Spielstrasse

Anwohner fordern Schritttempo zum Schutz spielender Kinder

Zu schnelle Autos sind ein Ärgernis. Fahrzeuge auf nicht zum Parken vorgesehenen Flächen ein anderes, das einige Anwohner vom Hausdykerfeld ärgert.

Foto: OH

Zu schnelle Autos sind ein Ärgernis. Fahrzeuge auf nicht zum Parken vorgesehenen Flächen ein anderes, das einige Anwohner vom Hausdykerfeld ärgert. Foto: OH

Essen-Schonnebeck.   Eltern aus dem Hausdykerfeld wollen zu schnelle Autofahrer ausbremsen, damit Kinder möglichst ungefährdet auf der Spielstraße spielen können.

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Frank Karius (47), Claudia Cirak (35) und André Jonietz (38), der seinen Sohn Till im Kinderwagen mitgebracht hat, bauen sich vor dem blauen Schild mit den weißen Piktogrammen auf. Umgangssprachlich wird es „Spielstraße“ genannt. Das Schild – und ein sanfter „Buckel“ in der Straße – trennen die Tempo-30-Zone im Hausdykerfeld von der „verkehrsberuhigten Zone“, wie es im Amtsjargon heißt.

Von Verkehrsberuhigung könne – so Anwohner – allerdings nicht die Rede sein. Ob Bewohner der Allbau-Siedlung selbst, die Fahrer der Pizza-Taxen oder andere Lieferanten – kaum einer fahre das gesetzlich geforderte Schritttempo. Und das in einem Bereich – so Karius –, in dem Kinder Rad, Skateboard und Inliner fahren oder einfach nur rumtollen. „Das ist eine Familiensiedlung.“ Die Polizei sei zwar irgendwann mal gekommen, habe die Geschwindigkeit gemessen, aber die Autofahrer anschließend nur ermahnt.

Ein zweites Problem seien die Autofahrer, die ihre Fahrzeuge in der verkehrsberuhigten Zone verkehrswidrig parkten – besonders übers Wochenende. „Von Montag bis Freitag, wenn weniger los ist, schreibt das Ordnungsamt Knöllchen – am Wochenende so gut wie gar nicht“, sagt Claudia Cirak, die Angst hat, ihren Sohn Luca (9) zum Spielen auf die Straße zu schicken. „Das Ordnungsamt ist natürlich nicht nur für Hausdykerfeld zuständig, aber selbst wenn einmal im Monat am Samstag aufgeschrieben wird, zahlen die Falschparker zehn Euro und können einen Monat lang parken“, sagt Frank Karius.

Die Falschparker versperrten aber nicht nur die Sicht und verhinderten eventuell, spielende Kinder rechtzeitig wahrzunehmen. „Ich wohne ganz am Ende. Wenn ich einen Herzinfarkt bekomme, bin ich tot, bis der Rettungswagen zu mir durchgekommen ist“, appelliert Frank Karius, dessen Sohn Phil acht Jahre alt ist, an seine Nachbarn.

Dafür, wie dem Problem beizukommen sei, haben die verärgerten Anwohner auch schon eine Idee. Der Übergang zwischen Tempo-30-Zone und Spielstraße müsse baulich so verändert werden, dass abgebremst werde. Dazu erklärt Stadtsprecherin Hannah Hettinger auf Nachfrage dieser Zeitung: „Für solch eine Maßnahme wäre das Amt für Straßen und Verkehr zuständig. Es könnte auch nachschauen, ob die Beschilderung ausreicht. Nach Rückfrage wurde mir mitgeteilt, dass die Bereitschaft da sei, bei einem Ortstermin sich die Sachlage vor Ort anzuschauen.“

„Beim Ortstermin würden wir auch mit dabei sein“, signalisiert Allbau-Sprecher Dieter Remy, dass das Wohnungsunternehmen bei der Lösung des Problems mit ins Boot kommen wolle. Mit einem Rundschreiben an alle Mieter werde man noch einmal auf die verkehrsberuhigte Zone hinweisen.

Das widersinnig anmutende Schild auf einem kleinen Rasenstück der Spielstraße („Fußballspielen nicht erlaubt!“) werde allerdings nicht verschwinden. „Das gilt wegen der Glasbauwände an den Eingängen zur Tiefgarage“, erklärt Dieter Remy.

Um trotzdem Ballspielen zu ermöglichen, werde die Allbau AG in diesem Jahr Softbälle an die Kinder verteilen.

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