Verdreckte U-Bahnhöfe

Bezirkspolitiker beklagt verdreckte U-Bahnhöfe in Altenessen

Staub auf den Wänden: Diesen Anblick haben nicht die Fahrgäste zu verantworten.

Staub auf den Wänden: Diesen Anblick haben nicht die Fahrgäste zu verantworten.

Foto: Rüdiger Hagenbucher

Altenessen.   Abrieb der Stadtbahnen: Die U-Bahnhöfe auf der Nordstrecke machen einen schmuddeligen Eindruck. Die Ruhrbahn verweist auf die Bauart des Tunnels.

Werden die U-Bahnhöfe von U 11 und U 17 auf der Nordlinie seltener gereinigt als die Haltestellen südlich der Innenstadt? Ist sogar im Tunnel ein Nord-Süd-Gefälle zu erkennen? Peter Stauder (SPD), Bezirksvertreter in Altenessen, hält das für möglich: „Man hat den Eindruck, dass mehr für die Sauberkeit getan wird, wo mehr Publikumsverkehr ist.“

Dem 64-jährigen Altenessener sind besonders die verstaubten und verschmutzten Wände in den Haltestellen ein Dorn im Auge, sei es am Altenessener Bahnhof, an der II. Schichtstraße oder auch am Karlsplatz. „Muss man im U-Bahn-Tunnel noch mehr Staub einatmen als auf der Gladbecker Straße?“, fragt er sich.

Reisende bekommen soforteinen schlechten Eindruck

Unterstützt wird er von Walter Wandtke, Ratsherr der Grünen. Er prangert besonders den schmuddeligen Eindruck des U-Bahnhofs Altenessen Bahnhof an. Denn gerade in Zeiten, in denen die Deutsche Bahn im Zuge von Baustellen immer wieder Züge über die Köln-Mindener-Eisenbahn umleitet und demzufolge viele Reisende in Altenessen aussteigen, sei es schade, dass diese solch einen schlechten Eindruck bekämen. Auffällig seien auch die beschmierten Wände gegenüber den Bahnsteigen. Peter Stauder: „Was passiert da eigentlich im Tunnel? Es müssen doch Leute über die Gleise laufen. Sieht das die Ruhrbahn denn nicht?“

Doch an der Ruhrbahn-Zentrale an der Zweigertstraße ist das Staubproblem bekannt, wie Pressesprecher Jens Kloth mitteilt. Er stellt fest: „Das Problem mit den verstaubten Wänden ergibt sich aufgrund der Tunnelbauart. Charakteristisch für diese Bauart ist die Röhrenform des Tunnels. Und diese Bauart haben wir auf der ganzen Nordstrecke (Bamlerstraße – Karlsplatz) und auch nur dort. In diesen Tunneln lagert sich bis auf eine Höhe von etwa 1,50 m der Staub und Abrieb der Stadtbahnen ab. Innerhalb einer kurzen Zeit baut sich ein schwarzer Streifen auf. Die Wände der gesamten Nordstrecke werden zwei Mal im Jahr von diesem Staub gereinigt. Die Reinigung kann nur nachts in der Betriebsruhe durchgeführt werden und ist sehr aufwendig.“

Ruhrbahn reinigt ihre 31 U-Bahnhöfe bis zu vier Mal pro Jahr

Es gebe also bei der Reinigung kein Nord-Süd-Gefälle, sondern nur bei der Verschmutzung. Jens Kloth: „Die Bahnhöfe der Nordstrecke werden mit der gleichen Frequenz gereinigt wie die im Essener Süden. Die Bahnhöfe werden in sogenannte Reinigungslose (drei bis vier Bahnhöfe) zusammengefasst und zwischen 6 Uhr und 20 Uhr gereinigt. In diesem Los reinigt dann das Reinigungsteam in zwei Schichten und besucht somit die Bahnhöfe jeweils drei bis vier Mal. 31 U-Bahnhöfe hat die Ruhrbahn in Essen insgesamt.“

Aber er sagt auch: „Wir stellen fest, dass der Verschmutzungsgrad im Essener Norden deutlich höher liegt.“

SPD-Bezirksvertreter Peter Stauder erkennt dagegen eine andere Reihenfolge der Ursachen: „Wenn eine U-Bahn-Station sauber ist, dann wird sie auch weniger beschmiert.“

>>U-BAHNHÖFE GEHÖREN DER STADT

  • Die Nordstrecke der U-Bahn mit ihren Linien U 11 und U 17 gehört der Stadt Essen, die sie an die Ruhrbahn vermietet hat.
  • Ein Dauerärgernis für die Fahrgäste sind auch die häufig fehlenden Papierkörbe, speziell im U-Bahnbereich Altenessen Bahnhof. Sie waren aus Edelstahl und damit begehrte Objekte für Diebe und wurden inzwischen ausgetauscht.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben