Hip-Hop-Tänzer

Junges Duo aus Frohnhausen tanzt im Hip-Hop durchs Leben

Aaron Teschendorf mit den Pokalen von der Europameisterschaft.

Aaron Teschendorf mit den Pokalen von der Europameisterschaft.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Frohnhausen.  Zwei Jungs aus Essen-Frohnhausen nehmen häufig an Hip-Hop-Tanzwettbewerben teil. Bei der Streetdance-Europameisterschaft gewannen sie einen Pokal.

Hip-Hop ist Musik und Tanz, aber auch eine Lebenseinstellung. Seit einigen Jahren gehören die coolen Bewegungen zu den „Beats“ genannten Musikstücken für Joey Agusi (18) und Aaron Teschendorf (17) zum Alltag. Beide tanzen so oft es geht und nehmen regelmäßig an Wettbewerben teil: allein und als Duo.

Übungsraum in einem ehemaligen Ladenlokal in Frohnhausen

Gut gelaunt gibt Aaron beim Besuch gleich eine Darbietung auf der Straße. Dann geht es in das ehemalige Ladenlokal an der Seibertzstraße 39, wo ihm sein Vater einen Übungsraum eingerichtet hat. Auf der Fensterbank erinnern rund 20 Pokale an nationale und internationale Meisterschaften. Und an viel Mühe und Schweiß. Allein seit Anfang des Jahres war Aaron sechs Wochenenden von Freitag bis Sonntag mit den Eltern für den Hip-Hop unterwegs. Sein größter Erfolg mit Joey: Ein Preis aus der Hand der britischen Schauspielerin und Tänzerin Nikeata Thompson bei der „Streetdance“-
Europameisterschaft im Mai. Schon wegen seiner Körpergröße von 1,90 Meter ist Aaron kaum zu übersehen. Mit einer faszinierenden Leichtigkeit gleitet der Elftklässler des Erich-Brost-Berufskollegs übers Parkett – zuhause, in der Halle oder auf dem Pflaster. Der britische Tanzverband „United Dance Organisation“ (UDO) richtet für Jugendliche professionelle Hip-Hop-Events aus. Im Duo rutschten Aaron und Mitschüler Joey aus Essen bei der EM in Veldhoven direkt nach der ersten Runde ins Finale. Ihre coole Choreografie hatte die Preisrichter überzeugt. „Joey ist ein sehr starker Tänzer!“, lobt Aaron. Beide möchten nächstes Jahr Abitur machen.

Drehung auf dem Handteller knapp über dem Boden

Wer beim „Streetdance“ an die Spitze will, muss vor allem improvisieren und die Töne sofort in passende Bewegungen umsetzen. Es werden reine Beats gespielt, die man vorher nicht kennt! Beim Wettkampf stehen alle Tänzer auf der Bühne und werden nacheinander aufgerufen. „Angst vor diesem Moment habe ich nicht, aber Respekt vor dem Auftritt und den anderen Teilnehmern“, sagt Aaron. Nach den ersten Beats finde er immer passende Schritte. „Dann tanzt mein Körper wie von allein!“ Im Studio mit dem bodentiefen Wandspiegel führt er es vor. Zu coolen Klängen aus dem Smartphone bewegt er Arme, Beine, Kopf und Rumpf. Auf Grundschritte („Basics“) im Stand folgen fortgeschrittene Bewegungen wie wellenartige. Königsklasse sind die „Power Moves.“ Aaron: „Hier entwickelt jeder seinen Stil.“ Dann dreht er sich knapp über dem Boden seitlich auf dem Handteller um die eigene Achse, scheinbar mühelos mit einem Lächeln.

70 bis 120 Beats pro Minute


Solche sportlich-akrobatischen Einlagen sorgen beim Publikum für den „Wow-Effekt.“ Beeindruckend ist zudem das Tempo der Stücke: Sie zählen 70 bis 120 Beats pro Minute. Damit sind sie mindestens so schnell wie das menschliche Herz mit 72 Schlägen in sechzig Sekunden. Hip-Hop ist immer mit Mode verbunden. Neben bequemen Kapuzenpullis („Hoodies“) sind es tiefhängende Hosen („Baggy Pants“) und Kopfbedeckungen („Caps“), mit denen die Hip-Hopper sich zur Szene bekennen. Bei aller Ähnlichkeit ist Individualität wichtig. Joeys Markenzeichen, das er mit einigen Tänzern in der Gruppe „The Bohemianz“ teilt, ist ein Löwenkopf. Aarons Merkmale sind Anglerhut und Fisch-Logo. Das lässt er auf seine Shirts drucken. Auch allein ist der Frohnhauser erfolgreich. Bei der UDO-EM landete er im Solo-Wettkampf auf dem sechsten Platz.

Training im Weigle-Haus und Zuhause

„Tanzen wird immer ein Bestandteil meines Lebens sein!“, glaubt Aaron. Joey kam durch den Vater zum Hip-Hop. „Er hat mir den Weg gezeigt“, sagt er. In so genannten „Battles“ in der Region trat der Junge gegen andere Tänzer an. Im August möchten die beiden Schüler bei der UDO-Weltmeisterschaft im „Streetdance“ in Blackpool (GB) teilnehmen. Mit einer Mischung aus „Show und Power“ wollen sie auf der Bühne ordentlich punkten. Aarons Vater Marcel Teschendorf und Mutter Susanne hoffen auf lokale Sponsoren. Bis dahin trainieren die Jungs eifrig jeden Montag im Weigle-Haus an der Hohenburgstraße und zuhause. Auch in Parks oder auf der Wiese um die Ecke kann man das coole Duo live erleben.

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