Ärgernis

Awo-Senioren fordern eine Rampe für das Rathaus Stoppenberg

Awo-Vorstand Hubert Walter beklagt eine fehlende Rampe am Seniorenzentrum im Rathaus Stoppenberg. Einen idealen Standort dafür hat er am Seiteneingang des Gebäudes an der Schwanhildenstraße ausgemacht.

Awo-Vorstand Hubert Walter beklagt eine fehlende Rampe am Seniorenzentrum im Rathaus Stoppenberg. Einen idealen Standort dafür hat er am Seiteneingang des Gebäudes an der Schwanhildenstraße ausgemacht.

Foto: Stefan Arend

Essen-Stoppenberg.   Menschen mit Rollatoren haben Probleme, zu den Treffen des Seniorenclubs im alten Rathaus Stoppenberg zu kommen. Warum noch nichts passiert ist.

Immer dienstags trifft sich der Awo-Seniorenclub Stoppenberg im alten Rathaus am Stoppenberger Platz, das der Stadt gehört. 60 bis 80 Frauen und Männer ab 60 Jahren kommen zum Kaffee-Klatsch zusammen. Nach Meinung des Awo-Ortsvereins Stoppenberg könnten es mehr sein. „Alle freuen sich auf den Dienstag. Einige, ich schätze 20 bis 30, kommen aber nicht mehr, weil es ihnen zu beschwerlich ist, ins Haus zu kommen“, sagt Hubert Walter, nachdem er gerade seiner Ehefrau den Rollator über die vier Stufen des Haupteingangs am Stoppenberger Platz getragen hat.

Der 83-Jährige ist Mitglied des Awo-Vorstands in Stoppenberg und beklagt nicht zum ersten Mal die fehlende Barrierefreiheit des Gebäudes. Sein Vorschlag: Am Seiteneingang an der Schwanhildenstraße – dort kommt man über zwei Stufen ins Gebäude – könne eine Rampe für Menschen mit Rollatoren aufgestellt werden.

Bereits im Januar 2015 trafen sich unter anderem Vertreter der Awo und der Immobilienwirtschaft, um das Thema zu beraten. Das Rathaus der damaligen Gemeinde Stoppenberg, der größten Landgemeinde Preußens, wurde um die vorletzte Jahrhundertwende in drei Abschnitten erweitert. Der Vorgängerbau stammte aus dem Jahr 1853 und musste schon nach zehn Jahren erweitert werden. Nach der Eingemeindung 1929 diente das Rathaus nur noch als Verwaltungsstelle Essen-Stoppenberg.

Aufzug wurde umgerüstet

„Da es sich bei dem Objekt um ein Baudenkmal handelt, ist der Anbau einer Rampe aus denkmalrechtlicher Sicht wohl nicht genehmigungsfähig“, lautete das Ergebnis aus Sicht der Verwaltung. Auch seien die Baukosten verhältnismäßig hoch. Allein die Umrüstung des Aufzuges im Hinterhof sei somit alleinig in Betracht zu ziehen.

Worte, die bei Friedhelm Balke, der seit 1975 Awo-Ortsvereinsvorsitzender ist und bei den Gesprächen vor vier Jahren dabei war, nachklingen. „Den 40 Jahre alten Aufzug, der im vergangenen Jahr für 20.000 Euro umgerüstet wurde, nutzt so gut wie niemand“, sagt der 84-Jährige und schüttelt den Kopf. „Der Aufzug ist für ältere Menschen nicht geeignet. Außerdem müssen die Rollator-Nutzer auf dem Weg zum Aufzug eine beträchtliche Strecke auf Kopfsteinpflaster zurücklegen“, kritisiert Hubert Walter.

Rampe würde nur 3500 Euro kosten

Statt 20.000 Euro in den Aufzug hätte die Stadt besser 3500 Euro in eine Rampe investiert, so der 83-Jährige. Dass Argument, eine Rampe am Seiteneingang in der Schwanhildenstraße könne wegen des Straßenverkehrs nicht eingerichtet werden, lässt Hubert Walter nicht gelten. „Das ist doch keine Hauptverkehrsstraße.“

>> Computerclub tagt auch im Rathausgebäude

Der Awo-Gesprächskreis trifft sich immer dienstags von 14 bis 18 Uhr im Rathaus Stoppenberg, Stoppenberger Platz 6.

In der Seniorenbegegnungsstätte ist auch der Computerclub Stoppenberg angesiedelt. Die Teilnehmer treffen sich von 10 bis 13 Uhr.

Infos über weitere Angebote gibt es auf www.awo-essen.de unter dem Link Ortsverein Stoppenberg.

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