Senioren

Kreuzfahrt statt Seniorenstift – Essener reisen mit der Aida

Gruppenbild mit Ruder: Eine Woche lang waren Theresa Ganzera (2.v.l.), Rosemarie Wierschem (3.v.l.), ihr Ehemann Theo (4.v.l.) und die restlichen Bewohner und Betreuerinnen mit dem Schiff unterwegs. 

Gruppenbild mit Ruder: Eine Woche lang waren Theresa Ganzera (2.v.l.), Rosemarie Wierschem (3.v.l.), ihr Ehemann Theo (4.v.l.) und die restlichen Bewohner und Betreuerinnen mit dem Schiff unterwegs. 

Foto: Vera Eckardt

Essen.   Die Essener Contilia Gruppe hat drei Bewohnern des Altenheims Kloster Emmaus eine Kreuzfahrt ermöglicht.

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Einmal raus aus der Stadt, dem Land und dann übers Meer schippern – dieser Traum wurde für Rosemarie Wierschem wahr. Das ist in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes: Zum einen,weil die Essenerin schon 88 Jahre alt ist. Dazu lebt sie bereits seit dreieinhalb Jahren im Seniorenstift Kloster Emmaus. Das Haus gehört zur Contilia Gruppe, die in Sachen Seniorenbetreuung schon immer ungewöhnliche Wege geht. So auch bei der kleinen, einwöchigen Kreuzfahrt mit der Aida Perla, die Contilia für drei Bewohner plus ebenso vielen Betreuerinnen möglich gemacht hat. Und, was für Rosemarie Wierschem noch ein zusätzliches Highlight war: Ihr Mann Theo begleitete sie. „Ich kann nur sagen: Dass ich das erleben durfte, war ein großes Glück für mich.“

16 Decks für 3000 Passagiere

An den Augenblick, als sie im Hamburger Hafen das riesige Kreuzfahrtschiff zum ersten Mal betrat, wird sich Rosemarie Wierschem wohl immer erinnern: „Das war unglaublich. 16 Etagen hatte der Dampfer, dazu Gänge, die so lang waren, dass man dafür eigentlich Rollschuhe brauchte.“ Gemeinsam mit den Betreuerinnen eroberte die kleine Gruppe Stück für Stück das Schiff. „Schon das war für uns ein Abenteuer“, sagt Theresa Ganzera, stellvertretende Pflegedienstleitung des Seniorenstiftes. Abenteuerlich war auch das kurzfristige Verschwinden zweier Mitreisender „einer davon war mein Mann, der stieg in den Aufzug und weg war er“, kommentiert die Seniorin trocken.

Abendshows und Ausflüge

Nahezu alles, was an Vergnügungen an Bord geboten wurde, wurde ausprobiert, Abendshows inklusive. Dazu das kulinarische Angebot, „das war so vielfältig und hat mich schlichtweg überfordert“, erzählt Rosemarie Wierschem. Und erinnert sich an den ersten Blick übers Meer, als das Schiff gerade Fahrt aufnahm: „Ich musste schlucken, als ich diese Weite sah. Da fühlte ich mich plötzlich leicht, konnte alles zur Seite schieben und einfach nur den Augenblick genießen.“

Southampton, Le Havre, Ostende und Rotterdam waren die Häfen, an denen das Kreuzfahrtschiff halt machte. Nicht überall ging die Gruppe von Bord und nahm an den Ausflügen teil. „Das hätten unsere Bewohner körperlich nicht geschafft“, erklärt Theresa Ganzera. Sie gönnten sich allerdings einen Abstecher ins mystische Stonehenge und organisierten für sich eine Stadttour durch Rotterdam. „Aber langweilig war es nie“, ergänzt Rosemarie Wierschem, „dafür gab es auf dem Schiff genug zu gucken.“ Bummeln durch die Einkaufspassage oder Sonnenbaden auf dem Deck – „wir haben alles genossen“. Nur auf ein Bad im Pool musste die Seniorin verzichten, „ich hatte leider keinen Badeanzug dabei“.

So blieb es beim Blick aufs Meer. „Diese Bilder und Eindrücke werden mich noch lange begleiten.“

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