Altenheim

Papst Leo Haus in Essen-Frintrop und die Moderne

Die Glocke der Notkirche ist noch erhalten.

Die Glocke der Notkirche ist noch erhalten.

Foto: Funke Foto Services

Essen-Frintrop.   Das alte Papst Leo Haus kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr umgebaut werden. Deshalb errichtet die Trägergesellschaft jetzt einen Neubau.

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Das Papst Leo Haus an der Unterstraße in Frintrop steht leer. Im Februar dieses Jahres zogen die 110 Bewohner des Alten- und Pflegeheims um – einige ins gerade fertiggestellte St. Maria Immaculata in Borbeck, die meisten in das St. Thomas Haus nach Vogelheim. Noch ist es ruhig. Im kommenden Monat sollen die Bagger anrücken und das Gebäude abreißen. An der Stelle wird ein neues Papst Leo Haus gebaut.

Vor zwei Jahren stellte die gemeinnützige Nikolaus Groß GmbH, u.a. Betreiberin des Papst Leo Hauses, ihre (Zukunfts-)Pläne vor. 30 Millionen Euro sollen bis 2018 in den Bau neuer Heime und die Renovierung alter Heime investiert werden. Das Papst Leo Haus sollte umgebaut werden. „Lange wurden beide Möglichkeiten in Erwägung gezogen. Im Februar 2016 fiel dann endgültig in unseren Gremien die Entscheidung für einen Neubau, weil ein Umbau schlichtweg teurer geworden wäre“, erklärt Georg Gal, Geschäftsführer der Nikolaus Groß eGmbH. 12,5 Mio Euro sollen in den Neubau gesteckt werden.

33 bis 35 Jahre – das habe eine Untersuchung ergeben, so Georg Gal – sei die durchschnittliche Lebenszeit eines Alten- und Pflegeheimes. Und das Papst Leo Haus sei älter als 30 Jahre. Hauptgrund, etwas zu ändern, ist allerdings ein Gesetz, das ab 2018 einen Einzel-Zimmer-Anteil von 80 Prozent vorschreibt.

Garten wird von den Baumaßnahmen kaum berührt

Davon war das alte Papst Leo Haus mit 50 Einzel- und 40 Doppelzimmern weit entfernt. „Der Neubau wird 129 vollstationäre Pflegeplätze haben – alles Einzelzimmer, alle Rollstuhl gerecht“, betont der Geschäftsführer. Das alte Gebäude wird zwar abgerissen, geht aber nicht gänzlich verloren. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und das Blockheizkraftwerk aus dem Keller fanden in St. Maria Immaculata einen neuen Platz.

Der weitläufige Garten hinter dem Haus mit Teilen des Kreuzweges der früheren Herz-Jesu-Kirche wird von den Baumaßnahmen wenig oder gar nicht berührt. „Und wenn etwas verrückt werden muss, wird es später wieder an die Stelle gestellt“, sagt Georg Gal. Das sei man schon der Erinnerung an die Herz-Jesu-Kirche schuldig.

Investitionsvolumen ist erreicht

Der Zeitplan sieht vor, dass das Gebäude ab Mai zunächst entkernt wird und bis Juli abgebrochen sein soll. „Der Beginn des Neubaus ist für August/September anvisiert“, sagt Georg Gal. Als Bauzeit würden – wie auch bei St. Maria Immaculata – 15 Monate veranschlagt. Gutes Wetter vorausgesetzt. Anfang 2018 könnte das neue Papst Leo Haus bezogen werden.

Mit den Neubauten St. Maria Immaculata in Borbeck (11 Mio. Euro), Papst Leo Haus in Frintrop (12,5 Mio.) sowie Bertha-Krupp-Haus in Bedingrade (7,4 Mio – ein Teil davon öffentlich gefördert) ist das anvisierte Investitionsvolumen von 30 Mio. Euro erreicht. Gedanklich beschäftigt man sich bei der Betreibergesellschaft aber schon mit weiteren Investitionen. Das alte Haus St. Thomas in Vogelheim könnte umgebaut werden. „In welcher Form und welcher Größe steht heute noch nicht fest“, erklärt Georg Gal. Seniorengerechter, bezahlbarer Wohnraum werde auf jeden Fall gebraucht.

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