Milchhof am Palmbuschweg

Die Tage der Milchhof-Gebäude am Palmbuschweg sind gezählt

Das Eingangstor zum ehemalige Kutel-Gelände am Palmbuschweg.

Das Eingangstor zum ehemalige Kutel-Gelände am Palmbuschweg.

Foto: Stefan Arend

Essen-Altenessen.   Ideen für die Nutzung des Kutel-Geländes gab es einige. Keine wurde in den 18 Jahren des Leerstands umgesetzt. Nun gibt es einen neuen Anlauf.

Das gut drei Hektar große Areal des ehemaligen Milchhofs Kutel, zwischen Palmbuschweg und der Köln-Mindener-Bahnstrecke, liegt seit 2001 brach. Die Gebäude gammeln vor sich hin – zum Leidwesen der Altenessener. Das Gelände neu zu entwickeln, besonders mit großflächiger Wohnbebauung, war bisher nicht möglich.

Der noch gültige Bebauungsplan von 1965 ließ das nicht zu. Nun kommt Bewegung in die Sache. Ein neuer, vorhabenbezogener Bebauungsplan soll zügig erste Arbeiten möglich machen.

„Darauf warten wir in Altenessen seit sehr langer Zeit“

„Darauf warten wir in Altenessen seit sehr langer Zeit“, sagt Uwe Kutzner, Altenessener Ratsherr und planungspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. Zu oft habe es Ideen gegeben, die sich dann in Luft auflösten. Von 169 Reihenhäusern über Seniorenwohnungen, Ärztehäuser bis hin zur Verlagerung von Gewerbebetrieben sei schon alles im Gespräch gewesen. Getan habe sich nichts, was auch mit Eigentürmerwechseln zu tun gehabt habe. Nun werde es endlich konkret und die vorgelegten Pläne seien nicht nur der Auftakt der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung, sondern die Chance, dem Quartier an dieser Stelle ein neues Gesicht zu geben.

Alter Kutel-Vorstandssitz wird auch weichen müssen

„Der neue Grundstückeigentümer plant, in Abstimmung mit der Stadt Essen, dort ein urbanes Gebiet mit entsprechender Nutzungsmischung zu entwickeln“, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Mischung heißt, dass es auf dem etwa drei Fußballfelder großen Gelände Wohnbebauung wie Gewerbe geben soll. „Es bietet sich an, zur Bahnlinie hin einen gewerblichen Riegel zu bauen und zum Palmbuschweg hin die Wohnbebauung zu errichten“, erklärt Uwe Kutzner. Dass dabei von dem alten Bestand etwas genutzt wird, ist nahezu ausgeschlossen. „Eine Umnutzung der vorhandenen Gebäudesubstanz ist nicht mehr möglich“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Jugendberufshilfe muss ausziehen

Der alte Vorstandssitz von Kutel, das weiße Haus links neben dem Eingangstor, wird übrigens der neuen Bebauung weichen müssen. Die Jugendberufshilfe Essen, die es momentan nutzt, ebenso wie auf der anderen Straßenseite ein größeres Gebäude, wird ausziehen müssen. „Das wissen die Verantwortlichen aber schon. So können sie in Ruhe nach einer Lösung suchen“, sagt Uwe Kutzner.

Nicht noch einmal 18 Jahre

Wann es am Palmbuschweg losgehen wird, kann Uwe Kutzner noch nicht sagen. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan mache es zwar schneller, aber auch bei ihm müsse selbstverständlich die Öffentlichkeit beteiligt werden. „Ich hoffe, dass so schnell wie möglich die vorbereitenden Arbeiten beginnen werden“, sagt der 62-jährige Politiker. Sicher sei aber, dass es nicht noch einmal 18 Jahre dauern werde, bis etwas auf dem Kutel-Gelände passiere.

>>> Bisher gilt Bebauungsplan von 1965

  • Bisher gilt noch der Bebauungsplan Nr. 326 „Palmbuschweg“ aus dem Jahre 1965.
  • In der Sitzung der Bezirksvertretung V am Dienstag, 26. März, wird den Ortspolitikern der „Beschluss über die Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ vorgelegt. Es soll festgestellt werden, dass keine Bedenken vorliegen.
  • Die Entscheidung fällt letztendlich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung in seiner Sitzung am Donnerstag, 4. April.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben