Gastronomie

Neuer Imbiss: In Rüttenscheid gibt es jetzt vegane Çiğköfte

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Süzan Önder (Mitte) und ihr Mann Hüseyin (r.) eröffnen in Essen-Rüttenscheid den neuen Imbiss House of Çiğköfte. Tochter Zara (l.) hilft mit.

Süzan Önder (Mitte) und ihr Mann Hüseyin (r.) eröffnen in Essen-Rüttenscheid den neuen Imbiss House of Çiğköfte. Tochter Zara (l.) hilft mit.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  In Rüttenscheid eröffnet ein Imbiss für vegane Çiğköfte. Die Inhaber sind in Essen keine Unbekannten. Was hinter dem Konzept steckt.

Rüttenscheid hat ein neues veganes Angebot: In die ehemaligen Räumlichkeiten von Café Ay’sel (Rüttenscheider Straße 206) ist der Imbiss House of Çiğköfte eingezogen. Hier gibt es die fleischlose Variante der türkischen Frikadelle Köfte. Eröffnung ist am Freitag, 10. Juni.

Inhaberin Süzan Önder ist in Essen keine Unbekannte. Über acht Jahre lang betrieb sie gemeinsam mit ihrem Mann Hüseyin (53) das Heisinger Schnellrestaurant. Dort verkaufte die 49-Jährige – selbst Vegetarierin – allerdings hauptsächlich Fleisch. Döner und Grillgerichte gingen über die Ladentheke. Wegen gesundheitlicher Probleme ihrer Tochter und ihres Mannes entschloss sie sich vor zwei Jahren schweren Herzens, ihren Laden aufzugeben, um für die Familie da zu sein.

Essener Gastronomin: Veganes Essen ist ein großer Trend

Aber: „Ich kann ohne Arbeit nicht leben“, sagt Önder mit einem breiten Lachen. In der zweijährigen Pause experimentierte sie herum, nutzte die Zeit, um Rezepte zu perfektionieren. Die Kundinnen und Kunden aus Heisingen hätten ihr extrem gefehlt, erzählt die Gastronomin. „Das war extrem emotional. In Heisingen kennt ja jeder jeden, man hat sich ständig getroffen.“ Da Kind und Mann mittlerweile wieder wohlauf seien, sei klar gewesen, dass die Ehepartner wieder gemeinsam einen Laden eröffnen wollten. Insgesamt ist Süzan Önder schon seit 22 Jahren in der Branche selbstständig, Hüseyin Önder ist gelernter Koch.

Nun also der Neuanfang in Rüttenscheid – mit einem ganz anderen Konzept. Daran hätten auch ihre Kinder einen großen Anteil gehabt, berichtet Önder. „Viele junge Leute essen ja vegan oder vegetarisch. Das ist ein großer Trend.“ Ihr sei es wichtig gewesen, Jung und Alt ein Angebot zu machen. Bei der Suche nach einer Idee für den neuen Laden sei die Familie dann schnell auf ein Gericht gekommen, das die 49-Jährige regelmäßig zu Hause zubereitet: Çiğköfte.

Im neuen Rüttenscheider Imbiss gibt es auch Falafel

Das türkische Gericht, das sich in Städten wie Köln großer Beliebtheit erfreut, ist in Essen noch nicht ganz so verbreitet. „Es gibt wenige Läden, im Süden habe ich bei meiner Recherche gar keinen gefunden“, sagt Önder. „Dabei gibt es gerade hier viele, die vegetarisch essen.“ Die Basis von Çiğköfte bildet Weizengrütze (Bulgur). Sie gibt dem Gericht eine ähnliche Konsistenz wie das Hack bei der Fleisch-Variante. Verschiedene Gewürze und frische Tomaten sorgen für den Geschmack.

Die Çiğköfte gibt es pur, als Wrap, in Sushi-Form (mit Salat in Teig gerollt) oder als Schnecke (mit dem Bulgur-Gemisch außen herum). Wer sein Essen rein vegan möchte, bekommt Hummus als Soße, Vegetarier können auch Tzatziki bestellen. Außerdem stehen noch Falafel, Salate, gefüllte Weinblätter und das türkische Gebäck Baklava auf der Karte.

Essenerin hofft auf gutes Geschäft trotz Inflation

Den Laden an der Rüttenscheider Straße hat die Familie über einen Monat lang in Eigenregie renoviert. „Das war viel Aufwand“, sagt Süzan Önder rückblickend. Die Außenwerbung hat Tochter Zara (20) gestaltet. Sie hat sich auch den Namen des Imbisses überlegt und kümmert sich um den Instagram-Auftritt. In der kommenden Woche soll noch eine Fotowand mit Bildern von Stars angebracht werden, darunter zum Beispiel Michael Jackson und Marilyn Monroe, Fußballer und türkische Sänger. Noch eine Idee von Zara: „Es wird eine Polaroid-Kamera geben, mit der wir Fotos von Gästen machen, die das möchten. Die hängen wir dann an einer Tafel auf“, erklärt die 20-Jährige.

Trotz Corona-Nachwirkungen, Inflation und Krieg hofft Süzan Önder, dass sie mit ihrem Angebot viele Menschen erreichen kann. Die Chancen dafür stünden nicht schlecht, so ihr Eindruck. Viele ehemalige Kundinnen und Kunden aus Heisingen arbeiteten in Rüttenscheid und wollten ihren neuen Imbiss ausprobieren. Und: „Es sind schon einige stehen geblieben und haben gefragt, wann wir eröffnen.“

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