Verbraucherschutz

„Altenessen barrierefrei“: Kampf gegen tägliche Hindernisse

Probandin Annette Albon testet auf dem Forumsplatz den Alterssimulationsanzug. Immer in der Nähe: Stadtteilhelfer Volker Tschauner (r.). Foto:Christof Köpsel

Probandin Annette Albon testet auf dem Forumsplatz den Alterssimulationsanzug. Immer in der Nähe: Stadtteilhelfer Volker Tschauner (r.). Foto:Christof Köpsel

Essen-Altenessen.   5. Aktionstag „Altenessen barrierefrei“: Experten geben Tipps, mit denen Hindernisse des täglichen Lebens aus dem Weg geräumt werden können.

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Barrieren erschweren das alltägliche Leben und können es sogar zur Hölle machen. Bordsteine oder Kleingedrucktes, zu schwere Einkaufstaschen, der fehlende Sitzplatz oder die spärliche Beleuchtung. Was für die einen eher eine Kleinigkeit ist, wird für Menschen mit Einschränkungen oft zum echten Problem. Gut daher, dass es Möglichkeiten gibt, derartige Hindernisse zu minimieren oder gar komplett aus dem Weg zu räumen. Vieles, was geht, war nun beim 5. Aktionstag „Altenessen barrierefrei“ zu sehen. Schwerpunkt diesmal: die Sicherheit

Im Fokus steht der Mensch. Der Patient, der pflegende und betreuende Angehörige, der Kunde, der Verbraucher. Zahlreiche Einrichtungen der Stadt, die ihre Programme vorstellten. Und auch die technischen Hilfsmittel.

Alterssimulationsanzug

Besonders spannend: der Alterssimulationsanzug. Gewichte, die einen unsicheren Gang auslösen, Brillen, die die Sicht und Kopfhörer, die das Gehör negativ beeinflussen. Wer sich nicht vorstellen kann, wie sich derartige Einschränkungen anfühlen können, sollte die „Ritterrüstung“ ausprobieren. Zu wissen, wie es eingeschränkten oder alten Menschen gehen kann, schärft die Sinne, so Tom Klockhaus vom Mobilen Sozialen Dienst der Neue Arbeit gGmbH der Diakonie Essen. Die etwa bietet Unterstützung im Alter und Besuchsdienste an – was wiederum für mehr und auch größere mentale Sicherheit bei Betroffenen sorgt.

Es ist auch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl, das die „Leidensgenossen“ verbindet, die den Aktionstag besuchten. Man tauscht sich aus, holt Tipps ein, lässt sich beraten. Für Tanja Rutkowski und Andrea Tröster vom ISSAB, dem Institut für Stadtteilentwicklung, sozialraumorientierte Arbeit und Beratung der Universität Duisburg-Essen, eine schöne Bestätigung.

Lange Tafel, Stuhlversteigerung

Genau wie zwei andere Dinge, die erstmals Teil des Aktionstages waren. Die von Claudia Maurer und Mariela Rossi initiierte lange Kaffeetafel etwa. Die lud die Gäste ein, zusammen zu essen. Und das auch auf Stühlen, die man zwischendurch ersteigern konnte. Stühle, die zu einem passen. Buchstäblich. Denn wenn Höhe, Form und Bequemlichkeitsgrad stimmen, ist das auch eine Art von Sicherheit.

>>“KLAPPE ZU, TASCHE SICHER“

Recht neu, recht schlicht, recht günstig, aber sehr effektiv ist die Rollator-Klappe, die nun in Altenessen vorgestellt wurde. Slogan: „Klappe zu, Tasche sicher“. Die Klappe verschließt einen Rollatorkorb und verhindert, dass Diebe leichte Beute machen. Kosten: 15 Euro. Bedürftige Menschen können sie im Einzelfall aber auch umsonst bekommen. Auch Polizeihauptkommissar Stephan Boscheinen und seine Kollegen der Polizeidirektion Verkehr sind recht angetan, denn: „Gelegenheit macht Diebe.“

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