Neueröffnung

Neues Fahrradgeschäft eröffnet im Essener Südostviertel

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Inhaber Joe Mertes (Mitte) freut sich mit seinen Mitarbeitern auf die Eröffnung des „Fahrrad Paradies Mertes“ an der Steeler Straße.

Inhaber Joe Mertes (Mitte) freut sich mit seinen Mitarbeitern auf die Eröffnung des „Fahrrad Paradies Mertes“ an der Steeler Straße.

Foto: Fahrrad Paradies Mertes

Essen-Südostviertel.  Ein neues Fahrradgeschäft eröffnet im Essener Südostviertel. Wann es so weit ist und warum der Inhaber optimistisch in die Zukunft blickt.

Der Essener Fahrradhändler Joe Mertes eröffnet am Dienstag, 11. Oktober, ein zweites Geschäft in der Stadt: das „Fahrrad Paradies Mertes“ an der Steeler Straße 198. Die Ansiedlung erfolgt über das Sofortprogramm Innenstadt des Landes Nordrhein-Westfalen, das zum Ziel hat, wieder mehr Leben in die Innenstädte und Geschäftsstraßen zu bringen. Es ist nach Angaben der Essen Marketing GmbH die erste Vermittlung im Südostviertel. Bisher wurden vor allem leerstehende Ladenlokale in der Essener Innenstadt neu belebt.

Zweiter Standort des Fahrradhändlers Mertes in Essen

Inhaber Joe Mertes (36), der auch für die Grünen in der Bezirksvertretung II (Rüttenscheid, Rellinghausen, Bergerhausen, Stadtwald) sitzt, führt bereits das Geschäft „Fahrradladen Mertes: Radsport & Bikefitting Heros“ an der Rellinghauser Straße 157 im Südviertel, das er vor rund zwei Jahren übernommen hat. Er will mit einem zweiten Geschäft den nächsten Entwicklungsschritt gehen und freut sich, vorerst nur 20 Prozent der regulären Miete zahlen zu müssen: „Ich bin sehr glücklich darüber, durch die Förderung über das Sofortprogramm Innenstadt das Südostviertel besser kennenlernen zu können. Mein Ziel ist es, mich mit meinem Unternehmen langfristig am Standort zu etablieren.“

Das Geschäft dauerhaft im Südostviertel zu betreiben, sei ihm schon deshalb wichtig, weil er 15.000 Euro in den neuen Standort investiert habe. „Natürlich kommt jetzt vermutlich mit der kalten Jahreszeit erst einmal eine Durststrecke, aber ich hoffe, dass es im Frühjahr dann richtig losgeht“, sagt Mertes.

Inhaber setzt auf die kommende Sommersaison

Er wolle Ansprechpartner für alles rund ums Fahrrad und E-Bike werden. „Ich bin mir sicher, dass es funktionieren wird, weil das im Südostviertel eine Marktlücke ist und derzeit immer mehr Menschen aufs Rad umsteigen“, spielt er auf die Mobilitätswende und die steigenden Spritkosten an, die immer mehr Bürger nach Alternativen zum Auto suchen lassen.

Im „Fahrrad Paradies Mertes“ an der Steeler Straße will er hochwertige Räder in einer Preisspanne von 700 bis 7000 Euro anbieten. Der Verkauf von E-Bikes und Bio-Bikes sowie der Hausmarke Mertes Bikes im Fokus. Darüber hinaus können in der Werkstatt Inspektionen, Wartungen und Reparaturen wie Schlauch- und Radwechsel durchgeführt werden. Mertes beschäftigt in seinen beiden Läden insgesamt vier Mitarbeiter, davon zwei mit leichter Behinderung. Für das neue Geschäft werden noch Mitarbeiter gesucht.

Ladeninhaber zahlen deutlich reduzierte Miete

Svenja Krämer, Citymanagerin der Essen Marketing GmbH (EMG), hat bereits an vielen Ansiedlungen in der Innenstadt mitgewirkt und freut sich, dass es jetzt auch im Südostviertel geklappt hat. Das Fahrradgeschäft werde „einen wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung des Südostviertels leisten“.

Im Juni hatte die EMG dazu aufgerufen, außergewöhnliche Konzepte einzureichen und damit Start-ups, Pop-up-Stores und nachbarschaftliche Initiativen angesprochen, die ein Ladenlokal rund um den Wasserturm an der Steeler Straße anmieten wollen, um ihr Geschäftsmodell zu testen.

Apotheker Jan Olgemöller von der Interessengemeinschaft „Wir am Wasserturm“ hatte im Frühsommer die Idee sehr positiv aufgenommen. „Das ist sinnvoll, wenn nicht Subventionen mit hoffnungslosen Fällen verbrannt werden, die sich während der Förderzeit so eben über Wasser halten können und danach dann sofort aufgeben“, so seine Einschätzung. Deshalb sei es wichtig, die Konzepte im Vorfeld sorgfältig zu prüfen.

Erste Bemühungen im Südostviertel gab es schon vor 20 Jahren

Das Programm sei quasi eine Fortführung der Idee der Interessengemeinschaft, Leerstände durch Kunst zu ersetzen. „2004 hatten wir eine Phase extremer Leerstände. Da sind wir an die Vermieter herangetreten, die Räume doch weitgehend kostenfrei Künstlern zur Verfügung zu stellen, damit diese dort ihre Werke präsentieren können“, so Olgemöller im Juni. Das Projekt hatte damals zur vorübergehenden Ansiedlung von einigen kleineren Galerien geführt, hatte sich aber nicht dauerhaft etablieren können.

Er hält nach wie vor die schon lange geplante und immer wieder verschobene Umgestaltung und Aufwertung der Steeler Straße für den wichtigsten Punkt, um das Südostviertel attraktiver zu machen. Gewünscht sind, auch von den Bezirkspolitikern, unter anderem hochwertige Gastronomie, Bekleidungsgeschäfte und ein insgesamt abwechslungsreicher Branchenmix.

Auf der Limbecker Straße zeigt das Programm bereits Erfolge

Auf der Limbecker Straße in der Essener Innenstadt konnten mit Hilfe des Förderprogramms schon acht Leerstände neu vermietet werden, der Vertrag mit dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt wurde gerade bis Ende März 2023 verlängert. Allerdings konnten sich nicht alle geförderten Läden in der City halten. Auch in Steele ist das Programm angelaufen, dort wurde bisher ein Konzept umgesetzt. Die Mieter zahlen bis Ende 2023 nur 20 Prozent der Altmiete. Ziel ist es, dass sie sich im Wettbewerb erfolgreich positionieren und auch über den Förderzeitraum hinaus am Standort bestehen können.

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