Gastronomie

Neue Pächterin für das Brückencafé in Essen-Kettwig

Maryam Zadeh hat direkt am Mühlengraben in Kettwig das „Lavendel im Brückencafé“ eröffnet.

Maryam Zadeh hat direkt am Mühlengraben in Kettwig das „Lavendel im Brückencafé“ eröffnet.

Foto: Christof Köpsel

essen-Kettwig.   Das Brückencafé in Kettwig hat eine neue Pächterin: Maryam Zadeh bietet dort an sieben Tagen in der Woche Kaffee, Kuchen und Mittagstisch an.

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Erst in zwei Stunden wird Maryam Zadeh das „Lavendel im Brückencafé“ eröffnen. Es bleibt genügend Zeit für ein Gespräch. Wie kommt der Lavendel in den Namen? Sie lacht und zeigt auf ein großes Bild, das an der Wand hinter der Theke hängt. Lavendelfelder, so weit das Auge reicht. „Ich mag diese Pflanze so sehr. Ich war zwar selbst noch nie in der Provence, aber mich haben die Bilder fasziniert. Und bei mir zu Hause findet man den Duft überall.“

Bei ihr zu Hause – das ist seit drei Jahren Kettwig. Mit ihrem Mann und ihrer zehnjährigen Tochter lebt die gebürtige Perserin an der Ruhr. „Kettwig ist sehr schön und einzigartig. Und ich möchte, dass sich an diesem Standort etwas entwickelt.“

Am Max-Planck-Institut geforscht

In das Haus, in das Café hat sie sich verliebt. Dabei ist die Gastronomie so ganz und gar nicht ihre eigentliche Profession. Im Iran ist sie geboren und aufgewachsen, hat an einer Universität in der Nähe von Teheran Mikrobiologie studiert, danach Molekularbiologie in Berlin. Und promoviert. Viele Jahre hat sie in der Forschung gearbeitet, neun Jahre davon am Max-Planck-Institut.

Irgendwann landete die Familie in Düsseldorf, suchte sich dann eine Wohnung in Kettwig – und sie traf den Besitzer des Hauses Mühlengraben Nummer 4. „Und er hat mir erzählt, dass er für das Brückencafé einen neuen Pächter sucht“, sagt Maryam Zadeh. Schon oft hatten ihr die Familie und auch gute Freunde geraten, doch ein Café aufzumachen. „Ich koche und backe halt sehr gern. Und ich glaube, das mache ich auch ganz gut“, sagt die 50-Jährige. Einen Einblick in die Gastronomie hat sie in der Vergangenheit auch bekommen – „als Studentin habe ich einige Jahre lang gekellnert.“

China, Österreich oder Persien

Ende Oktober hat sie das „Lavendel“ eröffnet. „Ganz sanft und langsam, denn ich wollte erst alles im Griff haben.“ Kaffee gibt bei ihr, viele Sorten Tee und hausgemachten Kuchen. Von der Donauwelle über Bienenstich bis zum Avocadokuchen. Und mittags gibt es immer zwei, drei warme Gerichte, „so lange der Vorrat reicht. Auch gern eine Tasse Suppe, an der man sich im Winter die Hände wärmen kann. Und viele Leute kommen auch wegen unseres Salatbüfetts.“ Auf eine kulinarische Richtung lässt sie sich nicht festlegen: „Die Gerichte, die ich koche, können aus China, Österreich oder Persien sein – es muss nur gut schmecken.“

In der Küche ist sie nicht allein. „Mit mir arbeiten hier Frauen, die so kochen, wie sie es auch zu Hause tun. Und die Gäste sollen sich hier auch so fühlen wie zu Hause, wie in einem Wohnzimmer.“

Ein großes „Wohnzimmer“

Ein großes Wohnzimmer allerdings – 60 Plätze innen und im Sommer dazu noch 60 Plätze außen. „Hier ist eine Menge möglich, und ich habe auch schon viele Ideen“, plant Maryam Zadeh.

Sie hat viel vor mit dem „Lavendel im Brückencafé“. An ihre Karriere in der Forschung denkt sie gern und oft. „Vielleicht kehre ich ja auch eines Tages zurück“, sagt sie. „Wer weiß das so genau.“

Aber vielleicht bleibt sie auch in ihrem Café. Mit Blick auf die Ruhr.

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