Segerothpark

Anwohner kümmert sich um Hundekotbeutel für Segerothpark

Holger Hullermann kümmert sich um die Hundekot-Beutel samt Behälter im Segerothpark

Holger Hullermann kümmert sich um die Hundekot-Beutel samt Behälter im Segerothpark

Foto: Dietmar Mauer

Essen-Nordviertel.   Holger Hullermann, Anwohner des Segerothparks, trat bei Spaziergängen öfter mal in Hundehaufen – und fluchte. Dabei beließ er es aber nicht.

Holger Hullermann wohnt im Nordviertel in Sichtweite des Segerothparks. Nicht nur, wenn er seinen Bruder in dessen Schrebergarten besuchen will, muss er durch den weitläufigen Park, der von der Segerothstraße durchschnitten wird. Der 42-jährige gelernte Kaufmann schlendert, wann immer es geht, durch den urwüchsigen Park mit seiner Flora und Fauna, um einfach mal den Kopf frei zu kriegen.

Stadt stellt Spender und Beutel zur Verfügung

Nicht immer war allerdings der Kopf nach einem jener Spaziergang frei. „Mehr als einmal bin ich in Hundekot getreten, worüber ich mich ziemlich ärgerte“, erinnert sich Holger Hullermann. Er fragte sich, was er zur Lösung dieses Problems beitragen könne. Als er eine Sitzung der Bezirksvertretung besuchte, kam er mit Helmut Krautschneider (FDP) ins Gespräch.

Die Lösung: Die Stadt stellt zwei Spender für Hundekotbeutel und die Beutel zur Verfügung. Holger Hullermanns Beitrag: Er füllt die beiden Spender bei Bedarf auf und holt Nachschub bei der Stadt, wenn der Vorrat in seinem Keller aufgebraucht ist. „Das ist jetzt ja keine große Belastung“, sagt der 42-Jährige bescheiden. Trotzdem hofft er, dass sein Engagement Nachahmer finden wird. „Es braucht nicht immer den riesigen Aufwand.“

Interessante Flora und Fauna

Dass die Beutel ihren Zweck erfüllen werden, dessen ist sich Holger Hullermann sicher. „Die meisten Menschen werfen nicht einfach alles in die Gegend“, sagt er und zeigt auf einen Mülleimer im Park, der heute „wegen Überfüllung geschlossen“ ist.

Holger Hullermann ist vom Segerothpark begeistert. Von seiner Flora (z.B. den riesigen Bäumen und den großen Rhododendren) und von seiner Fauna (z.B. Fuchs und Specht). Förmlich in den Bann gezogen haben ihn die alten Gräber mit ihren Steinen. Ob es der Grabstein ist, der an den jungen Fliegerleutnant aus dem 1. Weltkrieg erinnert, die eingezäunte Gruft der Familie Hill oder die Denkmäler zu Ehren verunglückter Bergleute – alle sind stille Zeitzeugen. „Vielleicht können hier ja mal Schilder mit kurzen Erklärungen aufgestellt werden“, schlägt Holger Hullermann vor.

Die Gefahr, auf einem historischen Rundgang zu den Gräbern, in Hundehaufen zu treten, wäre auf jeden Fall schon mal deutlich verringert.

>>> Friedhof Segeroth wurde 1863 eröffnet

  • Der Segerothpark ging aus dem Friedhof Segeroth, der 1863 eröffnet wurde, hervor. Er wurde in den 1980er-Jahren stillgelegt.
  • Zum Friedhof Segeroth gehört auch der heutige Jüdische Friedhof am Assmannsweg. Hier fand 1991 die letzte Bestattung statt.

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