Kita-Bauvorhaben

Entscheidung über Kita-Bau im Eltingviertel steht noch aus

Über das Schicksal des Ostermannplatzes im Eltingviertel wurde noch nicht entschieden. Der Stadt liegt ein Bauantrag des Wohnungsunternehmens Vonovia vor, die dort eine Kita bauen will. Die Genehmigung steht noch aus.

Über das Schicksal des Ostermannplatzes im Eltingviertel wurde noch nicht entschieden. Der Stadt liegt ein Bauantrag des Wohnungsunternehmens Vonovia vor, die dort eine Kita bauen will. Die Genehmigung steht noch aus.

Foto: Uwe Möller

Essener Nordviertel.   Grüne im Rat feiern Absage an Vonovia-Planung für eine Kita. Stadt widerspricht der Meldung, die für Irritationen bei den Bürgern vor Ort sorgt.

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Im Streit um einen möglichen Kita-Standort auf dem Ostermannplatz im Eltingviertel soll eine Entscheidung gefallen sein. Zumindest teilt Christoph Kerscht, planungspolitischer Sprecher der Grünen im Rat, nun mit, dass der Bauantrag des Wohnungsunternehmens Vonovia von der Stadt abgelehnt wurde. Die Stadt will dies nicht bestätigen: „Es ist noch keine abschließende Entscheidung über den Antrag gefallen“, teilt Stadtsprecherin Jasmin Trilling auf Nachfrage mit.

Der Streit um die grüne Oase inmitten des Eltingviertels gärt schon länger. Seit die Vonovia, der der Platz gehört, ihre Pläne publik machte, formiert sich Protest aus der Bürgerschaft. Anwohner sammelten Unterschriften, es gab auch einen Workshop, um mit dem Wohnungsunternehmen über mögliche alternative Kita-Standorte im Stadtteil zu diskutieren.

Umsonst: Noch vor einem knappen Monat erklärte die Vonovia, an ihren Plänen, dem Bau einer viergruppigen Kita mit 82 Plätzen auf dem Ostermannplatz, festhalten zu wollen. Den Anwohnern ginge damit ein beliebter Verweilort verloren, zu dem auch ein städtischer Spiel- und Bolzplatz zählt. Die Stadt hat zu diesem Zweck einen Teil des Areals gepachtet.

Über Bauantrag der Vonovia noch nicht entschieden

In ihrer Erklärung begrüßen die Grünen nun den Erhalt des Ostermannplatzes, der nicht nur Herz des Eltingviertels, sondern auch dessen sozialer Mittelpunkt sei. Der Platz fördere den Zusammenhalt und den sozialen Frieden und trage so zur Zufriedenheit und Identität der Bewohnerinnen und Bewohner bei, heißt es in der Verlautbarung der Grünen weiter.

Kerscht will die Nachricht aus berufenem Munde, von Planungsdezernent Hans-Jürgen Best, erfahren haben. Auf Facebook hatten die Grünen ihr Statement bereits veröffentlicht. Dort hatten sie auch gefordert, dass die Stadt den Platz von der Vonovia erwirbt. Kerscht: „Denn öffentliche Plätze gehören in städtische Hand.“

Roland Wulftange, Vertreter von Bürgern aus dem Eltingviertel, hatte über eine E-Mail der Grünen die Pressemitteilung erhalten und daraufhin über eine von betroffenen und engagierten Nachbarn gegründete Whatsapp-Gruppe die Nachricht verbreitet: „Wir haben es geschafft. Offensichtlich hatten wir mit unseren Argumenten Erfolg.“

Grün und Gruga will Ostermannplatz weiter nutzen

Von Seiten der Stadt hatte Wulftange erfahren, dass derzeit alternative Kita-Standorte geprüft werden. Unter anderem ein Grundstück am Ende der Zwinglistraße, das seit etwa zehn Jahren brach liegt. „Der Eigentümer will sich in Kürze entscheiden, wie dieses Grundstück entwickelt werden soll“, so Roland Wulftange weiter.

Fakt ist jedoch, dass Kerscht von der Stadtverwaltung erfuhr, dass Grün und Gruga den Ostermannplatz – entgegen früherer Aussagen des Grünamtes – weiter benötigt. Von daher verbiete sich eine Bebauung. Dieser aktuelle Stand, nicht die Entscheidung über den Bauantrag, wurde Kerscht von Planungsdezernent Best bestätigt. „Da habe ich vielleicht einer möglichen Entscheidung vorgegriffen“, gibt Kerscht zu.

Stadtmoderatorin durch Meldung der Grünen irritiert

Gaby Wittekopf, Stadtteilmoderatorin für das Nordviertel, bedauert dies: „Ich finde es schade, dass bei diesem wichtigen Thema dadurch Fakten geschaffen werden, die sich später als falsch erweisen. Damit ist niemand geholfen.“

Die Vonovia wollte sich zur Sache noch nicht äußern. Pressesprecherin Bettina Benner: „Bislang haben wir von der Stadt noch keine Mitteilung erhalten – weder in die eine noch in die andere Richtung. Deshalb werden wir dies auch noch nicht kommentieren.“

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