Tag des Baums

30 Bäume erinnern in Stoppenberg an die 30 Menschenrechte

Grund zu Feiern: (v. L.) Umweltdezernentin Simone Raskob, Rolf Fliß, Bürgermeister Rudolf Jelinek und GSE-Geschäftsführer Heribert Piel pflanzten mit der Libanon-Zeder den letzten Baum. Damit ist der Hain (nahezu) komplett.

Grund zu Feiern: (v. L.) Umweltdezernentin Simone Raskob, Rolf Fliß, Bürgermeister Rudolf Jelinek und GSE-Geschäftsführer Heribert Piel pflanzten mit der Libanon-Zeder den letzten Baum. Damit ist der Hain (nahezu) komplett.

Foto: Stefan Arend

Essen-Stoppenberg.   Die Charta der Menschenrechte, 1948 verabschiedet, umfasst 30 Artikel. Für jeden dieser Artikel wurden jetzt in Stoppenberg 30 Bäume gepflanzt.

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Es sind harte Zeiten – nicht nur für die vielen Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt, sondern auch für Bäume. Daran ändert auch der „Hain der Menschenrechte“ in Stoppenberg nichts, der eigentlich Hoffnung machen soll.

Das außergewöhnlich wechselhafte Frühlingswetter – mal warm, mal frostig, aber immer sehr trocken – lässt die Zedern, Weiden, Kastanien und Kirschen an der Arendahls Wiese in Stoppenberg erstarren. Davon ließen sich allerdings die Festgäste nicht die gute Laune verderben, die zur Pflanzung der letzten Bäume an die Straße Im Mühlenbruch geladen waren.

Pro Baum wurden 800 Euro veranschlagt

Seit zwei Jahren engagieren sich Grünen-Ratsherr Rolf Fliß und Farah Moussawi aus dem Iran für den „Hain“. Die Idee: Für jeden der 30 Artikel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ soll ein Baum auf dem Eckgrundstück neben dem Kreisverkehr gepflanzt werden, und zwar gespendet von Privatpersonen, Institutionen oder Firmen. Pro Baum wurden 800 Euro veranschlagt.

Die Spendensammlung wurde ein eindrucksvoller Erfolg – nachzulesen auf einer Tafel, die gestern von Rolf Fliß und Umweltdezernentin Sabine Raskob enthüllt wurde. Hergestellt von den Beschäftigten einer GSE-Werkstatt, listet sie die Namen der 30 Spender auf – vom UnternehmensGrün e. V. bis zur Allbau AG mit den von innen ausgesuchten Baumsorten. Jede von ihnen symbolisiert ein Land, der Zucker-Ahorn etwa Kanada, die Waldkiefer Spanien und die Steineiche Saudi-Arabien.

Gymnasium übernimmt Patenschaft

Für Farah Moussawi, die vor Jahren aus dem Iran nach Essen gekommen ist, hätte der gestrige Tag nicht besser gewählt werden können, wurde doch international der „Tag des Baums“ gefeiert. „Ich habe eine Mittelmeer-Zypresse gespendet, die symbolisch für den Iran steht“, strahlte die zierliche Frau. Ihre Tochter Said hatte sich hingegen für einen afghanischen Walnussbaum entschieden.

Obwohl ursprünglich gar nicht geplant, wird auch das Gymnasium Am Stoppenberg in diese Aktion einbezogen. Denn die Schüler, 8. Jahrgangsstufe, hier speziell der Bionik-Kurs, übernehmen die Patenschaft für die 30 Bäume. „Das hat sich durch die räumliche Nähe so ergeben. Die Verknüpfung von Baum und Menschenrecht ermöglicht einen besonderen Zugang zu beiden Themen, um fächerübergreifend tätig zu werden“, sagte Schulleiter Rüdiger Göbel am Rande der Pflanzaktion.

Wer in diesem Tagen allerdings zwei, drei Bäumchen vermisst, muss sich noch etwas gedulden. Während die mongolische Linde heute angeliefert werden soll, können die Baumschulen derzeit die Libanon-Eiche und das Eukalyptus nicht liefern. Aber das hat zum Glück nichts mit Krisen, Kriegen oder Klimawandel zu tun . . .

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