Rechtsextremismus

Nach Nazi-Skandal in der Polizei: Einsatz in Essen eskaliert

Bürger in NRW von Extremismus bei der Polizei schockiert

Angesichts des Rechtsextremismusskandals bei der nordrhein-westfälischen Polizei hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) eine schonungslose Aufklärung des Skandals zugesagt. In einer Straßenumfrage zeigen sich viele Bürger besorgt über die Vorfälle.

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Essen.  Die Polizei bekommt im Einsatz die Folgen des Mülheimer Nazi-Skandals zu spüren. Jüngstes Beispiel: In Borbeck eskalierte eine Ticket-Kontrolle.

Wenige Tage nach Bekanntwerden des Nazi-Skandals bei der Mülheimer Polizei bekommt die Polizei jetzt erste Auswirkungen zu spüren. „Die Stimmung ist gegen uns“, sagt Behördensprecher Christoph Wickhorst. Mülheim und Essen bilden ein gemeinsames Polizeipräsidium. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Mülheimer und einige Essener Polizisten in einem gemeinsamen Chat Nazi-Parolen ausgetauscht hatten.

So mussten sich am Freitag Polizisten in Borbeck massive Rassismus-Vorwürfe anhören, nachdem eine Straßenbahn der Ruhrbahn eine Frau aus Nigeria nach einer Ticket-Kontrolle nicht weiter mitnehmen wollte. Die Frau hatte ein unabgestempeltes Ticket dabei und schob es erst in den Entwerter, als sie erwischt worden war.

Polizei kam nach Borbeck zur Verstärkung

Am Bahnhof bat die Ruhrbahn die Polizei dann um Verstärkung – die Frau wollte ihre Personalien nicht angeben und erklärte, sie habe doch ein gültiges Ticket mit gehabt. Als die Polizisten versuchten, den Rucksack der 30-Jährigen zu durchsuchen, wurde die Frau laut – auch ihr Freund, der mittlerweile eingetroffen war, machte den Beamten massive Vorwürfe. Viele der Schaulustigen, die sich am Bahnhof Borbeck versammelten hatten, stimmten mit ein: Die Frau, behaupteten viele Passanten, werde schließlich nur untersucht, weil sie dunkelhäutig sei.

Unterdessen versuchte die Frau, den Polizisten den Rucksack zu entreißen, die Beamten mussten Handfesseln anlegen; die Situation drohte vollends zu eskalieren. Erst auf der Wache gab die Frau später ihre Personalien an – doch auch dort erst nach Widerstand, weil sie zunächst keinen Fingerabdruck abliefern wollte.

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