Mode-Label

Naketano zahlt: Rechtsstreit mit ehemaligem Investor beendet

Naketano stellt sein Geschäft Ende des Jahres ein.

Naketano stellt sein Geschäft Ende des Jahres ein.

Foto: Marit Langschwager

Essen.   Die Gründer der Modemarke Naketano zahlen einem ehemaligen Miteigentümer nochmals Geld. Der hatte sie wegen Täuschung verklagt.

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Die Gründer des Mode-Labels Naketano haben den gerichtlichen Streit mit einem ehemaligen Investor beigelegt. Wie das Landgericht Essen jetzt bestätigte, haben sich beide Parteien auf einen Vergleich geeinigt. Zum Inhalt des Vergleiches sagte die Gerichtssprecherin nichts.

Der Kläger, ein Geschäftsmann aus Hamburg, hatte den Gründern Sascha Peljhan und Jozo Lonac Täuschung vorgeworfen. Als er 2013 seine Anteile an Naketano verkaufte, bekam er dafür 1,3 Millionen Euro. Drei Jahre später stellte er fest, dass die Anteile wohl mehr wert gewesen wären, weil die Geschäfte bei Naketano schon damals deutlich besser gelaufen seien.

Naketano schließt Ende des Jahres

Der Anwalt des Investors zeigte sich mit der erzielten Einigung nun zufrieden. Gegenüber „Spiegel online“ sagte er, man habe sich auf die Zahlung einer Summe geeinigt, die dem reellen Wert von 2013 nahe komme.

Der Anwalt der Naketano-Eigentümer sagte dem Spiegel, dass der Vergleich ohne Anerkennung einer Rechtspflicht geschlossen worden sei. Es sei seinen Mandanten darum gegangen, einen langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden. Das Gericht hatte bei einer Verhandlung im April u.a. angekündigt, dass es ein Sachverständigengutachten einholen würde, wenn es nicht zu einem Vergleich komme.

Derweil läuft auf der Naketano-Internet-Seite weiter der Countdown. „Wir haben fertig“, heißt es dort. Am Freitag zeigte der Zähler zwei Monate, fünf Tage an. Ende des Jahres soll es das Aus für das Label geben.

Umsatz und Gewinn steigen deutlich

Über die Gründe wird weiterhin gerätselt. Wirtschaftliche Zwänge können es kaum sein. Das Unternehmen veröffentlichte vor wenigen Tagen die Bilanz für das Jahr 2016 im Bundesanzeiger. Demnach hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr 2015 fast verdoppelt und lag bei 116 Millionen Euro. Die Umsatzrendite stieg nochmals: von 16,86 auf 21,89 Prozent. Der Jahresüberschuss lag bei 25 Millionen Euro nach 10 Millionen Euro ein Jahr zuvor. „In den letzten fünf Jahren hat sich die Lage des Unternehmens jährlich verbessert und ist auch für 2016 als „sehr gut“ zu bezeichnen“, schreibt Naketano in der Bilanz. Und weiter heißt es: „Wir beurteilen die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens positiv.“ (jgr)

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