Verkehr

Altenessener Straße ist für Radler gefährlich

Jörg Brinkmann, Sprecher des Essener ADFC, demonstriert wie gefährlich die  Altenessener Straße in Höhe des Bahnhofs für Radler ist.

Jörg Brinkmann, Sprecher des Essener ADFC, demonstriert wie gefährlich die Altenessener Straße in Höhe des Bahnhofs für Radler ist.

Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Essener Fahrradclub will für eine kurze Zeit eine Fahrbahn für den Radverkehr sperren. Dort klafft seit Jahrzehnten eine Lücke im Radwegenetz.

Mit einer öffentlichen Aktion will der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Essen auf die für Radler gefährliche Situation auf der Altenessener Straße aufmerksam machen: Ein paar Stunden lang wird am Mittwoch, 21. August, zwischen dem Abschnitt Palmbuschweg und Altenessener Bahnhof, ein geschützter Radfahrstreifen auf einer Fahrbahn errichtet.

Sie gehört zu den vielbefahrenen Achsen in dieser Stadt: Auf der vierspurigen Altenessener Straße braust der Verkehr nahezu ohne Pause. Doch für Radfahrer ist dort trotz farblich gekennzeichneter Radspuren wenig Platz. „Gerade auf der Altenessener Straße sind die Radwege ein frustierender Mix aus lückenhaften, schlechten oder schlichtweg gefährlichen Lösungen. Und sie sind teilweise viel zu schmal“, sagt ADFC-Sprecher Jörg Brinkmann.

Radspuren werden zugeparkt oder nicht beachtet

Oft würden die vorhandenen Radspuren zugeparkt oder einfach von den Autofahrern nicht beachtet. Oder man landet als Radler, wie auf dem Stück zwischen dem Palmbuschweg und dem Bahnhof, einfach auf der Straße. Das ist gerade für Kinder oder Ältere ein manchmal sogar lebensgefährliches Unterfangen – denn die Fahrspuren sind eng, die Autos und Lkw brausen ohne große Rücksichtnahme an den Zweirädern vorbei. „An dieser Stelle klafft schon seit Jahrzehnten in Fahrtrichtung Innenstadt eine Lücke“, so Brinkmann, „darauf wollen wir mit unserer temporären Aktion hinweisen.“

Der Essener ADFC kämpft seit Jahrzehnten dafür, dass die Radwege in der Stadt ausgebaut werden. „Schließlich hat die Stadt sich selbst im Rahmen der Grünen Hauptstadt auf die Fahnen geschrieben, die Anteile der verschiedenen Teilnehmer im Verkehr auf ein gleichberechtigtes Level zu bringen.“ Das bedeutet, dass Fußgänger, Radfahrer, Autos und der öffentlichen Nahverkehr jeweils 25 Prozent des gesamten Stadtverkehrs ausmachen. „Davon sind wir aber leider noch weit entfernt“, so der Radexperte.

Keine alternative Radroute möglich

Was nicht heißen soll, dass in den vergangenen Jahrzehnten in Sachen Radwege nichts passiert ist: „Als ich 1981 vom Niederrhein nach Essen kam, war das für Radler hier eine Diaspora. Seitdem hat sich viel getan.“ Bereits 1995 habe die Stadt ein Hauptroutenradnetz konzipiert, „und die Altenessener ist eine diese wichtigen Routen. Doch leider nicht durchgehend befahrbar.“ Außerdem gebe es für diese Hauptachse kaum alternative sichere Routen für Radler.

Was zur Folge hat, dass die meisten Fahrradfahrer gerade an dieser gefährlichen Stelle einfach den Bürgersteig nutzen. Das ist zwar verboten, „aber dafür hat, glaube ich, jeder, der sich die Verkehrssituation hier anschaut, Verständnis“.

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