Verkehrsplanung

Durchfahrtsperre auf der Peterstraße lässt auf sich warten

Bezirksbürgermeister Frank Mußhoff steht an der Stelle, wo der motorisierte Verkehr auf der Peterstraße im Essener Nordviertel künftig enden soll. Links hinter ihm geht es in die Gertrudisstraße.

Bezirksbürgermeister Frank Mußhoff steht an der Stelle, wo der motorisierte Verkehr auf der Peterstraße im Essener Nordviertel künftig enden soll. Links hinter ihm geht es in die Gertrudisstraße.

Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Essen-Nordviertel.  Um den Schulweg für die Kinder der Grundschule Nordviertel sicherer zu machen, will die Politik den Verkehr auf der Peterstraße einschränken.

Einen sicheren Schulweg für die Kinder der Grundschule „Nordviertel“ fordern Schulleitung und die Politiker vor Ort. Um dies zu gewährleisten, soll die anliegende Peterstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die notwendige „Teileinziehung Peterstraße“ wurde schon Anfang vergangenen Jahres von der Bezirksvertretung (BV) I beschlossen – einstimmig. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten.

Die Sache gärt schon länger. Bereits am 24. November 2015 landete das Thema – damals anlässlich einer Einwohnerfragestunde – auf der Tagesordnung der BV. „Die Initialzündung für unsere Beschlussfassung war jedoch die Schilderung der Situation durch Schulleiterin Betül Durmaz, die auf die gefährliche Verkehrslage in der Peterstraße hingewiesen hat“, erklärt Bezirksbürgermeister Frank Mußhoff.

Die Lage vor Ort ist prekär. An der Grundschule Nordviertel wird sowohl im Hauptgebäude an der Beisingstraße als auch im Dependance an der Gertrudisstraße unterrichtet. Beide Schulkomplexe sind durch die Peterstraße getrennt. Die Schüler queren mehrmals täglich die Straße, die nicht nur von den Anwohnern genutzt wird. „Die Peterstraße wird oft als Abkürzung benutzt“, weiß Mußhoff. Verschärft wird die Verkehrslage zudem durch den parkenden Verkehr vor allem im Bereich der Gertrudisstraße. „Die Verkehrszustände sind chaotisch“, sagt auch Susanne Kirchhof. Die SPD-Fraktionsvorsitzende im Bezirk hatte sich nach Hinweisen von Anwohnern zuletzt selbst ein Bild vor Ort gemacht. Ihr Urteil: „Hier ist Gefahr im Verzug. Die Schulwegsicherheit ist nicht mehr gegeben.“

Polizei spricht offen von einem Verkehrschaos

Dies bestätigt auch die Polizei: So berichtete Jörg Behring, zuständiger Beamter für den Bezirk I, von seinen Erfahrungen: „Die Zustände in der Peterstraße sind mehr als katastrophal“, wobei das morgendliche Verkehrschaos zum größten Teil durch die Eltern verursacht werde, die ihre Kinder „sicher“ zur Schule bringen wollen. Seines Erachtens könne die Lage in diesem Bereich nur verbessert werden, wenn die Peterstraße im Nordviertel sowohl aus Richtung Kleine Stoppenberger Straße als auch aus Richtung Beisingstraße abgeriegelt werde.

So weit wollen die Bezirksvertreter jedoch nicht gehen. Ihrem Beschluss liegt ein Lageplan bei, der die angestrebte Lösung der Politiker illustriert. Geplant ist demnach, die Peterstraße von der Kleine Stoppenberger Straße nur noch bis Höhe Awo-Hauses Hedwig Levy befahren zu lassen. Dort soll es künftig einen Bereich geben, der nur für den Fußgänger- und Radfahrverkehr freigegeben ist. Diesen Bereich können die Schüler dann zum sicheren Überqueren der Straße nutzen.

Zufahrt über Beisingstraße soll wieder geöffnet werden

Das Problem dabei: Durch diese verkehrliche Begrenzung wäre der obere Teil der Peterstraße praktisch ab der Einmündung Gertrudisstraße bis hin zur Beisingstraße isoliert. Sowohl für die Anwohner als auch für die die Fahrzeuge der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE). „Die neue Gesetzgebung untersagt den EBE-Fahrzeugen aus Sicherheitsgründen, eine Straße rückwärts zu befahren“, erklärt Mußhoff. Dies wäre aber nur dann zu vermeiden, wenn die obere Peterstraße über die Beisingstraße befahrbar wäre. Doch dies ist derzeit nur Radfahrern erlaubt.

Aus diesem Grund soll das Einfahrverbot von der Beisingstraße aufgehoben werden. Mußhoff: „Das nehmen wir zum Wohl der Kinder billigend in Kauf.“ Mit mehr Verkehr in oberen Abschnitt der Peterstraße sei deshalb nicht zu rechnen, da sowohl dort als auch in der Gertrudisstraße nicht schneller als 7 Stundenkilometer gefahren werden darf. Im Gegensatz dazu sind Autofahrer auf der umgebenden Elting- bzw. Beisingstraße zumindest mit Tempo 30 unterwegs. „Es besteht die Hoffnung, dass mit der Zeit der Verkehr auf der Peter- und auch der Gertrudisstraße abnimmt, weil es für den motorisierten Verkehr einfach zu unbequem ist“, sagt Mußhoff.

Amt arbeitet am Finanzierungsplan

Ungeachtet dessen wächst in der BV der Unmut. „Die Sache ist wichtig“, betont Mußhoff. „Wir wollen hier ja keine Parkbank hinstellen, sondern es geht um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler.“

Das Amt für Straßen und Verkehr arbeite an der abschließenden Kostenberechnung, erklärt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. „Das Amt geht davon aus, dass eine Vorlage zur Abstimmung in einer der nächsten BV-Sitzungen erfolgen kann.“ Mußhoff dazu: „Wir tagen erst wieder im September. Und wenn es im Oktober oder November nicht klappen sollte, kommt das Jahresende dazwischen. Da passiert sowieso nichts.“

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