Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Bezirksvertreter empört über geplante Baumfällungen

Die Baustelle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Schonnebeck. Rechts ist das Nord-Ost-Bad zu erkennen. Davor stehen neun Bäume, die für den Ersatzparkplatz weichen sollen. Die Zelte werden sowohl rechts als auch oberhalb des Baufeldes errichtet. Die Lastwagen fahren gegen den Uhrzeigersinn um die Baustelle herum.

Die Baustelle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Schonnebeck. Rechts ist das Nord-Ost-Bad zu erkennen. Davor stehen neun Bäume, die für den Ersatzparkplatz weichen sollen. Die Zelte werden sowohl rechts als auch oberhalb des Baufeldes errichtet. Die Lastwagen fahren gegen den Uhrzeigersinn um die Baustelle herum.

Foto: Hans Blossey.

Essen-Schonnebeck..   Nicht zwölf, sondern nur drei Bäume sollen einer Baustraße weichen. Die anderen neun stehen einem Parkplatz im Weg. Auch Anwohner protestieren.

Empörung hat in der Bezirksvertretung VI Stoppenberg am Abend die Ankündigung der Stadtverwaltung gesorgt, vor Entsorgung der 25.000 Tonnen asbesthaltigen Bodens an der Neubaustelle Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Schonnebeck zwölf Bäume zu fällen. Denn nur drei von ihnen müssen einer unumstrittenen Baustraße weichen, während die übrigen neun einem Ersatzparkplatz im Wege stehen. Das Pikante: Es werden mehr Ersatzparkplätze geschaffen als durch die Baustraße entfallen.

Fakten, die bei den Bezirksvertretern aller Fraktionen für zorniges Kopfschütteln sorgte. Während Andre Vollmer (SPD) eine „Ausweitung des Skandals“ sieht, stellte Rudolf Vitzthum (CDU) in aller Deutlichkeit fest: „Das machen wir nicht so!“

Erst wird der unbelastete, dann der belastete Boden abgefahren

Der asbesthaltige Bodenaushub war bei den Ausschachtungsarbeiten für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule gefunden worden. Mit Planen abgedeckt, liegt er an mehreren Stellen verteilt am Rande der Baustelle. Nun muss er nach langer Verzögerung schnellstens abgefahren werden. Dazu hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Stadtverwaltung aufgefordert. Von März bis Juni soll der unbelastete Bodenaushub per Lastwagen abgefahren werden, ab Juni dann der belastete. Die Mieten auf dem Neubaugelände werden bis dahin mit Hilfe von Zelten abgedeckt. In ihnen wird Unterdruck herrschen, damit die schädlichen Stoffen nicht ins Freie gelangen können. Die Fahrstraße führt im Bogen um das Gelände herum.

Für diese Straße sollen noch im Februar, bevor die Vegetation wieder aufblüht, drei Bäume gefällt werden. Weil auch der Lehrerparkplatz um 25 Plätze verkleinert wird, soll vor dem Nord-Ost-Bad ein Ersatz gebaut werden – mit 41 Plätzen – also deutlich mehr, als an anderer Stelle entfallen. Dafür sollen weitere neun Bäume fallen.

Andre Vollmer formulierte die Kritik, die von allen Bezirksvertretern geteilt wurde: „Die Fällung wird nicht wegen der Baustraße, sondern wegen der Parkplätze gemacht. Die neuen Parkplätze haben nichts mit der Baustraße zu tun.“ In diesem Zusammenhang frage er sich, welche Rolle die Dezernentin Raskob spiele, in deren Zuständigkeitsbereich diese Pläne gehörten. Der SPD-Politiker erinnerte auch an die zweite Bürgerversammlung, auf der versichert worden sei, sich um den Erhalt der Bäume zu bemühen.

Rudolf Vitzthum sieht noch einen anderen Aspekt. Dass die Bäume gefällt werden sollen, ist erst seit einer Woche bekannt. Das der Bereich „Sport und Bäder“ der Stadtverwaltung „dichtgehalten hat, macht mich misstrauisch“.

Bezirksbürgermeister empfiehlt Kompromiss

Um einen Kompromiss zu finden, empfahl Bezirksbürgermeister Michael Zühlke dem Nord-Ost-Bad, bis zur Fertigstellung der Schule Ende 2020 auf Parkplätze zu verzichten, damit die etwa 40 Jahre alten Bäume stehen bleiben können. Diese Einschränkung sei gerechtfertigt angesichts der Zumutungen, die die Anwohner und die Schule in Schonnebeck zu ertragen hätten. Und Rudolf Vitzthum ergänzte: „Es ist den Nutzern zuzumuten, dass sie mal weiter weg parken müssen, angesichts dessen, was die Anwohner mitmachen.“

Ob die Empörung hilft, muss sich jetzt noch zeigen. Die Bezirksvertretung wurde am Donnerstag über die angeblich „dringenden Baufällungen für die Errichtung einer Baustraße zur Asbestentsorgung“ lediglich informiert, eine Entscheidungsbefugnis hat sie nicht.

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