Frauenforum

Altenessen: Frauen hören Geschichten über den Wünschewagen

Das Altenessener Frauenforum veranstaltet alle zwei Monate einen Vortrag. Dieses Mal dabei: Edeltraud Müller vom ASB-Wünschewagen.

Das Altenessener Frauenforum veranstaltet alle zwei Monate einen Vortrag. Dieses Mal dabei: Edeltraud Müller vom ASB-Wünschewagen.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Der Wünschewagen vom Arbeiter-Samariter-Bund hat dem Altenessener Frauenforum einen Besuch abgestattet. Dabei wurde erstaunlich viel gelacht.

Mit einem Lächeln über die letzten Momente vor dem Tod sprechen, das können wahrlich nicht viele Menschen. Doch Edeltraud Müller vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) kann genau das: Die letzten schönen Momente eines Menschen wahrnehmen und wahr machen. Bei einem Vortrag im Altenessener Frauenforum hielt die 76-jährige Ehrenamtliche einen bewegenden, aber auch lustigen Vortrag über den Wünschewagen des ASB.

Die Organisation erfüllt schwerkranken Menschen einen letzten Wunsch, fährt sie ans Meer, ins Theater, zur ihrer Familie. „Insgesamt 52 Fahrten habe ich bereits begleiten dürfen“, erzählt Edeltraud Müller den zehn anwesenden Frauen, „und jede Fahrt ist immer wieder hoch emotional, individuell und besonders“. In diesem Jahr feiert der Wünschewagen seinen fünften Geburtstag, er ist komplett finanziert durch Spenden und Förderer.

Bewegende Geschichten rund um den ASB-Wünschewagen

Edeltraud Müller nutzt Vorträge wie diesen am liebsten, um „barrierefrei auf das Thema aufmerksam zu machen. So viele Menschen wie möglich sollten von dieser Einrichtung wissen“. Denn der Tod gehe am Ende alle etwas an. Im Zentrum des Abends stehen die Geschichten der Menschen, die die gelernte Krankenpflegerin begleitet hat: von dem 92-Jährigen, der 30 Jahre lang Pilot im Kosovo war und ein letztes Mal mit einem Kleinflugzeug fliegen durfte, über die 44-Jährige Frau, die ein letztes Wochenende am Meer mit ihrem Sohn verbrachte und sogar einmal aus dem Rollstuhl aufstand, bis hin zu dem jungen Mädchen, das noch einmal das Musical „König der Löwen“ in Hamburg sehen konnte.

Es sind bewegende Geschichten, die zum Lachen und Weinen anregen. Genau solche informativen Abende sind zentraler Bestandteil des Programms vom Altenessener Frauenforum. Die Institution in der Evangelischen Kirche im Norden besteht schon seit 2008. Einmal im Monat treffen sich zwischen zehn und 20 Frauen zwischen 40 und 65 Jahren, alle zwei Monate laden die Verantwortlichen Monika Kühn und Iris Abel Referenten ein.

Frauenforum ist für die Altersklasse „mittendrin“

„Wir wollen über Themen sprechen und informiert werden, die unsere Altersklasse betreffen“, so Monika Kühn. Sie hatte vor elf Jahren die Idee, das Frauenforum ins Leben zu rufen. „Für Kinder und Jugendliche gibt es viele Angebote, genauso wie für Senioren. Nur wir ‚in der Mitte‘ fühlten uns nirgendwo so richtig zugehörig.“ Bei den Vorträgen geht um die unterschiedlichsten Dinge: Ernährung, Hospizarbeit, Reiseberichte oder Pro Asyl.

Ist kein Referent eingeladen, klönen die Frauen aber auch mal über Gott und die Welt, gerne bei einem Radler im Biergarten. „Da darf man sich dann auch mal über die Enkel unterhalten oder über den Mann aufregen“, scherzt Iris Abel. Sie selbst hält auch manchmal Vorträge – über Themen wie Glück, Fastenzeit oder Erntedank. „Wir sind allerdings nicht missionarisch unterwegs“, betont die Organisatorin. „Wir sind ein offener Gesprächskreis, dem sich jeder anschließen darf.“

Das Frauenforum steht für jeden offen

Ansonsten veranstaltet das Altenessener Frauenforum jährlich einen Ausflug. Zusammen waren die Frauen schon im Hundertwasserhaus, im Schloss Borbeck oder beim Imker in der Nachbarschaft. Auch der jährliche Besuch vom Parkleuchten hat sich etabliert. Wer Lust hat, sich dem Forum anzuschließen, ist willkommen. Am ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr treffen sich die Frauen im Neuen Gemeindezentrum der Kirche im Norden, Mallinckrodtplatz 1. Informationen gibt es bei Monika Kühn (Telefon 0201/355601) oder Iris Abel (Telefon 0201/340275) oder im Internet unter www.kirche-im-essener-norden.de.

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