Feierabendmarkt

Neues Leben füllt nachmittags den Karnaper Markt

Sie hoffen auf ein gutes Gelingen, v.l. Die Marktfrauen Julia Dickopf und Andrea Raab sowie  Stephan Duda und Andreas Opper vom SPD-Ortsverein Karnap, der die Idee des

Sie hoffen auf ein gutes Gelingen, v.l. Die Marktfrauen Julia Dickopf und Andrea Raab sowie Stephan Duda und Andreas Opper vom SPD-Ortsverein Karnap, der die Idee des

Foto: Lisa Dröttboom

Karnap.   Mit einem Feierabendmarkt versuchen die Händler, den Karnaper Markt wiederzubeleben. Am Mittwoch starteten sie den ersten Anlauf.

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Mittwochnachmittag. 15 Uhr. Den Karnaper Markt säumen 14 Marktstände. Bekleidung, Eier, Obst, Gemüse, Gegrilltes, Marmeladen, Haushaltsmittel, Feinkost, Käse, Edles Fleisch – und die mobile Wache der Polizei. In der Mitte des Platzes steht das Pavillonzelt des SPD-Ortsvereins mit rotem Dach, darunter ein paar Bierzeltgarnituren.

„Als wir die Idee aufbrachten, einen Feierabendmarkt in Karnap zu organisieren, haben wir nur Spott geerntet. Die Händler hätten keinen Spaß daran“, erinnert sich SPD-Ortsvereinsvorsitzender Stephan Duda. Dass Karnap bei den Markthändlern nicht die erste Adresse ist, bekamen Duda und sein Vorstandskollege Andreas Opper zu spüren, als sie für ihren Stadtteil warben. „Wir sind über sämtliche Märkte gezogen und haben Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Stephan Duda.

Zeiten haben sich geändert

Zu denen, die sich überzeugen ließen, gehört Julia Dickopf. Die Altenessenerin hat zwei Stände. An einem verkauft sie Eier, an dem anderen Haushaltswaren. Die 54-Jährige steht über ein Vierteljahrhundert auf Märkten und kennt das Geschäft aus dem Eff-Eff. Die Zeiten hätten sich geändert, sagt sie. „Heute sind die meisten doch Doppelverdiener. Da kommt keine Frau mehr morgens mit den Kindern auf den Markt.“ Ein Feierabend-Markt wie der in Karnap, der von 15 bis 18 Uhr geöffnet hat, könnte eine Lösung sein. „Wir werden mal schauen, wie es anläuft“, sagt Julia Dickopf.

Stephan Duda sieht auch in der ungewöhnlichen Öffnungszeit eine Chance. „Wir haben in Karnap Menschen, die kaufkräftig sind. Die sind aber zu gewohnten Marktzeiten auf der Arbeit“, sagt der Endvierziger. Sie hätten eher abends Zeit und würden nach einer Arbeitswoche am Samstag eher mal ausschlafen. Wie oft im Moment es den Feierabendmarkt geben wird, ist noch nicht endgültig entschieden. „Wir werden heute Abend nach Marktende mit den Händlern Bilanz ziehen und dann entscheiden. Wir hätten gerne zwei Mittwoche im Monat“, so Duda.

„Ich könnte mit Konfetti werfen“

Ginge es nach Nicole Kelterbaum, dürfte es öfter Markt geben. „Ich könnte mit Konfetti werfen“, sagt die 46-jährige. Sie hat mit ihrem Mann zwar erst die Hälfte des Marktes geschafft, aber schon baumeln an den Handgelenken der beiden die typischen dünnen, blassgrünen Kunststofftüten, in den die Händler die Ware packen. So etwas habe in Karnap gefehlt. Frank Kelterbaum, gebürtiger Karnaper und Zahnarzt von Beruf, kennt den Markt noch aus Zeiten, als es richtig brummte. Da war er Twen und um den Platz führte noch eine Ringstraße. Zurück in die Gegenwart. Für Nicole Keltermanns Geschmack dürfte die Auswahl an Obst und Gemüse ruhig größer sein. Ein Fischstand – da ist sich das Paar einig – wäre auch nicht schlecht. An ihrer Freude über die Premiere am Mittwochnachmittag ändert das nichts. „Wir werden Stammkunden.“

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