Verkehr

Neue Fahrrad-Brücke am Radschnellweg wird 2020 eröffnet

Die Finanzierung der neuen Fahrrad-Brücke am Radschnellweg ist gesichert.

Die Finanzierung der neuen Fahrrad-Brücke am Radschnellweg ist gesichert.

Essen.   Die 72 Meter lange und 6,30 Meter breite Stahlbrücke soll die von vielen Radlern beklagte Lücke am Berthold-Beitz-Boulevard schließen.

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Die Finanzierung der 2,9 Millionen Euro teuren Fahrrad-Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard ist gesichert. Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat zugestimmt, den Eigenanteil von 600 000 Euro in voller Höhe zu übernehmen. Die Brücke ist der von Fahrrad-Verbänden lange geforderte Lückenschluss für den Radschnellweg RS 1. „Jetzt können wir mit der Detailplanung samt Statik beginnen“, sagt RVR-Sprecherin Barbara Klask. Baustart werde voraussichtlich Ende 2018 sein. Die Bauzeit, so Klask, beträgt „etwa ein Jahr.“

„Also werden wir wohl Anfang 2020 über die Brücke radeln können“, schmunzelt der Essener ADFC-Sprecher Jörg Brinkmann. Eine Realisierungszeit von „elf Jahren scheint ja inzwischen normal zu sein.“ Trotz der Kritik des Fahrradclubs, dass das Bauprojekt immer wieder verschoben wurde, ist Brinkmann froh, „dass endlich alles in trockenen Tüchern ist. Hauptsache, die Brücke kommt“. Sagt auch Rolf Fliß von der Essener Fahrrad-Initiative: „Das war ein zäher Prozess. Das hat sich gezogen wie ein Kaugummi. Aber jetzt haben wir eine gute Nachricht rechtzeitig zum Ende des Grünen Hauptstadt-Jahres.“

Land und Regionalverband fassten Kompromiss

Verzögert hatte sich die Realisierung zuletzt deshalb, weil ein erteilter Förderbescheid nur die Kosten für eine vier Meter breite Brücke berücksichtigte. Doch die hätte die Anforderungen des künftigen Radschnellweges RS 1 nicht erfüllt, der auf der Trasse der Rheinischen Bahn entlang führt und eine Trennung von Fußgängern und Radfahrern verlangt. Also musste neu geplant werden, um den geforderten Standard (Vier-Meter-Spur für Radler plus zwei Meter breiter Gehweg) zu erfüllen. Damit wird die Brücke aber auch teurer. Der RVR-Verbandsausschuss verlangte, dass der Zuschussgeber auch für die Mehrkosten für den Eigenanteil aufkommen müsse.

Am Ende kamen sich beide Seiten entgegen. Der RVR trägt den vollen Eigenanteil. Dafür konnte NRW seinen prozentualen Förderanteil auf 80 Prozent erhöhen, weil es sich um ein deutlich breiteres Bauwerk handelt. Unterm Strich schießt der RVR nur 5000 Euro zusätzlich zu.

Die 72 Meter lange und 6,30 Meter breite Stahlbrücke soll dafür sorgen, dass der Radschnellweg auch in diesem Abschnitt lückenlos verläuft. Derzeit werden die Radler in Höhe Pferdebahn beim Überqueren des Berthold-Beitz-Boulevards ausgebremst, den der ADFC als „gefährliche Kreuzung“ einstuft. „Durch den Brückenbau wird ein möglicher Gefahrenpunkt für die Radfahrer geschlossen,“ so Wolfgang Freye von den Linken.

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