Mehrgenerationenhaus

Mehrgenerationenhaus kauft in Essen eine Kirche

Die Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Altendorf ziehen um. Im Bild vl. Johanna Hepp, Mats Jannik Zehnpfund, Leonie Reimers und Arndt Sauer.

Die Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Altendorf ziehen um. Im Bild vl. Johanna Hepp, Mats Jannik Zehnpfund, Leonie Reimers und Arndt Sauer.

Foto: Funke Foto Services

Essen-Frohnhausen.   Verein geht von der Sälzerstraße, wo der Verein vor acht Jahren aus der katholischen Gemeinde St. Anna heraus entstand, zur Kerckhoffstraße.

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Der Mehrgenerationenhaus e.V. zieht um und vergrößert sich. Die Kisten sind längst von vielen Ehrenämtlern gepackt und zur neuen Adresse gebracht worden. Es geht nicht weit weg: von der Sälzerstraße, wo der Verein vor acht Jahren aus der katholischen Gemeinde St. Anna heraus entstand und wo er das „St. Anna Café“ betreibt, zur Kerckhoffstraße. Dort übernimmt der Verein auf einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern das Kirchengebäude, ein Einfamilienhaus (das ehemalige Pfarrhaus) und ein Gebäude mit sieben Wohneinheiten der evangelischen Lutherkirchengemeinde Altendorf. Die Kirchengemeinde hatte wegen der hohen Betriebskosten sowie der sinkenden Anzahl der Gemeindemitglieder die Aufgabe des Standorts beschlossen. 2013 fand der letzte Gottesdienst statt. Außerdem übernimmt der Verein von der Kirchengemeinde die Kindergärten „Kinderzeit“ (Grieperstraße 16) und die Lutherkindertagesstätte (Kerckhoffstraße 22a). Dazu wurde eigens eine gemeinnützige GmbH gegründet. „Das haben wir gemacht, um uns abzusichern“, erklärt Arndt Sauer, Leiter des Mehrgenerationenhauses.

„Für uns ist der neue Standort ein Glücksfall. Er ist ideal. Durch die Übernahme der beiden Kita schließen wir zudem eine Lücke, spannen den Bogen von den Kindern bis zu den Senioren“, sagt Arndt Sauer. Der große Saal für bis zu 280 Personen biete reichlich Platz für Veranstaltungen. Alle sozialen Dienste könnten zudem nun unter einem Dach angeboten werden.

Eineinhalb Jahre habe man mit der Luthergemeinde gesprochen. „Zunächst haben wir gedacht, dass wir das nicht schaffen werden“, erinnert sich Arndt Sauer. Nicht zuletzt das Entgegenkommen der Gemeinde, die daran interessiert sei, dass an der Kerckhoffstraße ein soziales Projekt folge, habe den Kauf ermöglicht. Die Bank habe den vorgelegten Businessplan und damit die Finanzierung des Kaufes für knapp eine Millionen Euro abgesegnet. Auf der Einnahmenseite hat der Verein die Mieten der Wohnungen sowie das Geld aus der Vermietung anderer Räume wie des Saales an Vereine und Institutionen. Zudem fördert der Bund jeden Teilnehmer des seit acht Jahren laufenden Programms „Mehrgenerationenhaus“, jährlich mit 30 000 Euro. Das reiche bei weitem nicht aus, sagt Arndt Sauer. Ohne das große Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre man schlichtweg aufgeschmissen.

Die aktuellen Mieter will Arndt Sauer für die Idee des Mehrgenerationenhauses, des Miteinanders von Jung und Alt begeistern. „Wenn wir es schaffen, eine Gemeinschaft herzustellen, wäre das sehr schön.“ In noch freien Wohnungen könnten Senioren- und/oder Jugend-WG einziehen. Um das Miteinander über den eigenen Komplex hinaus bemüht er sich ebenfalls. Mit der Wohnungsgesellschaft Immeo, die in der Nachbarschaft Wohnungen vermietet, hat er bereits Kontakt aufgenommen.

An der Sälzerstraße war es zuletzt eng geworden für den Verein und seine Angebote. Nachdem feststand, dass die Kirche St. Anna, die 1907 gebaut und im Krieg stark zerstört wurde, aufgegeben werden sollte, konnte der Verein das Gotteshaus noch längere Zeit nutzen. Mittlerweile frisst sich ein Abbruchbagger durch das gotische Kirchenschiff. Die Kirchengebäude macht Platz für die Erweiterung des angrenzenden Alten- und Pflegeheims. Das „St. Anna Café“ bleibe aber bestehen, sagt Arndt Sauer. Ebenso wie die vier anderen Standorte des Vereins in Essen. An der Kerckhoffstraße soll aber zukünftig das Zentrum der Aktivitäten liegen.

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