Maria-Kunigunda-Schule

Ehemalige Hauptschule soll Platzmangel lindern

Michael Schwamborn, Vorsitzender des Fördervereins und SPD-Ratsmitglied, Hausmeister Norbert Schmitz und Schulleiter Udo Moter (von links) auf dem Flur der zweiten Etage der ehemaligen Hauptschule Karnap, die im Schuljahr 2009/10 geschlossen wurde.

Michael Schwamborn, Vorsitzender des Fördervereins und SPD-Ratsmitglied, Hausmeister Norbert Schmitz und Schulleiter Udo Moter (von links) auf dem Flur der zweiten Etage der ehemaligen Hauptschule Karnap, die im Schuljahr 2009/10 geschlossen wurde.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Karnap.  Die zweite Etage der ehemaligen Karnaper Hauptschule am Markt steht seit Jahren leer. Nun scheint sich eine neue Nutzung anzubahnen.

In der Hauptschule am Karnaper Markt gehen seit Ende des Schuljahres 2009/10 keine Lehrer und Schüler mehr ein und aus. Während das Erdgeschoss und die erste Etage zwischenzeitlich renoviert wurden und wieder genutzt werden – 2014 öffnete zum Beispiel eine städtische Kita –, steht die zweite Etage bis heute leer. Sie ist lediglich brandschutztechnisch gesichert. Raum, den die benachbarte Maria-Kunigunda-Schule, die im auslaufenden Schuljahr 366 Kinder besuchen, nur zu gern nutzen würde. Im kommenden Schuljahr wird die eigentlich dreizügige Grundschule in drei Jahrgängen vier Klassen haben. Für den Platzmangel scheint sich eine Lösung abzuzeichnen.

Maria-Kunigunda-Schule nahm viele Kinder von Geflüchteten auf

Auf einem Workshop, der sich mit einer zukünftigen Nutzung der zweiten Etage befasste, fasste Udo Moter noch einmal die Situation an seiner Schule zusammen. „Wir haben vier Offene-Ganztags-Gruppen, könnten aber zwei weitere ohne Probleme einrichten. Zurzeit stehen 60 Namen auf der Warteliste.“ Die Situation der Maria-Kunigunda-Schule ist eine besondere. Zum einen, weil sie unverhältnismäßig viele Kinder von Geflüchteten aufgenommen hat, zum anderen, weil sie die einzige Grundschule im Stadtteil sei. „Wenn wir die Aufnahme verweigern würden, müssten Kinder in einem anderen Stadtteil zur Schule gehen. Und das, obwohl Geschwister schon vielfach bei uns sind“, erklärt Udo Moter.

Idee des Bürgerzentrums in der Schule ist vom Tisch

Die ursprüngliche Idee, in der zweiten Etage u.a. ein Bürgerzentrum einzurichten, wurde mittlerweile verworfen. „Die Entscheidung, die Räumlichkeiten für den möglichen Bedarf für die Maria-Kunigunda-Schule vorzuhalten, wurde vom Schuldezernenten Muchtar Al Ghusain und dem Fachbereich Schule und Jugendamt in Kenntnis des Oberbürgermeisters getroffen“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling.


13 Klassenzimmer auf 1100 Quadratmeter

„Am besten wäre natürlich gewesen, man hätte schon damals die zweite Etage gleich mitgemacht“, sagt Udo Moter, der zugleich vermutet, dass dafür angesichts der Verschuldung keine Mittel zur Verfügung standen. Udo Moter weiß, dass es mit der zweiten Etage nicht schon im kommenden Schuljahr klappen wird. „Aber es sollte jetzt schon zügig begonnen werden und es nicht auf die lange Bank geschoben werden.“ Ein Werkraum, ein Musikraum, ein Differenzierungsraum (für besondere Betreuung) oder ein Raum für den Sozialarbeiter könnten so Wirklichkeit werden. Die 13 Klassenzimmer auf gut 1100 Quadratmetern müssten dabei keineswegs allein von der Schule genutzt werden. Denkbar seien Kooperationen mit der Kita und dem Jugendamt. „Den Bedarf sollte das Schulverwaltungsamt kennen, denn dort habe ich ja für das kommenden Schuljahr vier Eingangsklassen beantragt“, so der Schulleiter.

Stadtsprecherin betont, dass es noch keine konkreten Pläne gebe

Jasmin Trilling betont, dass noch keine konkreten Pläne gebe. Schulangelegenheiten seien ja nicht nur Sache des städtischen Schulamts, sondern auch der Bezirksregierung als Schulaufsichtsbehörde, Schulentwicklungsplanung eine höchst komplexe Materie. „Das Schulamt wird den Schulstart abwarten. Im Sommer werden für jeden Stadtteil neue Prognosezahlen zur Schülerentwicklung vorliegen. Danach wird das Schulamt entscheiden“, so die Stadtsprecherin. Fällt die Entscheidung positiv aus, erhält die Immobilienwirtschaft einen Auftrag.

Michael Schwamborn, Vorsitzender des Fördervereins und SPD-Ratsmitglied, ist da ungeduldiger. „Wir haben immer gesagt, dass die Schule zusätzliche Räume braucht. Jetzt muss allmählich mal etwas passieren.“

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