Rü-Bühne

Neuer Verein soll Rüttenscheider Theater verjüngen

Johannes Ullrich, Alexander Kupsch, Julie Stearns, Timo Knop und Fotokünstler Uwe Faltermeier (v.l.) arbeiten für „Warten auf Godot“ zusammen.

Johannes Ullrich, Alexander Kupsch, Julie Stearns, Timo Knop und Fotokünstler Uwe Faltermeier (v.l.) arbeiten für „Warten auf Godot“ zusammen.

Foto: C. Köpsel

Essen-Rüttenscheid.  Die Rü-Bühne in Rüttenscheid freut sich auf neue Impulse durch die Gruppe „only connect“. Als erstes Stück wird „Warten auf Godot“ gezeigt.

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In den Räumen eines ehemaligen Getränkemarktes gründete vor zwölf Jahren eine Gruppe engagierter Schauspieler ihr eigenes kleines Theater – die Rü-Bühne. „Von den Leuten der ersten Stunde sind aber nicht mehr so viele dabei“, erzählt Fritz Jaeger. „Wir sind fast alle über 60.“ Dennoch macht man sich im Girardet­haus keine Sorgen um die Zukunft: Ein neuer Verein ist eingezogen und soll Impulse geben.

„Es ist eine Win-Win-Situation“, sagt Jaeger. „Wir haben ein schönes Theater, aber auch viel Zeit, in der es nicht genutzt wird.“ Die Gruppe „only connect“ hingegen sucht eine Bühne, auf der sie proben und spielen kann. Zunächst probierte man es mit einem Gastspiel, jetzt steht fest, dass „only connect“ eine neue Heimat in der Rü-Bühne gefunden hat. Die Gruppe entstand vor 15 Jahren an der Universität Duisburg-Essen als studentisches Theaterprojekt. „2013 haben wir den Schritt in die Freie Szene gemacht“, erzählt Gründerin Julie Stearns. Seitdem hat man auch die Beschränkung auf die englische Sprache abgelegt.

Vereine bleiben selbstständig

In den vergangenen Jahren produzierte die Gruppe in Bochum, „aber ich wollte immer nach Essen, hier fühle ich mich zu Hause“, sagt Stearns, die Dozentin an der Uni und der Folkwang-Universität ist und an der Goetheschule eine Theatergruppe leitet. „Mit der Zeit ist eine Community entstanden. Viele Schauspieler, mit denen ich zusammenarbeite, kommen aus dem Ruhrgebiet. Deshalb wollte ich einen Spielort in Essen finden.“

Die Gruppe „only connect“ wird in Rüttenscheid als eigener Verein auftreten, auch die Rü-Bühne bleibt bestehen. „Aber wir müssen wieder anfangen neu zu denken“, erzählt Fritz Jaeger. „Das ist ein natürlicher Prozess in allen Theatern, um nicht zu stagnieren.“ Vielleicht könnten die beiden Vereine auch irgendwann zusammengehen, „alles ist denkbar“, sagt Jaeger.

Dem Publikum im Girardethaus stellt sich „only connect“ ab dem 14. September mit „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett vor. Julie Stearns hat versucht, das Stück ins Ruhrgebiet zu verlegen, allerdings behutsam, mit ein bisschen Kohle, ein bisschen Stahl. „Das Stück ist ein Brocken und für mich Neuland“, sagt Stearns. „Aber das passt ja auch zu dieser neuen Kooperation.“

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