“, sagt Alina, „das klingt toll“.

Fürs Weihnachtsfest wird nicht nur kräftig gekocht, sondern bereits seit Wochen mit den Kindern gebastelt. Sterne, Girlanden, Anhänger, „der ganze Saal wird natürlich festlich geschmückt“, sagt Ernst Wacker. Genauso die langen Tische, die schön eingedeckt werden mit Porzellan, weißen Decken und funkelnden Gläsern.

20 ehrenamtliche und feste Kräfte werden den Heiligabend gemeinsam mit den Familien gestalten. natürlich gibt es ein Krippenspiel, und nach dem Festmahl die Bescherung. 20 Menschen, die auf ihr eigenes Weihnachten im Familienkreis verzichten und lieber anderen eine Freude machen. „Wer das einmal erlebt hat, der kommt immer wieder gerne zu uns“, sagt Johanna Voß, „denn eigentlich entspricht das, was wir hier machen, dem Sinn von Weihnachten: Es ist ein Fest der Liebe und der Menschlichkeit.“

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