Verkehrswacht

7.Aktion „Sicher zur Schule“ für 5000 künftige i-Dötze

Warben für die 7. Aktion „Sicher zur Schule“: (v. l.) Rainer Hegmann (innogy), Martina Naujoks (Sparkasse), Karl-Heinz Webels (Verkehrswacht), OB Thomas Kufen und Polizeipräsident Frank Richter. Die Kinder bewiesen in einem Verkehrsquiz, das sie mit den Gästen spielten, dass sie die Verkehrszeichen kennen.

Warben für die 7. Aktion „Sicher zur Schule“: (v. l.) Rainer Hegmann (innogy), Martina Naujoks (Sparkasse), Karl-Heinz Webels (Verkehrswacht), OB Thomas Kufen und Polizeipräsident Frank Richter. Die Kinder bewiesen in einem Verkehrsquiz, das sie mit den Gästen spielten, dass sie die Verkehrszeichen kennen.

Foto: Klaus Micke

Essen-Altenessen-Süd.   Die Zahl der Schulwegunfälle geht zurück. Trotzdem legen Stadt und Polizei großen Wert auf Aktion der Verkehrswacht Essen. Auftakt in Altenessen.

16 Kinder hatten im vergangenen Jahr in Essen einen Unfall auf dem Weg zur Schule. Das sind 20 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor, als 20 Kinder betroffen waren. Und keiner ist tödlich verlaufen. Ist das Glück, wie es Polizeipräsident Frank Richter nicht ausschließen möchte? Oder ist das auch ein Erfolg der Aufklärung von Eltern und Kindern über den sicheren Schulweg, wie sie sich die Verkehrswacht Essen zur Aufgabe gemacht hat?

Verteilt an 250 Kindertagesstätten

Wie auch immer: In diesen Tagen bekommen wieder alle 250 Kindertagesstätten die Broschüre, mit denen die angehenden i-Dötze und ihre Eltern fit gemacht werden sollen, den ungewohnten Schulweg demnächst sicher zu bewältigen. In der Kindertagesstätte an der Grünstraße in Altenessen-Süd starteten Oberbürgermeister Thomas Kufen gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten und Sponsoren die 7. Aktion „Sicher zur Schule“, stellvertretend für alle rund 5000 Schulanfänger.

Besonders im letzten Jahr vor der Einschulung üben die Kindertagesstätten intensiv mit den Fünfjährigen. „Set 25 Jahren wird das Thema Verkehrserziehung bei uns groß geschrieben. Und wir arbeiten seit Jahren mit der Broschüre, sei es mit Hilfe unserer Lesepatin oder auch mit der Polizei“, berichtet Kita-Leiterin Elke Bruchmann. Die Monate vor der Einschulung, der die Kinder entgegenfiebern, würden zum „Begegnungsjahr“ erklärt: „Wir gehen mit ihnen den Weg zu unseren Kooperationsschulen am Bückmannshof und zur Kantschule und fahren gemeinsam mit Eltern zum Verkehrsübungsplatz.“ Außerdem besuchen Polizisten aus dem von Michael Hennig geleiteten Team der Verkehrsunfallprävention die Kindertagesstätten.

Das Mama-Taxi ist nicht das Ziel

Die entscheidende Aufgabe zum Schutz der Kinder haben aber – neben allen anderen Verkehrsteilnehmern – die Eltern. Kurz vor den Sommerferien bekommen sie noch einmal im Rahmen der Einschulungsuntersuchung ein Schreiben mit der dringenden Bitte, den Schulweg mit ihren Kindern zu üben.

Damit ist aber der Fußweg, ob allein oder in der Gruppe, gemeint, aber nicht die Autofahrt bis quasi in die Klasse. „Denn das Mama-Taxi wollen wir auch nicht unbedingt“, sagt Karl-Heinz Webels, Vorsitzender der Verkehrswacht.

Die gestern verteilte Broschüre geht auf dieses Thema „Mama-Taxi“ noch nicht ausführlich ein. „Das werden wir in der nächsten Auflage ändern. Denn es ist ja extrem, was sich vor den Schulen abspielt“, kündigt Thomas Moss, Marketingleiter des Verkehrswacht-Medienservice-Verlags (VMS) aus Bonn, an.

Sponsoren geben jeweils 5000 Euro dazu

Damit alle Eltern und Kinder mit den Broschüren erreicht werden, benötigt die Verkehrwacht Sponsoren. In dem Essener Unternehmen innogy sowie der Sparkasse hat sie bereits seit Jahren zwei engagierte Partner. Beide beteiligen sich jeweils mit 5000 Euro an der Finanzierung, während die Verkehrswacht selbst 2000 Euro dazu schießt. „Das Geld ist gut angelegt“, ist sich Oberbürgermeister Thomas Kufen sicher. „Denn die Welt sieht in Kinderaugen anders aus als bei uns Erwachsenen. Die Ablenkung im Straßenverkehr ist riesig.“ Er habe keinen Zweifel, dass die Kindertagesstätten die Kinder möglichst gut gerüstet auf den Schulweg schickten. „Doch die schwierige Phase beginnt erst nach einem halben Jahr“, warnt er gleichzeitig. Denn dann trete ein Gewöhnungseffekt und die Aufmerksamkeit lasse gleichzeitig nach.

Die jetzt verteilten Broschüren sind ausschließlich in deutscher Sprache verfasst. „Eine Mehrsprachlichkeit ist nicht finanzierbar“, bittet Karl-Heinz Webels, Vorsitzender der Verkehrswacht, um Verständnis. Er setzt aber auch darauf, dass die Kinder von Migranten in der Kita gut genug deutsch lernen, um ihre Eltern auf dem Weg mitzunehmen.

Damit die Zahl der Schulwegunfälle noch weiter sinkt.

>>EXPERTEN UNTERSTÜTZEN DIE VERKEHRSWACHT

  • Im Vorstand der Verkehrswacht unterstützen Experten Geschäftsführerin Elke Treptau.
  • Im Gremium sind: Carsten Debler (Dekra Essen), Gerd Hamme (Bezirksrichterrat am OLG Hamm), Wolfgang Packmohr (Leiter Polizei-Direktion Polizei) und Rainer Wienke (Leiter Straßenverkehrsamt).

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