Sport

Der TuS Altenessen blickt auf 100 Jahre Sport zurück

Sie halten die Vereinsflagge des TuS Altenessen in Ehren: Melanie Könnings, Erste Schatzmeisterin, Mario Ulbel, Geschäftsführer, Thomas Przybilla, 2. Vorsitzender und Schwimmwart und Ulrike Fischer, 2. Schatzmeisterin (v.l.) gehören zu den 23 Ehrenamtlichen, die den Verein tragen.

Sie halten die Vereinsflagge des TuS Altenessen in Ehren: Melanie Könnings, Erste Schatzmeisterin, Mario Ulbel, Geschäftsführer, Thomas Przybilla, 2. Vorsitzender und Schwimmwart und Ulrike Fischer, 2. Schatzmeisterin (v.l.) gehören zu den 23 Ehrenamtlichen, die den Verein tragen.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Der Altenessener Traditionsverein wurde vor genau 100 Jahren gegründet. Dass er so lange besteht, verdankt er vor allem den vielen Ehrenamtlichen

Ganz still und ohne viel Aufhebens hat der TuS Altenessen in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag begangen. Statt groß zu feiern, macht der 1919 gegründete Arbeiterverein einfach so weiter wie bisher – und bietet im Stadtteil gute sportliche Freizeitangebote für Menschen aller Altersklassen.

Man kann es gar nicht oft genug erwähnen: Ohne Ehrenamtliche, die sich in ihrer Freizeit engagieren, würde kein einziger Verein überleben. Was sie leisten, bleibt oft unerwähnt und wenig gewürdigt. „Die meisten von uns sind einfach mit und in dem Verein groß geworden“, sagt Thomas Przybilla, der zum Vorstand des Vereins gehört. 1971 hat er beim TuS Altenessen Schwimmen gelernt – und ist bis heute der Schwimmabteilung treu geblieben. „Ich bin dann irgendwie in das Ehrenamt hineingewachsen und dabei geblieben“, sagt der 54-Jährige.

Insgesamt 25 Ehrenamtliche kümmern sich um 300 Sportler

Wie ihm geht es den meisten Übungsleitern und Verantwortlichen beim Altenessener Verein. Viele haben sogar eine Doppelfunktion. Zum Beispiel Aleksandra Wojciechowska, die gemeinsam mit Melanie Könnings derzeit 25 Kindern den Umgang mit dem Rhönrad beibringt und gerade erst zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. „Ich habe mit dem Rhönradturnen schon im Alter von sieben Jahren angefangen“, erzählt sie. Natürlich beim TuS Altenessen. Nach längerer Pause ist sie nun wieder seit drei Jahren aktiv dabei und gibt ihre Begeisterung für den Sport an die Kinder weiter. „Das macht mir Spaß und ist einfach mein Ding“, sagt sie und lacht.

Thomas Przybilla und Aleksandra Wojciechowska sind nur zwei von 23 Ehrenamtlern, die den Verein mit seinen knapp 300 Mitgliedern tragen. Der wurde am 30. Juni 1919 als selbstständige Abteilung des Arbeiter-Turnvereins Essen gegründet. Am Übungsbetrieb nahmen zunächst nur Turner teil, später kamen dann auch Turnerinnen und Kinder dazu. 1933 verboten die Nazis alle Arbeitersportvereine und beschlagnahmten deren Vermögen. „Einen Verein kann man verbieten, aber den Geist nicht totschlagen“, schrieb die ehemalige Vorsitzende Grete Steube 1969 in einer Festschrift zum 50. Bestehen des TuS Altenessen darüber. Statt zu resignieren, hielten die Mitglieder heimlich Kontakt und trafen sich zum Wandern.

Nach dem Krieg ging es zum Training in die Zeche Carl

Schon im Juni 1945, also kurz nach Kriegsende, ging es offiziell wieder los. Eine Turnhalle gab es nicht, nur den Sportplatz an der Stankeitstraße. Später unterstützte die Altenessener Bergwerks AG die Sportler und stellte ihnen die Turnhalle auf der Schachtanlage Carl zur Verfügung. Wenige Wochen später kamen die ersten Schwimmer dazu. Und im April 1947 konnte endlich wieder im Stadtbad Altenessen, der heutigen Alten Badeanstalt, trainiert werden.

Viele unterschiedliche Sportarten wurden im Laufe der einhundert Jahre angeboten. Manche wie Volleyball, Handball, Leichtathletik und Tennis sind mittlerweile Vergangenheit. Andere wie Fußball und Schwimmen gehören seit jeher zum TUS Altenessen. Und es kamen auch neue hinzu wie Badminton, Rhönradturnen und Trampolinspringen; sie sind bis heute ein fester Bestandteil des sportlichen Angebotes.

Rhönradturnen soll wieder wettkampftauglich werden

„Wettkampfsport machen derzeit nur noch die Schwimmer“, erzählt Thomas Przybilla, „der Rest ist Freizeitsport“ Zum Rest gehören auch Kinderturnen und Kindertanzen, allgemeiner Frauen- und Männersport. Was nicht heißt, dass es so bleiben wird. „Wir wollen auch wieder mit den Rhönrädern in den Wettkampf einsteigen“, nennt Aleksandra Wojciechowska ihr nächstes Ziel.

Das mit dem Wettkampf hat der Verein selbst in der Hand. Doch was den Zustand der Sportstätten angeht, da ist er auf die Stadt angewiesen. „Und da müssen wir einfach sagen: Der ist teilweise katastrophal. Erst wurde jahrzehntelang gar nichts gemacht, dann werden die Hallen zwecks Renovierung monatelang gesperrt“, kritisiert Thomas Przybilla. Und wünscht sich zum runden Geburtstag des Vereines mehr Kontinuität seitens der Stadt, aber auch mehr Menschen, die die Ärmel hochkrempeln und beim TuS Altenessen mitmachen. Am liebsten als Ehrenamtliche.

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