Max Adelmann

Naziattacke in Essen? Stadtbekannter Antifaschist überfallen

Max Adelmann (63) stand viele Jahre dem Bündnis „Essen stellt sich quer“ vor. Es vereint 25 Institutionen wie DGB, SPD, Grüne, Linke und andere Organisationen.

Max Adelmann (63) stand viele Jahre dem Bündnis „Essen stellt sich quer“ vor. Es vereint 25 Institutionen wie DGB, SPD, Grüne, Linke und andere Organisationen.

Foto: André Hirtz / André Hirtz / Funke Foto Services

Essen.  Der langjährige Sprecher des Bündnisses „Essen stellt sich quer“, Max Adelmann, ist am Montag angegriffen worden. Polizei ermittelt gegen rechts.

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Der stadtbekannte, langjährige Sprecher des antifaschistischen Bündnisses „Essen stellt sich quer“, Max Adelmann, ist am Montagabend vor dem Büro des Bündnisses von einem unbekannten Mann überfallen worden. Das bestätigte der 63-Jährige am Dienstag gegenüber unserer Redaktion, wollte sich zum Vorgang aber weiter nicht äußern.

Max Adelmann stand bis zum Herbst 2019 dem Bündnis vor, das vor 19 Jahren gegründet wurde und rund 25 Essener Organisationen wie DGB, SPD, Grüne und Linke umfasst. Das Bündnis wendet sich „aktiv gegen alte und neue Nazi-Umtriebe in Essen“, heißt es auf der Internet-Seite von „Essen stellt sich quer“.

Tatort ist die Steubenstraße im Südostviertel

An der Steubenstraße im Südostviertel betreibt „Essen stellt sich quer“ ein Büro. Dort tagte am Montagabend eine Arbeitsgruppe; Adelmann verließ als letztes den Raum. Auf dem Bürgersteig wurde er dann von einem unbekannten Mann, dunkel gekleidet, mit dunkler Gesichtsmaske ins Gesicht geboxt. Adelmann erlitt leichte Verletzungen.

Der Staatsschutz der Polizei ermittelt jetzt – das heißt, die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen Angriff von Rechtsradikalen handeln könnte. Hinweise auf den Täter gibt es bislang nicht. Es gibt auch bislang keine Hinweise auf einen rechten Hintergrund. Die Polizei sucht Zeugen: 0201-8290. Adelmann hat Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

„Essen stellt sich quer“ gibt es seit dem Jahr 2000

Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ formierte sich im Jahr 2000 nach dem Sprengstoff-Anschlag auf den S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn. Dort war man lange von einem antisemitischen Hintergrund ausgegangen. Die Tat ist bis heute offiziell nicht aufgeklärt; ein Verdächtiger wurde in einem Gerichtsprozess im Jahr 2018 freigesprochen.

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