Gastrokritik

Neuanfang mit asiatisch beeinflusster Küche in Rüttenscheid

Koch Kijcharoen Saha (li.) und Inhaber Patrick Chacinski im runderneuerten „Luck in a Cup“ in Rüttenscheid.

Koch Kijcharoen Saha (li.) und Inhaber Patrick Chacinski im runderneuerten „Luck in a Cup“ in Rüttenscheid.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen.  Die südliche „Rü“ in Essen holt auf in Sachen Gastronomie. Das „Luck in a Cup“ wagt mit asiatisch-europäischer Fusionsküche einen Neuanfang.

Im „Luck In A Cup“ auf der südlichen Rüttenscheider Straße wechselte nicht nur das Logo von Orange auf Mint, das Restaurant ist nicht wiederzuerkennen. Die Außensitze in Traktor-Optik sind passé, genauso wie die hölzerne Einrichtung. Das in Grau gehaltene Interieur ist modern, die Küche offen und für jeden Gast einsehbar. Wir nahmen Platz, die hier im Süden eher stille Rü ist durch die bodentiefen Fenster sehr präsent.

Erkennbar ist es das Ziel, das Beste aus zwei Welten zu bieten

Die Karte hat nur drei Seiten und schnell wird das neue Konzept deutlich: Ziel ist es, das Beste aus zwei Welten zu bieten: asiatisch beeinflusste Gerichte mit europäischem Einschlag, die sogenannte Fusionsküche.

Um einen breiten Eindruck zu erhalten, wählen wir vier verschiedene Vorspeisen: Gedämpfte Endamane (5 €), Aubergine-Dattel-Bällchen mit Koriander-Mayo (5 St./6 €), Krabbenküchlein (6€) und Gyoza (gefüllte Teigtaschen BBQ-Beef, 3 Stück/6€) serviert mit Sojadip. Alles sehr gelungen. Hervorzuheben sind die Bällchen und die Küchlein, etwas Besonderes im sonst oft vorherrschenden Allerlei der asiatischen Küche.

Bei den Hauptspeisen kommen Huhn in Tomaten-Aubergine-Sauce mit Jasminreis und Kartoffeln (13€), Teriyaki, Jasminreis mit Huhn bzw. Lachs (13/16€) sowie geschmorte Rinderroulade mit Wasabipüree und wildem Brokkoli (17€) zu Tisch; für Vegetarier und Veganer können die Gerichte wahlweise mit Tofu oder Dattelbällchen zusammengestellt werden.

Generell wird mit allzu viel Vorsicht gewürzt

Auch hier zeigt sich, dass die Küche auf hohem Niveau arbeitet. Das Huhn ist äußerst knusprig, der Reis mit dem Aubergine Sauce schmackhaft, die Kartoffeln ein bisschen zu groß geschnitten und deshalb erst irritierend, dann aber sämig am Gaumen. Auch die anderen Teller versprechen, was die Karte angekündigt hat. Der Lachs und das Huhn auf dem Grill gegart und danach leicht mit der Teriyakisauce überzogen, überzeugen vor allem wegen der Grillaromen und der feinen Sauce. Der Wasabipüree hat eine leichte Schärfe, mit der Sauce der mürben Rindsroulade schmecken wir den Wasabi aber nicht mehr. Generell hat die Küche alle Gerichte eher mit Vorsicht gewürzt, da ist noch Luft nach oben.

Die Preise für Bier (0,33l/3,50€, auch ein Thailändisches ist dabei), Wasser (0,7l/5,90€) und eine Flasche guten Rotwein (19€) sind eher moderat, vor allem beim Wein kennt die Rü ganz andere Preis-Kategorien.

Die Neuorientierung hat dem „Luck in a Cup“ gut getan

Fazit: Die Neuorientierung in der Küche wie auch die Veränderungen des Interieurs haben dem Luck In A Cup sehr gutgetan, wenn die Küche noch etwas mutiger würzt, dann finden wir hier ein sehr empfehlenswertes inhabergeführtes Restaurant im neuen kulinarischen Hotspot der südlichen Rü.

Rüttenscheider Str. 236, Tel. 0201-50 742 167, www.luckinacup.com; Öffnungszeiten: Di-Fr 17-22 Uhr, Sa 12-15 und 17-22 Uhr. Mo, So geschlossen

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