Explosion

Nach Explosion in Essen: Offenbar Studentin unter den Toten

Mit groben Holzplanken hat das Technische Hilfswerk in der Nacht nach der Explosion das Haus abgestützt. Es ist unklar, ob es je wieder bewohnt werden kann.

Mit groben Holzplanken hat das Technische Hilfswerk in der Nacht nach der Explosion das Haus abgestützt. Es ist unklar, ob es je wieder bewohnt werden kann.

Foto: Martin Spletter

Nach verheerender Explosion in Essener Wohnhaus: Anwohner und Nachbarn trauern um die Toten. Die Unglücksursache ist weiter offen.

Die verheerende Explosion in einem Wohnhaus in Essen am Freitag hat offenbar eine Studentin das Leben gekostet. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben von Nachbarn um einen jungen Mann, der mit seiner Mutter in einer der Wohnungen lebte. Bei dem zweiten Opfer soll es sich um eine Studentin handeln, die nebenan lebte. Die Wucht der Explosion war so gewaltig, dass sowohl die Wohnung des jungen Mannes als auch die Wohnung der Studentin komplett verwüstet wurden.

Wie bereits berichtet, ist das Gebäude, das im Südostviertel zwischen A40 und Bahngleisen liegt, so stark beschädigt worden, dass unklar ist, ob es weiter bewohnt werden kann. Nachbarn berichten, dass die überlebenden Hausbewohner am Samstag letztmalig das Gebäude betreten durften, um Habseligkeiten mitzunehmen. Niemand darf jetzt noch das Haus betreten; beide Eingangstüren des sanierten Altbaus sind von der Polizei versiegelt.

An der Eingangstür des Hauses an der Franz-Arens-Straße haben Nachbarn Kondolenzschreiben und weiß-rosa Tulpen hinterlegt: „In Trauer um die Verstorbenen und Verletzten.“ Das Acht-Parteien-Haus, das von außen einen ausgesprochen soliden Eindruck macht, hatte zwar Gasheizungen, doch die Thermen für die Heißwasser-Bereitung sollen ausschließlich im Keller sein. Was letztendlich zu der folgenschweren Explosion im zweiten Stockwerk geführt hat, ist zur Stunde unklar. Auch bei der Identität der Toten gab es am Sonntag bei der Polizei noch keine neuen Informationen: „Die Obduktion der sterblichen Überreste findet erst in der kommenden Woche statt“, sagte Polizei-Sprecherin Judith Herold am Wochenende.

„Es gab ganz plötzlich einen Knall, der Boden zitterte, und draußen gab es Glas-Regen“, berichtet eine Anwohnerin des Hauses, die im Erdgeschoss eine Veranstaltungsagentur betreibt. „Wir sind dann sofort raus.“ Andere Nachbarn sahen nach dem Knall eine riesige, schwarze Rauchwolke, ehe eine Verpuffung zum zweiten Mal das Gebäude erschütterte. „Ich stand direkt am Fenster und bin durch den Knall an die Küchenwand geflogen“, berichtet eine Nachbarin, die ein Haus weiter wohnt. Viele Bürger rund um die Kreuzung Franz-Arens-Straße/Geisbergstraße alarmierten sofort die Feuerwehr. Die gesamte Straße wurde gesperrt, die Anwohner durften nicht nach draußen. Sowohl die Rettung von Anwohnern des dritten Geschosses als auch die Sicherung des beschädigten Hauses dauerte die ganze Nacht über bis zum Samstag.

Haustür ist von der Polizei versiegelt

Eine Anwohnerin beschreibt die Nachbarschaft in dem sanierten Altbau als „absolut beständig“. Viele Mieter wohnten in dem Haus seit mehr als 30 Jahren; es gebe wenig Wechsel. Der junge Mann, der bei der Explosion offenbar zu Tode gekommen ist, war jedoch erst vor wenigen Monaten mit seiner Mutter aus England gekommen. Bei der Mutter soll es sich um eine Deutsche handeln. Sie war zum Zeitpunkt der Explosion offenbar nicht im Haus.

Auch am Sonntag liegen noch Glassplitter auf dem Bürgersteig an der Straßenkreuzung. Der Gehweg ist gesperrt. „Wer dieses Siegel beschädigt, ablöst oder unkenntlich macht, macht sich strafbar nach Paragraph 136“, steht auf dem Klebeband der Polizei, das auf der verschlossenen Haustür als „Amtliche Siegelmarke“ gekennzeichnet ist.

Ein Statiker will am Montag das beschädigte Gebäude untersuchen. Erst danach wird feststehen, ob die Mieter irgendwann wieder einziehen können. Dem Vernehmen nach sind auch Böden und Decken rund um die Wohnung, in der die Explosion stattfand, komplett beschädigt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben