Brandschaden

Brand im Mehrfamilienhaus wirkt sich bis heute aus

Umsonst tapeziert: Nach dem Sturm in der vergangenen Woche drang wieder Wasser in die Wände. Christine und Karl-Ulrich Meitner sind verzweifelt.

Foto: Knut Vahlensieck

Umsonst tapeziert: Nach dem Sturm in der vergangenen Woche drang wieder Wasser in die Wände. Christine und Karl-Ulrich Meitner sind verzweifelt. Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Katernberg.   Denn das Dach ist noch immer nicht dicht. Nach dem Sturm drang vergangene Woche wieder Wasser in Wohnungen. Eigentümer verzweifeln langsam.

Der Brand in dem Mehrfamilienhaus in Katernberg Ende Mai war schon verheerend genug. 300 000 Euro Sachschaden entstand, als sechs Balkone brannten und die Flammen das Dach und die Wärmedämmung beschädigten. Doch bis heute leiden die Eigentümer unter den Folgen. Noch immer sind mehrere Wohnungen nicht bewohnbar, die Mieter mussten Ersatzwohnungen finden.

Es war der Nachmittag an Christi Himmelfahrt, als auf der Rückseite des Hauses an den Schonnebeckhöfen das Feuer vermutlich durch Brandstiftung ausbrach. Die Feuerwehr musste von innen mit Atemschutz sowie von außen über eine Drehleiter die Flammen bekämpfen. Verletzt wurde niemand, weil die Bewohner das Haus mit seinen insgesamt 68 Apartmens rechtzeitig verlassen konnten. Doch allein das Löschwasser richtete weiteren Schaden an. Um Kurzschlüssen vorzubeugen, musste die Stromversorgung unterbrochen werden.

Eine Woche später waren noch immer 19 Wohnungen ohne Strom. Sie sollten, so die Planung, erst wieder angeschlossen werden, wenn sie getrocknet worden sind. Doch darauf wartet z. B. das Ehepaar Karl-Ulrich und Christine Meitner im Prinzip bis heute. Ihnen gehören zwei Apartments in dem gepflegten Haus und sind allmählich mit den Nerven am Ende. „Unser Mieter ist ausgezogen, seit Mai können wir die Wohnung nicht mehr vermieten“, berichtet Christine Meitner.

Wasser floss durchs Treppenhaus

Dabei war sie zuletzt optimistisch, dass es schneller geht. Erst vor wenigen Tagen wagten sie es, die Zweiraum-Wohnung wieder tapezieren zu lassen. Denn obwohl das Dach noch immer nicht wieder gedeckt war, hielt doch zumindest eine Folie den Regen ab.

Doch dann kam in der vergangenen Woche der Herbststurm, und das ganze Elend begann von vorn. „Die Folie hat sich wieder gelöst und das Wasser ist durch das Treppenhaus bis nach unten geflossen“, schildert die Wohnungseigentümerin. Und erneut in ihre Wohnung, wo die Tapetenbahnen nun fast von allein von den Wänden fallen.

„Das geht so nicht“, kritisiert die Hausverwaltung

Dass das Dach bis heute nicht wieder gedeckt ist, kritisiert auch der Hausverwalter. „Der Dachdecker hat von der Versicherung Mitte Juli den Auftrag bekommen. Wir können bei ihr auch nur anklopfen und sagen, dass das so nicht geht“, bestätigt Heinz Colligs als Sprecher der Hausverwaltung, die Verzögerungen. „Alle Beteiligten sind unglücklich, auch die Verwaltung“, fügt er hinzu.

Am Freitag treffen sich nun Hausverwaltung, Handwerker und Versicherung zur Besprechung. „Die Ziegel sind nächste Woche auf dem Dach“, versichert Dachdecker André Polenz aus Duisburg. Christine Meitner kann auch diese Zusage nicht fröhlich stimmen: „Wir waren überzeugt, dass alles nur sechs bis acht Wochen dauert . . .“

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