Stadtteil-Initiative

Altenessener gehen dem Müll an den Kragen

Rede und Antwort: Andrea Tröster wird hier von Zakaria interviewt, dessen Kollege Mesud hält alles mit der Kamera fest. Stoff für die nächste Altenessen-Konferenz.

Foto: Kerstin Kokoska

Rede und Antwort: Andrea Tröster wird hier von Zakaria interviewt, dessen Kollege Mesud hält alles mit der Kamera fest. Stoff für die nächste Altenessen-Konferenz. Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Altenessen.   „Ein Stadtteil putzt sich raus“: Aktion trägt Früchte. Rund um den Bahnhof sieht’s viel besser aus, wilden Müll aber gibt’s nach wie vor.

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Viel hilft viel – zumindest hin und wieder. Seit wenigen Monaten erst gibt es in Altenessen die Aktion „Ein Stadtteil putzt sich raus – wir räumen bei uns auf“. Was die Vorbereitungsgruppe der Altenessen-Konferenz einst einstielte und seitdem zusammen mit engagierten Bürgern aus dem Stadtteil, jungen Menschen aus dem Jugendhaus „Exil“ oder auch der Männerrunde aus dem „Treffpunkt Süd“ umsetzt, das trägt sichtbare Früchte. Altenessen ist deutlich sauberer geworden, und auch das Gemeinschaftsgefühl macht Fortschritte.

Wie fast alles im Leben: Was man zusammen angeht, ist meist effektiver und macht zudem einfach auch oft viel mehr Spaß. Viele Hände, schnelles Ende, sozusagen. Diesmal waren es etwa 25 Altenessener, die dem Dreck rund um den Bahnhof an den Kragen gingen. „Ganz klar: Es wird deutlich besser“, freute sich etwa Tanja Rutkowski vom Institut für Stadtteilentwicklung, sozialraumorientierte Arbeit und Beratung der Universität Duisburg Essen (ISSAB). „Wir gehen bewusst stets die gleichen Ecken ab und werten daher auch kleinere Erfolge als großen Gewinn. Vor allem rund um den Bahnhof.“

25 Menschen und EBE-Equipment

Diesmal hatte Rutkowskis ISSAB-Kollegin Andrea Tröster vor Ort den Hut auf. Zusammen mit zwei Dutzend Mitstreitern und allerlei Equipment, das wieder einmal die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) zur Verfügung gestellt hatte, machte sie sich vom Treffpunkt Paul-Humburg-Gemeindehaus an der Hövelstraße 71 aus auf die Suche nach wildem Müll, verteilte Handzettel und „Daumen-hoch-Kärtchen“, sprach Leute an und wurde oftmals auch lobend angesprochen. Dass es an einem neuralgischen Punkt wie dem Altenessener Bahnhof, laut Tanja Rutkowski das Einfallstor in den Stadtteil, nie hundertprozentig sauber sein kann, das liegt auf der Hand. Dafür sind dort letztlich einfach zu viele Menschen unterwegs, von denen sich viel zu viele wohl keine wirklichen Gedanken über angemessene Müllentsorgung machen.

Jugendliche drehen einen Film

Aber es gibt auch die anderen, die Guten, wenn man so möchte. Menschen wie Thomas Sterner, der seit Beginn der Aktion regelmäßig dabei ist. Oder die jungen Menschen aus dem direkt ans Gemeindehaus angrenzende Jugendhaus „Exil“. So waren Zakaria und Mesud etwa mit Mikrophon und Kamera dabei, interviewten die Teilnehmer und machten bewegte Bilder, die zur kommenden Altenessen-Konferenz aufbereitet werden sollen. Geplant ist ein rund zehnminütiger Trailer. Noch ein Indiz dafür, dass die Sauberkeit im Stadtteil mehr und mehr Menschen interessiert.

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Ausreichend Arbeitsmaterial wie Säcke, Zangen oder Handschuhe stellen die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE), die die „Beute“ am Ende auch abfahren und entsorgen. Wer mithelfen möchte: Die nächsten Aktionen gibt’s am 7. Juli, 4. August und 1. September. Treffpunkt ist jeweils um 14 Uhr das Paul-Humburg-Gemeindehaus an der Hövelstraße 71.

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