Inklusion

Neues Wohnprojekt der GSE in Essen soll Teilhabe fördern

Stellten das neue inklusive Wohnprojekt vor:

Stellten das neue inklusive Wohnprojekt vor:

Foto: Stefan Arend

Essen.   Die GSE hat am Herbertshof in Essen-Stoppenberg vier Mehrfamilienhäuser angemietet. Dort entsteht ein inklusives Wohnprojekt für den Stadtteil.

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Auf eigenen Füßen stehen, Verantwortung übernehmen und dabei trotzdem die Möglichkeit haben, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Das sind die erklärten Ziele eines neuen inklusiven Wohnprojekts der Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen (GSE) in Stoppenberg.

Das Projekt Herbertshof richtet sich vorrangig an Menschen mit geistigem oder psychischem Handicap und ehemalige Wohnungslose, aber auch an Menschen, die im Stadtteil auf Wohnungssuche sind.

Teilhabe soll gefördert werden

Denn in den vier Mehrfamilienhäusern, die die GSE von der Gelsenkirchener Wohnungsverwaltung Vewo angemietet hat, sollen Menschen, die zuvor in Einrichtungen der GSE gewohnt haben, gemeinsam mit externen Mietern ohne Einschränkung Tür an Tür wohnen. „Das Ziel unserer Arbeit ist Teilhabe zu fördern“, sagt GSE-Aufsichtsrat Peter Renzel.

Nach über einem Jahr Vorbereitungen ist das Projekt im April in den Häusern Nummer 19 und 21 gestartet. Dort stehen der GSE insgesamt 13 Wohnungen zur Verfügung, sowie ein speziell eingerichteter Bürostützpunkt, der für die Betreuung der neuen Mieter eingerichtet wurde, wie Hartwig Lux-Rauen, Pädagogischer Leiter des Projekts, erklärt.

Sozialarbeiter sind rund um die Uhr da

„Wir haben eine Nachtbereitschaft, sind also rund um die Uhr für die Mieter da. Trotzdem soll es keinen Wohnheim-Charakter haben.“ Für die Betreuung in dem neuen Wohnprojekt ist unter anderem Alexander Schwelch zuständig.

Der Sozialarbeiter und seine Kollegen sollen vor allem bei alltäglichen Problemen helfen: „Die meisten Bewohner kommen aus einer vollstationären Betreuung in den Herbertshof. Hier helfen wir dabei, dass sie eine eigene Tagesstruktur hinbekommen.“

„Wir schätzen hier vor allem die Ruhe.“

Unterstützt werden sie zudem zusätzlich von einer Hauswirtschafterin, die Tipps für die Alltagsbewältigung, etwa beim Kochen oder dem Umgang mit Geld, gibt. „In den Wohnheimen wurden die Bewohner immer bekocht. Jetzt müssen sie wieder lernen, wie man selber kocht“, so Lux-Rauen.

Eine Aufgabe, die die neuen Bewohner gerne übernehmen. So etwa ein Bewohner, der ungenannt bleiben möchte. Er hat vorher 13 Jahre in einem Wohnheim der GSE gelebt und steht jetzt seit wenigen Wochen in einer kleinen Wohngemeinschaft im Herbertshof auf eigenen Beinen: „Wir schätzen hier vor allem die Ruhe. Wenn wir kochen wollen, ist die Küche immer frei, anders als im Wohnheim.“

GSE wünscht sich inklusive Mischung

In den Nachbarhäusern, Herbertshof Nummer 15 und 17 sind für das Projekt Wohnungen entstanden, die allen Menschen im Stadtteil angeboten werden. Die GSE wünscht sich dafür eine inklusive Mischung, wie es in dem Konzeptionspapier des Projekts heißt.

Besonders ansprechen will die GSE Menschen, die angesichts sozialer Schwierigkeiten, wie etwa eines Handicaps, psychischen Beeinträchtigungen oder ihrer Schufa-Einträge nur schwer eine Wohnung finden. Bislang sind dort 15 Mieter eingezogen.

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