Tauben füttern verboten

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Trotz aller Tierliebe droht beim Erwischtwerden Bußgeld von rund 66 Euro.Leute sind nur schwierig auf frischer Futter-Verteilungs-Tat zu ertappen. Ratten freuen sich über Reste

Borbeck. Manche bezeichnen sie als "Ratten der Lüfte". Für andere sind es einfach nur Tauben. Menschen, die Tauben besonders mögen, füttern sie schon mal gern. Aber das verbotenerweise. Ob sie das Futter im Beutel oder in der Jackentasche versteckt mitgebringen, Andreas Schwarz vom Ordnungsamt kennt die streuenden Tricks der Taubenliebhaber.

"Es ist schwierig, die Leute auf frischer Tat zu ertappen", sagt Schwarz. "Die meisten bringen das Futter heimlich mit, zum Beispiel in Einkaufsbeuteln. Und dann wird das schnell entleert", weiß er. Ob unter den Brücken an der Borbecker Straße, an der Marktstraße oder in der Fußgängerzone - es bleibt dabei: "Tauben füttern ist verboten." Es sei schwer möglich, jemanden zu erwischen - "ohne Uniform vielleicht", lacht Schwarz. Und der Service, ständig Taubenfütterer zu kontrollieren, sei auch begrenzt. Oft sind sie so schnell weg wie ihre gefiederten Freunde.

"Ohne Vorurteile: es sind in der Regel ältere Damen, die die Tauben füttern", weiß Schwarz. "In diesem Jahr haben wir konkret in 15 Fällen ermittelt. Dabei wurde jemand ermahnt oder hat ein Bußgeld erhalten." Meist, so Schwarz, füttern die Leute die Tauben vom heimischen Balkon aus. Die Tiere fliegen dann zwischen den Balkons hin und her und stören die anderen Anwohner. "Taubenfutter und Kot führen dort zur unangenehmen Verunreinigung."

Das sei schon "eine komische Tierliebe", findet Schwarz. Vor allem bei vergammelten Brot. "Damit tut man den Tieren ja auch nichts Gutes." Außerdem habe die Sache mit den Tauben auch ein Folgeproblem: Ratten fressen auch gerne alte Lebensmittel. "Nachts schlafen die Tauben, und dann schlagen sich die Ratten den Bauch voll." Diese schlauen Nager kämen dann regelmäßig zu diesen neuen Futterplätzen.

Nicht nur im Sommer, auch im Winter ist das Problem des zuviel Fütterns gegeben, beschreibt Schwarz. "Wenn man im Winter Vögel füttert, sind die Futterstellen auch oft gut für Ratten erreichbar", erklärt er. "Das muss man schon sehr gezielt machen."

Bei wiederholtem Erwischen beim Taubenfüttern droht ein Bußgeld. Und das kann teuer werden. "65,60 Euro kostet das Bußgeld inklusive Bearbeitungsgebühr", sagt der Ordnungshüter. "Da kann man das Geld lieber einem Tierschutzverein spenden."

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