Interview

Die Essener Krimi-Couch feiert ihren 50. Geburtstag

Steffen Hunder ist ein eingefleischter Krimifan und seit vielen Jahren selbst literarisch in diesem Genre unterwegs. Auch in seinem Briefroman „An Jakob, das Schlitzohr“ wimmele es von gebrochenen Figuren.

Foto: Alexandra Roth

Steffen Hunder ist ein eingefleischter Krimifan und seit vielen Jahren selbst literarisch in diesem Genre unterwegs. Auch in seinem Briefroman „An Jakob, das Schlitzohr“ wimmele es von gebrochenen Figuren.

Nordviertel.   Pfarrer Steffen Hunder hat zur Jubiläumsveranstaltung sechs Autoren des Spannungsgenres ins Gemeindehaus eingeladen. Ein Hintergrund-Gespräch.

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Zum 50. Mal bittet am Donnerstag, 6. September, Pfarrer Steffen Hunder auf die Krimi-Couch. Zum Jubiläum geben gleich sechs Autoren einen Einblick in ihr Spannungsgenre: H.P. Karr, Arnd Federspiel, Ursula Sternberg, Christiane Bogenstahl, Jutta Wilbertz und Herbert Knorr. Was ist das Erfolgsrezept der Reihe? Pfarrer Hunder im Gespräch mit Redakteurin Petra Treiber.

Wie und wann entstand die Idee zur Krimi-Couch?

Die Idee kam bei einem Stammtisch der Ruhrgebiets-Krimiautoren 2005 zustande. Lars Schafft war da, der das Internetmagazin Krimi-Couch.de betreibt. Wir wollten das ins reale Leben holen und gleichzeitig mit den Veranstaltungen die Kreuzeskirche erhalten. Der Eintritt kommt einem Projekt zugute. Damals war es die Kreuzeskirche, heute ist es für die im Zweiten Weltkrieg bombardierte Gemeinde Coventry.

Was ist das Konzept des Abends?

Ein, manchmal auch zwei Autoren lesen aus ihren neuesten Werken. Wir plaudern eine gute Stunde. Zwischendurch gibt es Musik von Ilse Storb. Dann kommt eine kleine Catering-Pause, in der es auch warmes Essen gibt.

Nach der Pause lesen Sie vor?

Ja und nein. Ich stelle Buchtipps aus dem Bereich Krimi vor. Wir kooperieren mit der Altstadtbuchhandlung, die an dem Abend auch den Büchertisch betreut und die Literatur gleich vorrätig hat. Entweder lese ich dann einige Passagen vor oder mein jeweiliger Gast.

Wie ist die Resonanz beim Publikum?

Sehr gut. Wir haben vier bis fünf Lesungen im Jahr. 2011 sind wir ins Nordviertel umgezogen. Hier hat sich so eine 50 bis 70 Leute starke Fangemeinde gebildet.

Sie sind selbst Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutscher Krimischriftsteller. Was schreiben Sie denn gerade so?

Nach meinem Roman „Das Ritual des 11. Gebotes“ (1999) widme ich mich den Kurzgeschichten. Dort geht es meist um gebrochene Figuren, ähnlich wie in der Bibel.

In der Bibel?

Klar, die Bibel steckt voller Krimis. Da sind nicht nur Kain und Abel oder Jakob, der sich das Erstgeburtsrecht erschlich. König David zeugte zum Beispiel mit der Frau eines seiner Feldherrn ein Kind und wollte es diesem unterjubeln. Als das nicht gelang, ließ er ihn ermorden. In Form einer Krimierzählung kann man solche Geschichten gut transportieren.

Noch ein Wort zur Musik...

Die kommt auch bei der Jubiläumsveranstaltung von Ilse Storb. Die Frau ist bald 90 und wie ein Wirbelwind. Sie ist Deutschlands erste Jazzprofessorin und ein echtes Unterhaltungstalent.

>> Kartenvorverkauf in der Altstadt-Buchhandlung

Die „Krimi-Couch“ beginnt um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Zwinglistraße 28 / Ecke Karolingerstraße. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Erlös des Abends wird gespendet.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Altstadt-Buchhandlung, Zwölfling 12, die auch den Büchertisch betreut, und an der Abendkasse.

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