Drainage in Karnap

Drainage soll bald im Osten Karnaps für trockene Füße sorgen

Noch ist die Lohwiese nur als Einbahnstraße zu befahren. Das soll sich in naher Zukunft wieder ändern.

Noch ist die Lohwiese nur als Einbahnstraße zu befahren. Das soll sich in naher Zukunft wieder ändern.

Foto: Mauer

Essen-Karnap.   Der Sommer 2018 war sehr trocken. Für Starkregenfälle ist der Osten Karnaps bald gewappnet. Die Drainage steht vor der Fertigstellung.

Der Bergbau ließ Karnap im Laufe von Jahrzehnten absinken. Steigende Niederschlagsmengen ließen zugleich den Grundwasserspiegel ansteigen. Die Zeiten, dass Hausbewohner im Osten Karnaps bei Starkregen mit Gummistiefeln in ihren Kellern standen und Wasser schippten oder pumpten, sollen allerdings bald Geschichte sein. Teil eins des Großprojekts „Drainage“ in Essens nördlichstem Stadtteil steht vor der Fertigstellung. Am Ende dieser Woche sollen alle Rohre verlegt sein. „Dann werden die Oberflächen wieder hergestellt und die Pumpwerke in Betrieb genommen“, sagt Dirk Pomplun.

Das alles hätte laut Plan – so räumt der Stadtwerkesprecher – eigentlich schon vor gut einem Jahr passieren sollen. Die Bombensondierungen hätten für die Verzögerung gesorgt, aber Sicherheit gehe selbstverständlich vor.

Nagelprobe steht dem neuen System noch bevor

Das gesamte Projekt, an dem auch die RAG und die Emschergenossenschaft beteiligt sind, begann nach zahlreichen Bürgerinformationen (und -protesten) Ende 2015 mit Baugrundermittlungen. Verweigerungen von Hauseigentümern, die Drainage über ihr Grundstück zu führen, schoben die Arbeiten hinaus, da teilweise neu geplant werden musste. Mitte 2017 wurde schließlich mit den ersten Arbeiten begonnen. Die Drainageleitungen Ahnewinkelstraße und Lohwiese bilden nun die letzten Arbeiten im östlichen Teil.

Die Nagelprobe steht dem neuen Drainagesystem noch bevor. „Wir hatten einen sehr trockenen Sommer“, sagt Dirk Pomplun. Seine Leistungsfähigkeit kann das neue Drainage-System logischerweise erst bei starken Regenfällen unter Beweis stellen. Die technische Vorgehensweise ist folgende: Unter den Straßenzügen führen Drainageleitungen das Grundwasser ab, das per Transportleitung weiter zu den Pumpschächten und von hier mit Druck in die höher liegende Emscher gepumpt wird.

Blindgängersuche im Westen

Während der östliche Teil der Drainagearbeiten bald abgeschlossen sein sollen, wird der westliche Teil zurzeit nach Bomben-Blindgängern durchsucht. Insgesamt werden etwa 5,5 Kilometer Rohre verlegt sein. Etwa 2,6 Kilometer im Osten und 2,9 Kilometer im Westen. Die Rohre, die in bis zu sechs Metern Tiefe vergraben werden, haben einen Durchmesser zwischen elf und 28 Zentimetern. Die Strecke der zu verlegenden Rohre ist im Westen nur unwesentlich länger, trotzdem ist dieser Teil der aufwändigere. „Es sind mehr kleine Straße betroffen“, erklärt Dirk Pomplun. Diese Arbeiten auf engem Raum machen das Drainage-Projekt in Karnap auch einzigartig. „Die Arbeiten im westlichen Teil werden weitere drei Jahre dauern“, so der Stadtwerkesprecher über die Planung.

>>> Pilotprojekt für die Emscherregion

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben