Soziales

Neuer Seniorenbus rollt nun durch die Straßen Karnaps

Die Gründer: Olaf Hellmecke (2.v.l.) und Peter Scharschmidt (3.v.l.).

Die Gründer: Olaf Hellmecke (2.v.l.) und Peter Scharschmidt (3.v.l.).

Foto: AWO

Essen-Karnap.   Vor zehn Jahren hatte ein Freundeskreis die Idee zum Seniorenbus. Seit knapp einer Woche holt ein neues Gefährt die Senioren zum Einkauf ab.

Geschäftsführer Oliver Kern ist regelmäßig im Rahmen der Aktion „Kern-Arbeitszeit“ vor Ort, um einen Tag in einer der zahlreichen Institutionen der Awo zu arbeiten und die Basis kennen zu lernen. Sein jüngstes Ziel war Karnap, wo vor zehn Jahren der Seniorenbus ins Leben gerufen wurde. Oliver Kern setzte sich auf den Beifahrersitz, fuhr die Tour durch den Stadtteil mit, auf der vorwiegend ältere Damen zum Einkaufen abgeholt werden. Nach dem Einkauf geht es für die Damen mit voll bepackten Taschen wieder zurück nach Hause, wo der Busfahrer oder sein Beifahrer dann den Einkauf bis vor die Haustür oder auch direkt in die Küche trägt.

„Da mussten wir helfen!“

„Wir waren und sind noch immer ein Freundeskreis von vorwiegend gelernten Bergleuten und unternehmen immer viel gemeinsam. Damals, 2008, beklagten vor allen Dingen ältere Menschen, dass es am Karnaper Markt keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gebe und es einfach zu weit zu den Discountern am Ortsrand war“, erinnern sich die Initiatoren Olaf Hellmecke und Peter Scharschmidt. Das seien alles Leute gewesen, in deren Gärten sie schon als Kinder gespielt hätten, denen sie als kleine Jungs Streiche gespielt hätten. „Da mussten wir helfen!“

Kleunbus vom Anneliese-Brost-Zentrum geliehen

Die damals guten Kontakte des früheren SPD-Ortspolitikers Guido Reil zur Awo halfen, um ohne großen bürokratischen Aufwand an ein Gefährt zu kommen. Einmal pro Woche – damals wie heute donnerstags – lieh sich der Freundeskreis einen Kleinbus vom Anneliese-Brost-Zentrum aus. Die Einsätze am Lenkrad regelten die Mitglieder des Freundeskreises untereinander.

Pünktlich zum 10-Jährigen ein neues Gefährt

Pünktlich zum Zehnjährigen stand ein neues Gefährt vor der Tür. Dank der großzügigen Unterstützung der Essener Elisabeth-Wagner-Stiftung konnte die Awo ein behindertengerechtes Fahrzeug anschaffen, das für heiße Sommertage auch über eine Klimaanlage verfügt. Der Bus wird ausschließlich für Seniorenfahrten eingesetzt. Bisher rollt er nur durch Karnap, im neuen Jahr soll der Seniorenbus auch zwischen Unter- und Oberfrintrop verkehren.

Erster Fahrgast war die gehbehinderte Ilona, die mit tätiger Mithilfe das neue Gefährt bestieg – und bewunderte: „Da kommt man ja viel besser rein, der hat ja eine richtige Stufe!“ Und zum vorweihnachtlichen Dank für das ehrenamtliche Busfahrer-Team hat sie Plätzchen gebacken und festlich verpackt.

Am Steuer wechseln sich in der Regel acht ehrenamtliche Fahrer und Beifahrer ab, die alle eine gemeinsame Geschichte und viel soziales Engagement eint. Der Freundeskreis unternimmt inzwischen auch viele gemeinsame Freizeit-Aktivitäten wie Radtouren.

Awo-Seniorenclub servierte Kaffeetafel

Das Erfolgsrezept lautet Teamarbeit. Das wird auch bei der kleinen Feier deutlich, zur der sich ehrenamtlichen Fahrer, Vertreter der Elisabeth-Wagner-Stiftung und Fahrgäste des Seniorenbusses im Karnaper Awo-Treffpunkt in der Seniorenbegegnungsstätte am Markt zusammenfanden. Inge Havermann und ihr Team vom Awo-Seniorenclub hatten eine Kaffeetafel vorbereitet.

Dank an die Elisabeth-Wagner-Stiftung

Dieses ehrenamtliche Engagement, so betonte Oliver Kern, mache erst den Wert einer Gesellschaft aus. „Das wollen wir als Awo nach Kräften unterstützen. Es dient schließlich den Menschen.“ Sehr wichtig sei auch, dass ehrenamtliche Organisationen wie die Elisabeth-Wagner-Stiftung ein Projekt wie den Seniorenbus durch finanzielles Engagement auf Dauer möglich machten, dankte Oliver Kern dem Stiftungs-Vorstand mit Dr. Degenhard Merkle, Gerd Ohletz und Josef Schwarzhof.

>>> Bisher war der Bus an gut 500 Tagen im Einsatz

An gut 500 Tagen waren die ehrenamtlichen Busfahrer in den vergangenen 10 Jahren unterwegs. Je nach Bedarf kamen pro Einsatztag 40 bis 80 Kilometer zusammen.

Das schweißt zusammen. Nicht nur zwischen den Damen und den Fahrern herrscht ein lockerer, freundlicher Ton.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben