Mehrgenerationenhaus

Ledigenheim in Altenessen wird zum Ort der Sehnsucht

Das Wohnprojekt Plan W möchte das alte Ledigenheim an der Seumannstraße, eine städtische leerstehende Immobilie, übernehmen.

Das Wohnprojekt Plan W möchte das alte Ledigenheim an der Seumannstraße, eine städtische leerstehende Immobilie, übernehmen.

Foto: Essen

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Essen-Altenessen. Das „Bullenkloster“ an der Seumannstraße: Für den Allbau ist das ehemalige Ledigenheim lediglich eine „Schrottimmobilie“, doch für den Verein „Plan W“ könnte es die Erfüllung einer Sehnsucht bedeuten. Denn einziger Zweck des drei Jahre alten Vereins ist die Gründung eines Mehrgenerationenhauses. Nach vielen vergeblichen Anläufen soll es jetzt in dem markanten, denkmalgeschützten Gebäude in Altenessen gegründet werden.

Am Freitag stellten sich Plan-W-Vorsitzender Christian Otto (54) und seine Vereinsmitglieder erstmals der Öffentlichkeit vor. Eingeladen hatten sie auch die örtlichen Politiker, um die im Detail über ihre Pläne zu informieren.

Keine Luxusappartements

Demnach möchte der Verein bis zu 60 Wohnungen in dem gut 3000 Quadratmeter großen Mitteltrakt errichten. „Das sollen keine Luxus-Appartements werden, sondern sie sollen dauerhaft bezahlbar bleiben“, sagt Christian Otto. Der Nordteil, in dem noch die Freiwillige Feuerwehr untergebracht ist, könnte abgetrennt und die Seitenflügel könnten an andere Interessenten vermietet werden. Einziehen sollen Menschen jeden Alters, die sich genossenschaftlich organisieren. „Jeder hat seine eigene Wohnung, aber wir möchten auch Gemeinschaftsräume nutzen“, blickt Marianne Hülsmann (55) in die Zukunft. Die Erzieherin ist kürzlich mit Ehemann Uli, einem Lehrer und bisher grüner Politiker in Schermbeck, nach Essen gezogen, um hier an einem alternativen Wohnprojekt teilzunehmen.

Ebenfalls fest entschlossen, ihren Traum irgendwann zu leben, sind auch Thomas Kretschmer-Rachold, 58-jähriger Zahntechniker, und Günther Fritsche (64), Schmerztherapeut am Uni-Klinikum. „Vielleicht ziehen wir hier mit unseren Kindern ein“, sagen die beiden Freunde aus alten, kulturell-politisch engagierten Zeiten.

Ob es tatsächlich realistisch ist, wieder Leben ins Ledigenheim zu bekommen, das hat sich der Verein auch gefragt. „Wir haben eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Wir wissen, dass es Probleme mit dem Brandschutz und den Traglasten gibt“, sagt Präsident Christian Otto. Auch der Denkmalschutz müsse beachtet werden, und die Fenster sind alles andere als dicht, wenn sie überhaupt noch da sind. „In einer ersten Ausbaustufe müssten wir rund 2,5 Millionen Euro investieren“, nennt er dann auch eine konkrete Zahl.

Bereits in dieser Woche werde die Stadt das Ledigenheim offiziell auf ihrer Homepage zum Kauf anbieten. „Ihnen steht also nichts im Wege, sich den Zuschlag einzuholen. Aber es ist keine leichte Immobilie“, warnt CDU-Stadtplanungsexperte Uwe Kutzner. „Aber wenn man einziger Bieter ist, kann man ja klein anfangen . . .“

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