Großenbruchschule

Eltern fordern schnelle Sanierung an der Großenbruchschule

Martina Adler (li.), Vorsitzende der Elternpflegschaft an der Großenbruchschule, ließ beim Schulfest im September Unterschriften der betroffenen Eltern sammeln. Diese Liste – insgesamt 245 Eltern unterschrieben – legte sie der Bezirksvertretung vor.

Martina Adler (li.), Vorsitzende der Elternpflegschaft an der Großenbruchschule, ließ beim Schulfest im September Unterschriften der betroffenen Eltern sammeln. Diese Liste – insgesamt 245 Eltern unterschrieben – legte sie der Bezirksvertretung vor.

Foto: Klaus Micke

Essen-Altenessen.  Die Elternschaft der Großenbruchschule beklagt die Sperrung maroder Räume, die dringend benötigt werden. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Vor einem Monat beklagte die Elternschaft der Großenbruchschule in Altenessen den maroden Zustand des Gebäudes und die damit verbundene Sperrung eines wichtigen Projektraumes der Grundschule. Bis die Kinder den Spieleraum wieder nutzen können, so die Stadt, werden mindestens elf Monate vergehen. Eine Antwort, die den Eltern nicht gefallen kann. Sie fordern eine schnelle Lösung.

Als Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff am vergangenen Dienstag, 22. Oktober, die Sitzung eröffnete, da lag das Schreiben der Großenbruchschule bereits auf seinem Schreibtisch. Auf Bitte der Elternschaft hatte Holger Hullermann, dessen Tochter seit vier Jahren die Altenessener Schule besucht, die wichtigsten Forderungen zusammengefasst: Durch die Sperrung eines Mehrzweckraumes wegen erheblicher baulicher Mängel können Aktivitäten wie die Lerngruppe „Gemeinsames Lernen“, die Lernförderung, aber auch die EU-Projekte „Schulobst“ und „Schule, Migration und Teilhabe“ nicht stattfinden. Besonders Letzteres trifft die Schule hart, droht sie doch aus dem erst unlängst begonnenen Pilot-Projekt auszuscheiden, wenn sie nicht die notwendigen Stunden vorweisen kann.

Die Zeit drängt. Es droht der Verlust eines der EU-Projekte

Die Zeit drängt also. Und daher boten die Eltern in ihrem Schreiben mögliche Alternativen an. Beispielsweise die Nutzung der leerstehenden Hausmeisterwohnung auf dem Schulgelände oder die Bereitstellung einiger Container als Ersatzraum. „Wir sprechen hier von zwei beheizbaren Bürocontainern mit Waschbecken sowie jeweils mit zwei Tischen mit je acht Stühlen“, beschreibt Holger Hullermann den Umfang der geforderten Maßnahme.

Die Antwort der Stadt in Abstimmung mit der Immobilienwirtschaft, die der BV nun vorlag, ist jedoch eher ernüchternd. Um den Raum – der direkt mit einem weiteren Raum verbunden ist – wieder nutzbar zu machen, müsse man erst brandschutztechnische Mängel beseitigen. Im Zuge dessen würden auch insgesamt fünf marode Fensterfronten im Treppenhaus der Schule saniert. Weitere notwendige Sanierungsmaßnahmen seien der Umbau der benachbarten Küche in eine reine Teeküche, der Austausch diverser Brandschutztüren, Anstricharbeiten sowie Schadstoffsanierung im Zuge der notwendigen Rückbauarbeiten.

Abhilfe nicht vor Ablauf von elf Monaten angekündigt

Dies alles koste Zeit, erklärt die Stadt. So müsse neben einem Brandschutzkonzept ein Bauantrag erstellt werden. Neben einer Schadstoffuntersuchung vor Ort müssten die Sanierungskosten berechnet und die Bewilligung sowie die Mittelbereitstellung erst durch die relevanten Gremien laufen. Schlussendlich müssten der Arbeiten auch noch ausgeschrieben werden – von den Lieferfristen für das Material und die Fenster und Türen ganz zu schweigen. Geplante Brutto-Investition: 345.000 Euro.

Fazit der Fachgruppe Schulentwicklungsplanung: Mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen sei frühestens gegen Ende des dritten Quartals 2020 zu rechnen. Der Umbau der Hausmeisterwohnung sowie die Aufstellung von Containern seien da keine Alternative, teilte die Stadt in ihrer Vorlage mit. Beides würde noch länger dauern als der angepeilte Stichtag der Sanierung.

Andere Container gingen schneller

Hullermann und seinen Mitstreitern fehlt da der Glaube: „Wenn ich als Privatmann Container anfordere, dann habe ich die binnen von zwei Wochen.“ Das hält Vanessa Gremer, Fraktionsvorsitzende der SPD im Bezirk, zwar für übertrieben, „doch auf die Container, die beizeiten an der Gertrud-Bäumer-Realschule in der Grünstraße aufgestellt wurden, mussten wir nur gut drei Monate warten“. Auch EBB-Chef Friedrich Frentrop pocht auf eine schnellere Lösung: „Wir sind uns hier alle einig, dass die Schule unmöglich so lange auf die Räume verzichten kann.“

Die Eltern wollen jetzt an das Büro des Oberbürgermeisters schreiben. „Wir hoffen, dass der OB etwas bewegen kann“, so Hullermann.

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