Rundgang durch St. Hedwig

Auf der Suche nach Bauhaus-Spuren in der St. Hedwig-Kirche

Die Kirche St. Hedwig in Altenessen birgt Spurenb des Bauhauses.

Die Kirche St. Hedwig in Altenessen birgt Spurenb des Bauhauses.

Foto: Klaus Micke

Essen-Altenessen.   Bauhaus und die Kirche St. Hedwig bringt man nicht gleich in Verbindung. Doch es besteht eine. Die soll bei einem Rundgang gezeigt werden.

Das Ortskuratorium Essen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt für Mittwoch, 1. Mai, um 15 Uhr zu einer Führung durch die Kirche St. Hedwig, An St. Hedwig 17, in Altenessen ein. Treffpunkt ist vor der Kirche. „Die Führung ist kostenfrei. Um eine Spende für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird gebeten“, sagt Michael Rüsing, seit kurzem Ortskurator der DSD. Nach der Führung besteht die Möglichkeit zu einem Meinungsaustausch bei Getränken und Gebäck im Foyer der Kirche.

„Die St. Hedwig-Kirche greift in ihrer Architektur Elemente und Ideen der Bauhausbewegung auf“, erklärt Michael Rüsing. Bei der Umgestaltung des Innenraums der 1932 errichteten denkmalgeschützten Kirche im Jahr 2000 seien die Elemente bei der Neugestaltung des Innenraumes einbezogen worden. Bei der rund einstündigen Führung stellt Michael Rüsing die Bauhaus-Gedanken in der Kirche vor und erläutert und verdeutlicht, wie die Vorgaben des Denkmalschutzes mit den Anforderungen, die eine Gemeinde an einen Gottesdienstraum hat, in Einklang gebracht werden können.

Michael Rüsing zum Bauhaus: „2019 feiert das Bauhaus sein 100-jähriges Jubiläum. Walter Gropius, der sich bereits 1911 mit dem Entwurf des Fagus-Werks in Alfeld als Architekt der Avantgarde empfohlen hatte, begann 1919 in Weimar die bestehende Hochschule für Bildende Kunst mit der im Krieg geschlossenen Kunstgewerbeschule zum Staatlichen Bauhaus Weimar zusammenführen. In der „Einheitskunstschule“ sollten unter der Federführung der Baukunst die Schranken zwischen den künstlerischen Disziplinen Malerei, Bildhauerei, Grafik und Kunsthandwerk aufgelöst werden.

Gropius erklärte das handwerklich-technische Können zur unerlässlichen Grundlage allen künstlerischen Schaffens und zwar durch eine gemeinsame Ausbildung von Lehrlingen, Gesellen und Meistern. Das Bauhaus wagte, wie Gropius später festhielt, „als erstes institut in der welt (…) diese antiakademische geisteshaltung schulisch zu verankern.“ Vorbild war ihm die mittelalterliche Bauhütte, in der die Gewerke gemeinsam großartige Bauwerke geschaffen hatten. Von ihr leitete er auch den Namen ab – Bauhaus. Gut vernetzt und mit viel Gespür gewann der 33-jährige Architekt und Designer als Lehrer so berühmte Künstler wie Paul Klee, Johannes Itten, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy und Oskar Schlemmer, die ihre avantgardistischen Positionen am Bauhaus einbrachten und vermittelten. Sie leiteten als künstlerische „Formmeister“ mit jeweils einem Handwerksmeister die Werkstätten.

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