Stadtverkehr

Noch mehr Kritik an geplanter Umweltspur in Essen

Die vorgeschlagene „Umweltspur“ auf der Schützenbahn in Essen sorgt weiter für Kritik.

Die vorgeschlagene „Umweltspur“ auf der Schützenbahn in Essen sorgt weiter für Kritik.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Die Kritik an der geplanten Umweltspur auf der Schützenbahn in Essen geht weiter. Jetzt äußert auch der SPD-Ortsverein Mitte seine Bedenken.

Der Essener SPD-Verkehrsexperte Matthias Vollstedt hat eigentlich nichts gegen „Umweltspuren“, die sich Busse und Radfahrer gemeinsam teilen. In Düsseldorf „scheint es zu funktionieren“, sind seine ersten persönlichen Eindrücke über die dortige Testphase auf zwei Hauptverkehrsadern. Die Essener Pläne überzeugen ihn dagegen bisher ganz und gar nicht. „Das wird nichts bringen“, glaubt der Vorsitzende des Essener SPD-Ortsvereins Mitte. „Das ist nur Stückwerk“, so Vollstedt.

Vor kurzem schlug Umweltdezernentin Simone Raskob den zuständigen Rathaus-Gremien vor, eine solche Spur versuchsweise im Sommer 2020 auf der Schützenbahn (zwischen Gladbecker Straße und Freiheit) einzurichten. Sie hofft, zusammen mit anderen Maßnahmen den Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm auf der nahe gelegenen Alfredstraße kurzfristig einhalten zu können. In ersten Stellungnahmen äußerte sich die GroKo von CDU und SPD aber skeptisch über dieses Projekt.

Geplante Essener Umweltspur sei störanfällig

Matthias Vollstedt glaubt, dass die Stadt hier eine „Umweltspur“ vorgeschlagen hat, um Argumente für das Berufungsverfahren beim Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) zu haben und drohende Fahrverbote zu verhindern. „Politisch will man ein Symbol senden“, sagt Vollstedt. „Aber fachlich bringt diese Umweltspur so auf der Schützenbahn nichts. Ich kann kein richtiges Konzept erkennen.“

Seiner Meinung werde es auf diesem relativ kurzen Stück „zu viele Störungen“ geben. Vor allem, wenn die Busse am Viehofer Platz und am Varnhorstkreisel links abbiegen müssen. Dieses Projekt biete kaum Anreize, um aufs Fahrrad umzusteigen.

Parken in der Essener City soll erschwert werden

Der SPD-Verkehrsexperte sieht nur eine Möglichkeit, um den Autoverkehr in der Innenstadt zu drosseln. „Ich muss massiv an das Thema Parken und an die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ran.“ Ob Autofahrer in Bahn und Bus steigen „hängt schlicht davon ab, wie groß ihre Hoffnung ist, schnell einen Parkplatz in der City zu finden.“

Die Stadt will zwar mehr Parkgebühren verlangen, die Steigerung fällt aber relativ moderat aus. In der Innenstadt soll das Parken künftig 2,30 Euro pro Stunde kosten. Das sind 60 Cent mehr.

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