Hochwasser

Dank der Dränage stehen Häuser in Karnaps Osten im Trockenen

Diese Rohre sind geschlitzt, so dass sie das Grundwasser auffangen und ableiten können.

Diese Rohre sind geschlitzt, so dass sie das Grundwasser auffangen und ableiten können.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Karnap.  Im Jahr 2011 galt Karnap als „abgesoffen“. Nun soll eine den Wasserspiegel absenken. Ein erster Teil ist fertig.

Während Karnaps Westen noch in Abgründe blickt, hat der Osten den Schrecken hinter sich. Zwischen Ahnewinkelstraße und Lohwiese leitet jetzt die neue Drainage das hoch stehende Grundwasser regelmäßig in die nahe Emscher ab, während an der Straße In der Vogelwiesche im Westen erst die erste fünf Meter tiefe Baugrube ausgehoben ist. Es wird letztlich mehr als ein Jahrzehnt vergehen, bis die Tage, als Karnap abgesoffen ist, verarbeitet sind. „Februar 2011 ist das berüchtigte Datum“, erinnert sich Dirk Pomplun, der Pressesprecher der Essener Stadtwerke.

Sein Unternehmen verlegt gemeinsam mit der Emschergenossenschaft und beauftragten Unternehmen auf einer Strecke von etwa sechs Kilometern Drainage-Rohre. In einem Monat werden die Firmen die Baustelle an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen endgültig geräumt haben, während ihnen und den Anwohnern im Westen noch drei harte Jahre bevorstehen.

Zwei Pumpwerke leiten das Wasser über den Deich

Wer die letzten Jahre in Karnap nicht erlebt hat, wird heute kaum noch ahnen, wie sehr der Osten durchwühlt worden ist. Von den tiefen Gräben, die sich durch die schmalen Wohnstraßen zogen, ist nichts mehr zu sehen. Nur wer genau hinsieht, wird zwei Pumpwerke finden, die unauffällig zwischen den Büschen stehen. Mit den vergleichsweise riesigen Brüdern wie dem Pumpwerk Horster Mark haben die Container an der Lohwiese und am Osterbruch nicht mehr viel gemein.

Doch was sie für den Stadtteil leisten, ist seit wenigen Wochen wenige hundert Meter weiter am Emscher-Deich zu erleben. In regelmäßigen Abständen rauscht das gesammelte Grundwasser aus zwei Druckleitungen in den Fluss. Anhand einer Grafik zeigt Michael Getta, Projektleiter der Emschergenossenschaft, wie stark der unterirdische Wasserspiegel in dieser Gegend jetzt abgesenkt wird: von minus 1,75 m auf minus 2,25 m, also um einen halben Meter. Ermittelt haben das fünf Messstellen in der Tiefe. „Und das Wasser, das wir in die demnächst saubere Emscher einleiten, ist in Ordnung. Das haben Untersuchungen gezeigt“, fügt Boris Keppel, Bauleiter bei den Stadtwerken, hinzu.

Wasser strömt von allen Seite in die Grube

Im Westen Karnaps liegen die geschlitzten Abwasserrohre noch gestapelt am Straßenrand. Derzeit wird das von allen Seiten in die Baugrube strömende Wasser abgepumpt, erst danach können die Rohre im Boden versenkt werden. „Doch die Trockenlegung der Grube hat noch nicht funktioniert. Das Wasser strömt noch von den Seiten hinein“, erläutert Michael Getta. Zusätzliche Pumpen sollen nun bis Mittwochmittag den weiteren Ausbau ermöglichen. Zu Verzögerungen im Zeitplan führt das aber nicht, beruhigt Bauleiter Boris Keppel: „Solche Sachen im Betrieb sind einkalkuliert.“

Bis auch im Westen Karnaps das – trotz der Trockenheit – extrem hoch stehende Wasser durch die Drainage eingesammelt und ebenfalls in die nahe Emscher eingeleitet werden kann, werden noch etwa drei Jahre vergehen. Wirklich neu ist das Verfahren für die Ingenieure nicht, doch Michael Getta sagt voller Respekt: „In dieser Größenordnung ist die Verlegung einer Drainage eine Herausforderung. Das hängt auch mit der Enge in der Wohnsiedlung zusammen. Zum Glück haben wir hier auf der anderen Straßenseite einen Schrebergarten.“

Drei Kilometer Dränage-Rohr

In drei Jahren soll man auch im Westen nicht mehr in Abgründe blicken. Dann sind dort drei Kilometer Drainage-Rohre verlegt – und das dann nicht mehr so hoch stehende Grundwasser kein Problem mehr.

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